LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Dänzert bis debrouilléieren (Bd. 1, Sp. 193b bis 195a)
 
Dänzert M.: «Kampfläufer, Philomachus» (Vogel).
 
Dänzesch F.: «Tänzerin».
 
Däppchen (lok. Echt.: Deepchen) M.: Dim. zu Dapp (s. d.) 1) «kleiner Kreisel» (bes.: Knopfkreisel) — Echt.: Medercher wi Deepercher (flink, wie gedreht); 2) «Kreiselartiges», z. B.: a) «Brettstein» (im Damenspiel usw.); b) «Brustwarze» (s. Déiz, Ditz, Ditt); c) «knopfartige Verzierung» (z. B.: an Möbeln); 3) «kleiner Mensch, Männchen»; 4) bes. im Plur.: Däppercher «Tannenzapfen».
 
där, därer (lok. Westen: 'de·ər bisw. 'deiər) Dem. Pron.: «derer, jener» — 1) Fem. Sg.: op där(er) Säit (auf der anderen Seite des Dorfes, oder: jenseits des Flusses, bes. längs der Ostgrenze an Mosel, Sauer, Our — bisw. mit geringschätzigem Unterton) — ech hätt gären där Mëllech (ich möchte Milch von jener Sorte) — aha, du bas ee vun där Zort! (ach so, du bist einer von jener Art) — an där [Bd. 1, S. 194] Zäit sin ech färdeg (in der Zwischenzeit werde ich fertig sein); 2) M., F., N. Gen. Pl.: da's där(er) een (einer von denen) — et sin där (hei, elei, do, elo), Dir wësst jo (es sind deren, Sie kennen ja die Sorte) — ech sin där keen (ich bin nicht so) — ech wëll där(er) (ich will deren von jener Art) — ech kommen där Deg(er) een (ich werde dieser Tage, gelegentlich kommen) — wat där Äppel! (welche Menge Äpfel!), auch absolut: wat där(er)! (welche Menge!) — ah, du bas d. ee! (jetzt habe ich dich erkannt) — ët sin där Deg vill, an där Moolzechter nach méi (die Hausfrau mahnt zum Sparen); Flexion und Wortbildung: däres, därs, däs, dees Gen. partitivus Sg. M. und N.: «von dieser Art» — ech brauch d. Béier, Wäin, Waasser . . . keen (ich brauche kein Bier, Wein, Wasser . . . von dieser Sorte) — ech wëll d. (ich will davon — ohne zu bestimmen, um was es sich handelt; häufige Ausdrucksweise der Kinder) — därs do(ten), elo(ten) (von jener Sorte) — därs hei(ten), elei(ten) (von dieser Sorte) — därs gët därs (euphem. für: Houeremiel (-däg) gët Houerepaangech) — s. Däg, Deeg sub 2) — wat d.! (welche Menge!) — 't as därs ewell genuch! — op där Gei gët nët méi gespillt (genug davon!) — Därs kann ech käänt eessen (z. B. Hammelfleisch) — därs si mer vu sénger Säit gewinnt — lo as et däs genouch! — en hat sich däs nët erwouert (Echt.) (er war nicht darauf gefaßt).
 
därba(a)nt(s) Adv.: «in der Zwischenzeit» (cf. auch: anderbant u. Var. sub an, S. 25); därentweën Adv.: «deswegen»; därmoossen Adv.: «dermaßen» — an där Mooss (ungefähr in diesem Ausmaß) — ech war d. verwonnert (äußerst) — du gees mer d. op d'Nerven! (sehr).
 
Där M. = Dar M. (s. d.).
 
Där F. = Dar F. (s. d.).
 
däreg Adj.: 1) «dornig»; 2) übtr.: «empfindlich, schwierig (vom Charakter)», bisw.: streitsüchtig (Wb. 06: «mürrisch») — en d. Déier = streideregt Framënsch; Ra.: Wann e Meedche mam Hënner an en därig Heek feelt, wääss än nët, wat fir en Doar et gestoach hoat (Echt. - C- bei einem Fehltritt).
 
Däreg Echel F., Däreldéier N., Därenigel (-j-) M., Därnichel M., Därsichel F.: «Igel» (daneben: Bisseléck, Käseléck, Kéiseléck, Kéiseker, Darsichel).
 
Därkromm (Ton: 1) F.: «Hippe», Schneideinstrument mit langem Stiel, womit die Dornhecken abgehauen werden (es ist gebogen, einseitig zugeschliffen und oft mit zweiseitig zugeschliffener Baller oder Bal versehen).
 
Därz, Derz, Däärz M. (Pl. Dä(ä)rzen) «Menschenkot».
 
Däs, Dees F.: 1) «Heulager» (über der Tenne), «Hochtenne» (s. Gänn); 2) übtr.: «Schädel» da kriss d'eng op d'D. (dazu das Verb.: däässen, deessen — s. d.) — et dauscht mer an der D. — wat hues de haut an der D.?
 
däs, dees Konjkt.: «es sei denn, daß» — so näischt, d. du wärs dénger Saach sécher — So nët jupp, d. du wärs iwwer de Gruef — Kräisch nët, d. 't huet een dech geschloen.
 
dät (dεεt) (Echt.) Interj.: = tät, teet (s. d.).
 
dätsch präd. Adj.: 1) «lendenlahm, erschöpft, matt»; 2) «abgetan, erledigt»; 3) «geistig erledigt» (= ramolléiert).
 
dätschen trans. Verb.: 1) «unterdrücken»; 2) «schändlich forttreiben».
 
Dätschert M.: 1) «Erschöpfung, hoffnungsloser Gesundheitszustand» — ech hun den D. (ich bin am Ende meiner Kräfte - ähnl.: ech hu mäi Kont, Téi, méng Quetsch); 2) «Prügel» — e krut den D. (er wurde mit Prügeln vertrieben); 3) «tatteriger, gebrechlicher Mensch».
 
Däwelt, Deewelt (bisw.: Däiwelt) ON. 1) «Deyfeld» — Dorf der Gemeinde Bocholz, frz. Bého (Arrondissement Bastogne, belg. Lx. — s. Boukels, Bukels sub 3); 2) «Deiffelt», Gem. Bœgen, Kant. Clerf — 33; im Nordösl. in beiden Fällen dafür Déilvent.
 
de Pers. Pron.: Kurzform zu du (s. d.) — bes. in postverbaler Stellung und nach Konjkt.: hues de se nach all? (bist du noch bei Sinnen?) — kanns de dat? (kannst du das?) — wanns de wëlls, da kanns de mer hëllefen (wenn du willst, dann kannst du mir helfen) — ech schloen dech, dass (datt s) de vrecks (ich schlage dich, daß du verreckst); phV.: das diesem de vorausgehende -s der Verbalendung resp. das Flexions-s der Konjkt. wird im Süden zu -sch (S), in Weiler z. Turm heißt es: wannsch de nët geesch! (nun höre aber auf!) -bisw. mit Ausfall des d- von de: huesch e déng Suen all ausgin? (hast du dein Geld all ausgegeben?); cf. hierzu u. a.: as sub 2/ S. 36 — datt — De wääss, ech hat dech ëmmer gudd ze leiden. [Bd. 1, S. 195]
 
Debakel F. und M.: «Zusammenbruch, großer Mißerfolg» (frz. débâcle) — den Exame war de rengsten D. — 't war eng richteg D. (Niederlage, Zusammenbruch) (s. Desaster).
 
déballéieren trans. Verb.: «auspacken» — dazu Déballage M.
 
Débarras M. (wie frz.): «Abstellraum, Rumpelkammer» auch Ton: 1.
 
Debatt (Ton: 2) F.: «Debatte» — zur Debatt sin (stoen) — d'Debatten an der Chaber.
 
débattéieren intr./trans. Verb.: «debattieren, durchdiskutieren» — des laangen an des weiden débattéieren.
 
débauchéieren (de·bo:'Seiərən) trans. Verb.: «abspenstig machen» (bes. Arbeiter — auch: ewechschwätzen) — (frz. débaucher).
 
Débit ('de:bi·) M.: «Vertrieb, Absatz, Ausschank».
 
déblockéieren trans. Verb.: 1) Geldmarkt: «Sperrgeld flüssig machen»; 2) Druckerei: «Fliegenköpfe tilgen».
 
Déboiren M.: nur im Plur. «Kummer, Unglücksfälle, Enttäuschungen» — D. hun.
 
déboiséieren trans. Verb.: «abholzen, einen Wald schlagen» — dazu: Déboisement N.
 
Débouché (de'buSe·) M.: «Absatzmarkt» — d'Bauere sichen en neien D. fir hir fett Schwäin.
 
debrouilléieren (debru·'jeiərən),

 

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