LWB Luxemburger Wörterbuch
 
déckhäideg bis dedommagéieren (Bd. 1, Sp. 196b bis 198a)
 
-häideg Adj.: «dickhäutig» (bes. von den Trauben vor der Reife) — d'Drauwe sin d., se sin nach nët lauter; -héiler (Wb. 06 -heeler) M.: «Prahler» (cf. déck sub III 1); -kapp M.: 1) «dickköpfiger Mensch» — säin D. huet hat esou wäit bruecht; 2) «Dickköpfigkeit»; -käppeg Adj.; -käppegkeet F.; -panz F. (Wb. 06: M.): 1) «dickwanstiger Mensch»; 2) übtr.: «arroganter [Bd. 1, S. 197] Protz»; -pänzeg Adj.: 1) «dickwanstig» (von Menschen, Tieren); 2) «bauchig» (von Sachen) — d. Fässer (kurze und dicke frz. Fässer von ca. 660 l — s. Bomm sub 3); -pänzer M. = -panz.
 
Déckecht F.: «bestimmte Dicke» (als Maß).
 
Déckesus- (im allg. in Zussetz. mit der Bed.: «von geringem Wert, nichtsnützig»); -drëppchen F.: «ein Gläschen Branntwein für 10 Centimes» (frühere Währung); -schreiwer M.: «Schreiber, der um geringen Lohn arbeitet» (geringschätzig für Clerc).
 
déckevoll Adj./Adv.: «reichlich» — et geet d. duer (s. déck sub III 1) — den déckevollen zum beschte gin.
 
décksen trans./intr. Verb.: 1) «dick werden» — d'Gebääss déckst nët (die Marmelade wird nicht fest); 2) «dick machen» — d'Miel déckst d'Sauce (das Mehl läßt die Tunke fest werden).
 
Déckt F.: 1) «Dicke» — vun der D. vun enger Uewepäif, engem Maansbän (von der Dicke eines Ofenrohrs, eines Menschenbeines); 2) «Dickicht» — en huet an der D. op e gelauert (er hat im Dickicht auf ihn gelauert).
 
Déckt, Dickt ON.: 1) «Hoscheiderdickt», Gem. Hoscheid, Kant. Diekirch — 111; 2) «Hosingerdickt». Gem. Hosingen, Kant. Clerf — 104; (auch gebr. bei manchen Waldnamen).
 
Déckwäller, Dickwëller (-weiler) ON. «Dickweiler», Gem. Rosport, Kanton Echternach —282. (mit gallo-romanischer Siedlung im nahen Wald).
 
Deck (dεk-): -blat N.: «Deckblatt» (der Zigarre, beim Sperrholz usw.); -briet N.: «Fenster-, Türsturz»; -faarf F.: «Deckfarbe» (im Ggs. zur Lasurfarbe); -nol M.: 1) Ga.: «Schiefernagel» (mit breitem, flachem Kopf), also: Läendeckeschnol; 2) «Nagel mit breitem Kopf und Bleiring» (bei Blech-, Zink-, Kupferdach); -nol F.: «gekrümmte Nadel zum Befestigen der Weiden am Strohdach»; -rutt F.: «Rute, womit auf Strohdächern die Büschel festgehalten werden»; -weid F.: «dünner Weidenzweig, der früher zum Dachdecken verwendet wurde».
 
Deckel (lok. Osten: Dekel) M.: 1) «Deckel» — a) vom Geschirr — Jidd Dëppche fënd emol säin Deckelchen — Wat gët et haut z'iessen? (Geweechten) Deckelen am Dëppen (Was gibt es heute zu essen? Eingeweichte Deckel im Topf); b) von Pfeifenköpfen — fréier huet een um Land am Geställs keng Päif ouni D. raachen dierfen — Pätter, maach den D. zou, 't dämpt (eigtl.: wenn die Tabakpfeife übel roch — spaßh.: nach Anhören eines faulen, unglaublichen Witzes); c) vom Brunnen - Wann d'Kand (Kallef) am Pëtz läit, man s'en D. drop (Abhilfe kommt meist zu spät); d) vom Buch — e schwätzt ewéi e Buch ouni D. (er spricht Unsinn); 2) meist im Plur.: Deckelen — «Zymbal» — dafür lieber: Jhummdeckelen; 3) spaßh. für «Hut» im allgem. — im bes.: a) «Zylinderhut» (so Wb. 06); b) «flacher (Stroh-)Hut»; 4) «Schwanz der Ziege» — d'Gääss hätt och gären e Schwanz gehat, si krut awer nëmmen en D. — s. auch: Gääss, Geess; 5) «Fallklappe an der Hose»; 6) «der Hintere» — du kriss eng op den D., wanns de nët roueg bas.
 
deckelen trans./intr. Verb.: 1) «mit einem Deckel versehen»; 2) im bes. von den Bienen: «Waben verschließen» (meist abs. gebr.); 3) «prügeln» (cf. Deckel sub 5 und 6) — schéck dech, soss kriss de der gedeckelt; 4) «auf irgend eine Weise zum Schweigen bringen»; 5) meist. abs. gebr.: «den Hut abnehmen» (auch: dunnen — cf. Deckel sub 3).
 
Deckel(e)schléier M.: «Zymbalschläger» (s. Deckel sub 2).
 
Deckels-: -box F.: «Hose mit Fallklappen» (auch: Falluede-, Falluedsbox, Guederbox), Wb. 06 nur: «Kinderhöschen»; -schmier F.: «doppeltes Butterbrot» (zwei mit den bestrichenen Seiten aufeinandergelegte Brotschnitten); -kuerf M.: «Korb mit Deckeln»; -taart F.: «Obsttorte mit Teigdeckel» — auch: gedeckelt Taart.
 
decken (lok. Osten: deken) trans./ intr. Verb.: 1) sinnlich: «be-, über-, zudecken», und zwar: a) «das Dach decken» — d'Haus as nach nët gedeckt — Echt.: en hoat mat Stri gedeekt (er hat frühzeitig den Strohhut aufgesetzt) — (cf. auch Deckel sub 3/b); b) «das Bett decken» (fertigmachen zum Schlafen) — en as an e gedeckte(nt) (gemaachtent) Bett komm; c) «den Tisch decken» — 't as fir siwe gedeckt (es ist für sieben Gäste gedeckt) — spaßh.: en huet dem Hond den Dësch gedeckt (er hat einen Hemdzipfel aus der Hose heraushängen); d) «die Pflanzen zudecken» (im allg. gegen Frostschaden) — d'Ärdbier gët mat Mëscht gedeckt; e) intr.: von der Farbe — d'Faarf deckt nët — eng gedeckte Faarf (diskret, ruhig) — e gedeckt(ent) Gréng (ein diskretes [Bd. 1, S. 198] Grün); f) beim Kartenspiel Éiweg: «Karten verdeckt auf andere hinlegen» (s. Blannen sub 3b); 2) übtr.: a) «den Rücken decken, die Verantwortung übernehmen»; b) «die Geldschuld decken» — eis Fräe (les frais) si gedeckt — auch: de Scheck war nët gedeckt; c) «ein Muttertier bespringen» (bes. von Hunden); d) beim Fußballspiel: «einen Spieler der Gegenpartei überwachen».
 
Decken (Echt.: Deken) F.: 1) «Decke» — et muss e sech der D. no strecken (man muß sich den schwierigen Verhältnissen anpassen) — si spillen (stiechen) ënnert enger D. (sie machen gemeinsames Spiel) — häufigste Arten: Jaquards-, Peerds-, Stepp-Wolldecken (s. d.); dazu Zussetz. in Echt.: Dekefraachen F.: «Frau, die daheim oder in den Häusern gesteppte Decken anfertigt»; 2) «Abraum über dem Steinbruch» (die Zimmerdecke heißt: Plaffong).
 
découragéieren trans. Verb: «entmutigen».
 
Dedektiv, Detektiv (Ton: 2 oder 3) M.: «Detektiv».
 
dedizéieren trans. Verb.: «widmen» — dazu: Dedikass F.: «Widmung» (z. B. bei einem Buch).
 
dedommagéieren trans. Verb.: «entschädigen».

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut