LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Dicks bis diischteren (Bd. 1, Sp. 208b bis 209b)
 
Dicks, Pseudonym des Nationaldichters Edmond de la Fontaine (geb. in Luxemburg, am 24. Juli 1823, gest. in Vianden, am 24. Juli 1891) — Dicksstrooss in manchen Ortschaften — Dickshaus in Vianden — Dicksiana, Potpourri aus Dicksschen Melodien.
 
Dickt s. Déckt. ON.
 
Dickweiler, -wäller, -wëller s. Déck-.
 
Diddebuurg. Déidebuurg, (-bierg) ON.: «Diedenburg, frz. Thiaumont» — Dorf und ehemaliger Herrschaftssitz in der belg. Provinz Lux. — B 24.
 
Diddeléng ON.: «Düdelingen» — Gem. Düdelingen, Kant. Esch — 540.
 
Diddenaker, Didenacker häufiger Flurname. z. B.: Niederdonven (galloröm. Gräberfeld) — auch Hausname: an Didenakesch (in Niederdonven).
 
Didden(h)uewen, Osten: Déiden(h)uewen ON.: «Diedenhofen, frz. Thionville» — ehemals lux. Stadt in Lothringen, kam 1659 an Frankreich.
 
diebelen (phV.: Nord. d'jεbələn, spor. quer durch das nörd. Gutland 'de:bə- lən) trans. Verb: 1) urspr.: «doppelt zusammennehmen»; 2) «falten, umbiegen» — wann d'Zäit der laang gët, dann diebel se (Wb. 06: a sëtz dech drop) — en huet sech gediebelt vu Péng —äich hauen dich, dats de dich debels — cf. Äfalt (S. 57).
 
Diebelzaang F.: «Umbieg-, Sattlerzange». [Bd. 1, S. 209]
 
Diechterchen F.: Dim. zu Duechter (s. d.) — Kinderreim: Danz, danz, D., Ach Mutter, ech hu keng Schong!
 
Diederchen M.: Dim. von Dueder (s. d.) — bes. Bed.: «gebauter Dotter, Saat-Dotter, Camelina sativa» (bot.).
 
Dien(e)gen ('diənejən, lok. Norden: 'djεnjən) ON.: «Dönningen, frz. Donnange» Gemeinde Bœgen (Bœvange) Kanton Clerf — 36.
 
Dier, Dar, Där (lok. 'djε:r) F.: «Malzdarre».
 
Dierbech, Dirbech ON.: «Dierbach» — Gem. Heiderscheid (z. T. Gœsdorf), Kant. Wiltz — 127, — op der D. (bekannter Ausflugsort).
 
dierden, däärden trans. Verb.: «teeren» — (zu Diert M. «Teer») — an der Zäit, wéi se d'Scheierpaarten nach gediert hun (der Staat stellte den Teer dazu) — en Naachen as fréier gedäärt gin.
 
dierf, diref (bisw. lok.: däärf, deerf) Adj.: 1) «muffig, nach Verwesung riechend» — de Kiss as deerf — déi Bir as däärf (widerlich, herbe)2) «scharf von Geschmack» (derbe), beim Brot: nicht genügend gesalzen.
 
Dierfchen Nordösl.: Diärrefchen N.: «Dörfchen» (Dim. zu Duerf — s. d.).
 
dierfen, daarfen, däärfen, duerfen (lok. phV.: Süden 'dO·Arfən, Mosel: 'də:rfən, 'dərfən, Oesl.: 'djεr(ə)fən, 'dwArəfən) trans./intr. Verb.: «dürfen» — ech han et nët duarrefe man (Oesl.) — ech dierf nët drun denken — et doarf nët säin = et duerf nët sin (es darf nicht sein).
 
dierfzeg (phV. cf. dierf) Adj.: «muffig».
 
dierfzen (-ee-) intr. Verb.: 1) «muffig riechen»; 2) «scharf schmecken».
 
Diert, Däärt M.: «Teer».
 
Diessel (lok. phV.: Ösling 'djεsəl, nördlich und östlich Gutland 'de:səl) M.: «Dechsel, Querbeil» (Mosel: beim Schiffbau und Küferhandwerk ein Werkzeug, welches zugleich Hammer und Aushöhlbeil ist).
 
difficile, dëffëzil, dëffëssil Adj.: «wählerisch, empfindlich» — dat as eng d. Saach (sehr delikat) — hat as där dëffëssiler äänt — dazu: Diffikultéit F.: wie frz. difficulté — Diffikultéite sichen wou keng sin.
 
Differend, Differenz s. Dëff-.
 
Digel ('dijəl lok. phV.: 'diʒəl, Echt.: 'di:jəl, Vianden: di:l) 1) «Tiegel» — einem Schleckermaul, das nach dem Menü fragt, antwortet man derb: e Fuurz am D. gebroden; 2) «der Hintere» — du verdéngs e Fouss bei den D. — Kompos.: Schwanzdigel «casserole» (Binsfeld) — Gréiwendigel.
 
Digel- auch Rigel- : -briet N.: «Querbrett am Faßboden zur Verstärkung»; -nol M.: «hölzerner Nagel» (gebraucht beim Schreiner- und Küferhandwerk).
 
digelech Adj.: «passend, gediegen, vorteilhaft, tauglich» — esou néidig ewéi den digelechen Daach (das Dach über dem Haupt) — e verbrennt den digelechen Dag (er brennt das Licht zulange morgens) — Echt.: en as fir näist diglich, nët mol fir an der Heel dem Feier nozeleën (er ist zu nichts tauglich, nicht einmal, um in der Hölle dem Feuer nachzulegen) — Ga.: deen zu alles d. as, daagt zu näischt eppes — cf. auch: dilleg.
 
digelen trans. Verb.: «hölzerne Nägel im Faßboden einschlagen» (zwecks Befestigung des Digelbriet — s. d.).
 
Digestioun F.: «Verdauung», dazu: digeréieren trans. Verb. «verdauen».
 
Diggel ON.: «Dideling» (1541 Duedlingen), Siedlung unweit der Attert.
 
Diirt F.: «Dürre, Trockenheit» (zum Adj. dir — s. d.).
 
diirzen (phV. s. dir «ihr») trans. Verb.: «siezen, zu jem. Dir (Ihr) sagen» — früher diirzten die Kinder ihre Eltern (bisw. nur die Mutter), selbst die Ehegatten diirzten sich vom Tage der Heirat an (s. dir).
 
Diischelt, Tiischelt M., N. Ga.: Tijhel M.: «Türumrahmung, Fensterumrahmung» — engt stengen D.
 
diischteren trans. Verb.: «durstig machen» — de Béckeléck, Kéis diischtert — en as auserdiischtert (sehr durstig).

 

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