LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Déiden(h)uewen bis Dillbam (Bd. 1, Sp. 208b bis 210a)
 
Déiden(h)uewen ON.: «Diedenhofen, frz. Thionville» — ehemals lux. Stadt in Lothringen, kam 1659 an Frankreich.
 
diebelen (phV.: Nord. d'jεbələn, spor. quer durch das nörd. Gutland 'de:bə- lən) trans. Verb: 1) urspr.: «doppelt zusammennehmen»; 2) «falten, umbiegen» — wann d'Zäit der laang gët, dann diebel se (Wb. 06: a sëtz dech drop) — en huet sech gediebelt vu Péng —äich hauen dich, dats de dich debels — cf. Äfalt (S. 57).
 
Diebelzaang F.: «Umbieg-, Sattlerzange». [Bd. 1, S. 209]
 
Diechterchen F.: Dim. zu Duechter (s. d.) — Kinderreim: Danz, danz, D., Ach Mutter, ech hu keng Schong!
 
Diederchen M.: Dim. von Dueder (s. d.) — bes. Bed.: «gebauter Dotter, Saat-Dotter, Camelina sativa» (bot.).
 
Dien(e)gen ('diənejən, lok. Norden: 'djεnjən) ON.: «Dönningen, frz. Donnange» Gemeinde Bœgen (Bœvange) Kanton Clerf — 36.
 
Dier, Dar, Där (lok. 'djε:r) F.: «Malzdarre».
 
Dierbech, Dirbech ON.: «Dierbach» — Gem. Heiderscheid (z. T. Gœsdorf), Kant. Wiltz — 127, — op der D. (bekannter Ausflugsort).
 
dierden, däärden trans. Verb.: «teeren» — (zu Diert M. «Teer») — an der Zäit, wéi se d'Scheierpaarten nach gediert hun (der Staat stellte den Teer dazu) — en Naachen as fréier gedäärt gin.
 
dierf, diref (bisw. lok.: däärf, deerf) Adj.: 1) «muffig, nach Verwesung riechend» — de Kiss as deerf — déi Bir as däärf (widerlich, herbe)2) «scharf von Geschmack» (derbe), beim Brot: nicht genügend gesalzen.
 
Dierfchen Nordösl.: Diärrefchen N.: «Dörfchen» (Dim. zu Duerf — s. d.).
 
dierfen, daarfen, däärfen, duerfen (lok. phV.: Süden 'dO·Arfən, Mosel: 'də:rfən, 'dərfən, Oesl.: 'djεr(ə)fən, 'dwArəfən) trans./intr. Verb.: «dürfen» — ech han et nët duarrefe man (Oesl.) — ech dierf nët drun denken — et doarf nët säin = et duerf nët sin (es darf nicht sein).
 
dierfzeg (phV. cf. dierf) Adj.: «muffig».
 
dierfzen (-ee-) intr. Verb.: 1) «muffig riechen»; 2) «scharf schmecken».
 
Diert, Däärt M.: «Teer».
 
Diessel (lok. phV.: Ösling 'djεsəl, nördlich und östlich Gutland 'de:səl) M.: «Dechsel, Querbeil» (Mosel: beim Schiffbau und Küferhandwerk ein Werkzeug, welches zugleich Hammer und Aushöhlbeil ist).
 
difficile, dëffëzil, dëffëssil Adj.: «wählerisch, empfindlich» — dat as eng d. Saach (sehr delikat) — hat as där dëffëssiler äänt — dazu: Diffikultéit F.: wie frz. difficulté — Diffikultéite sichen wou keng sin.
 
Differend, Differenz s. Dëff-.
 
Digel ('dijəl lok. phV.: 'diʒəl, Echt.: 'di:jəl, Vianden: di:l) 1) «Tiegel» — einem Schleckermaul, das nach dem Menü fragt, antwortet man derb: e Fuurz am D. gebroden; 2) «der Hintere» — du verdéngs e Fouss bei den D. — Kompos.: Schwanzdigel «casserole» (Binsfeld) — Gréiwendigel.
 
Digel- auch Rigel- : -briet N.: «Querbrett am Faßboden zur Verstärkung»; -nol M.: «hölzerner Nagel» (gebraucht beim Schreiner- und Küferhandwerk).
 
digelech Adj.: «passend, gediegen, vorteilhaft, tauglich» — esou néidig ewéi den digelechen Daach (das Dach über dem Haupt) — e verbrennt den digelechen Dag (er brennt das Licht zulange morgens) — Echt.: en as fir näist diglich, nët mol fir an der Heel dem Feier nozeleën (er ist zu nichts tauglich, nicht einmal, um in der Hölle dem Feuer nachzulegen) — Ga.: deen zu alles d. as, daagt zu näischt eppes — cf. auch: dilleg.
 
digelen trans. Verb.: «hölzerne Nägel im Faßboden einschlagen» (zwecks Befestigung des Digelbriet — s. d.).
 
Digestioun F.: «Verdauung», dazu: digeréieren trans. Verb. «verdauen».
 
Diggel ON.: «Dideling» (1541 Duedlingen), Siedlung unweit der Attert.
 
Diirt F.: «Dürre, Trockenheit» (zum Adj. dir — s. d.).
 
diirzen (phV. s. dir «ihr») trans. Verb.: «siezen, zu jem. Dir (Ihr) sagen» — früher diirzten die Kinder ihre Eltern (bisw. nur die Mutter), selbst die Ehegatten diirzten sich vom Tage der Heirat an (s. dir).
 
Diischelt, Tiischelt M., N. Ga.: Tijhel M.: «Türumrahmung, Fensterumrahmung» — engt stengen D.
 
diischteren trans. Verb.: «durstig machen» — de Béckeléck, Kéis diischtert — en as auserdiischtert (sehr durstig).
 
Diks M.: «Eisenbahnsignalscheibe» (frz. disque) — den D. as gezunn (die Scheibe ist gehoben: die Bahn ist frei) — den D. fällt (die Scheibe senkt sich: die Bahn ist nicht frei) — den D. as op, zou — en huet den D. iwwerrannt (er hat die Scheibe übersehen).
 
diksen trans. Verb.: «werfen, schlagen, prügeln» — ech krut der e puer gedikst (ein paar Ohrfeigen) — Beim Knickerspiel: ech krut eng gedikst (der Mitspieler hat meinen Knicker getroffen).
 
Diktam N.: «Heilpfanze, hd. Diktam(nus), Diptam» (Gichtkraut, gegen Gicht gebraucht).
 
Dilijhenz F.: «Postwagen» (frz. diligence) — früher auch: Omnibus, Postkutsch.
 
Dill M.: «Diele, Brett» (Nieder- u. Oberbesslingen: Dull) Pl. Dill, Dillen, Diller — Mosel: Sg. dill (mit sog. [Bd. 1, S. 210] «Schwebelaut»), Pl. dil, Dim.: Dillchen, Diilchen — du gës e Kapp méi kuurz gemaach, da bas de nach gutt fir D. ze droen — en as am Gaang D. ze seën (von einem Schnarcher) — deen as gutt fir D. ze droen (er hat einen dicken, vierschrötigen Kopf, übtr. «tête carrée») — engem de Kapp mat engem Dill ewegschloen (Drohung), (s. Briet) — maach, dats de um D. bas! (komm auf jeden Fall und bringe gute Laune mit!) - manchmal: «Kegelbahn» — e gewichsten(en) Dill — d'Klatz um D. behalen.
 
Dill-: -bam M.: «Stamm, der zu Brettern hergerichtet wird» (cf. dagegen: Dillebam);

 

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