LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Dier, Dar, Där bis dillegen (Bd. 1, Sp. 209a bis 210a)
 
Dier, Dar, Där (lok. 'djε:r) F.: «Malzdarre».
 
Dierbech, Dirbech ON.: «Dierbach» — Gem. Heiderscheid (z. T. Gœsdorf), Kant. Wiltz — 127, — op der D. (bekannter Ausflugsort).
 
dierden, däärden trans. Verb.: «teeren» — (zu Diert M. «Teer») — an der Zäit, wéi se d'Scheierpaarten nach gediert hun (der Staat stellte den Teer dazu) — en Naachen as fréier gedäärt gin.
 
dierf, diref (bisw. lok.: däärf, deerf) Adj.: 1) «muffig, nach Verwesung riechend» — de Kiss as deerf — déi Bir as däärf (widerlich, herbe)2) «scharf von Geschmack» (derbe), beim Brot: nicht genügend gesalzen.
 
Dierfchen Nordösl.: Diärrefchen N.: «Dörfchen» (Dim. zu Duerf — s. d.).
 
dierfen, daarfen, däärfen, duerfen (lok. phV.: Süden 'dO·Arfən, Mosel: 'də:rfən, 'dərfən, Oesl.: 'djεr(ə)fən, 'dwArəfən) trans./intr. Verb.: «dürfen» — ech han et nët duarrefe man (Oesl.) — ech dierf nët drun denken — et doarf nët säin = et duerf nët sin (es darf nicht sein).
 
dierfzeg (phV. cf. dierf) Adj.: «muffig».
 
dierfzen (-ee-) intr. Verb.: 1) «muffig riechen»; 2) «scharf schmecken».
 
Diert, Däärt M.: «Teer».
 
Diessel (lok. phV.: Ösling 'djεsəl, nördlich und östlich Gutland 'de:səl) M.: «Dechsel, Querbeil» (Mosel: beim Schiffbau und Küferhandwerk ein Werkzeug, welches zugleich Hammer und Aushöhlbeil ist).
 
difficile, dëffëzil, dëffëssil Adj.: «wählerisch, empfindlich» — dat as eng d. Saach (sehr delikat) — hat as där dëffëssiler äänt — dazu: Diffikultéit F.: wie frz. difficulté — Diffikultéite sichen wou keng sin.
 
Differend, Differenz s. Dëff-.
 
Digel ('dijəl lok. phV.: 'diʒəl, Echt.: 'di:jəl, Vianden: di:l) 1) «Tiegel» — einem Schleckermaul, das nach dem Menü fragt, antwortet man derb: e Fuurz am D. gebroden; 2) «der Hintere» — du verdéngs e Fouss bei den D. — Kompos.: Schwanzdigel «casserole» (Binsfeld) — Gréiwendigel.
 
Digel- auch Rigel- : -briet N.: «Querbrett am Faßboden zur Verstärkung»; -nol M.: «hölzerner Nagel» (gebraucht beim Schreiner- und Küferhandwerk).
 
digelech Adj.: «passend, gediegen, vorteilhaft, tauglich» — esou néidig ewéi den digelechen Daach (das Dach über dem Haupt) — e verbrennt den digelechen Dag (er brennt das Licht zulange morgens) — Echt.: en as fir näist diglich, nët mol fir an der Heel dem Feier nozeleën (er ist zu nichts tauglich, nicht einmal, um in der Hölle dem Feuer nachzulegen) — Ga.: deen zu alles d. as, daagt zu näischt eppes — cf. auch: dilleg.
 
digelen trans. Verb.: «hölzerne Nägel im Faßboden einschlagen» (zwecks Befestigung des Digelbriet — s. d.).
 
Digestioun F.: «Verdauung», dazu: digeréieren trans. Verb. «verdauen».
 
Diggel ON.: «Dideling» (1541 Duedlingen), Siedlung unweit der Attert.
 
Diirt F.: «Dürre, Trockenheit» (zum Adj. dir — s. d.).
 
diirzen (phV. s. dir «ihr») trans. Verb.: «siezen, zu jem. Dir (Ihr) sagen» — früher diirzten die Kinder ihre Eltern (bisw. nur die Mutter), selbst die Ehegatten diirzten sich vom Tage der Heirat an (s. dir).
 
Diischelt, Tiischelt M., N. Ga.: Tijhel M.: «Türumrahmung, Fensterumrahmung» — engt stengen D.
 
diischteren trans. Verb.: «durstig machen» — de Béckeléck, Kéis diischtert — en as auserdiischtert (sehr durstig).
 
Diks M.: «Eisenbahnsignalscheibe» (frz. disque) — den D. as gezunn (die Scheibe ist gehoben: die Bahn ist frei) — den D. fällt (die Scheibe senkt sich: die Bahn ist nicht frei) — den D. as op, zou — en huet den D. iwwerrannt (er hat die Scheibe übersehen).
 
diksen trans. Verb.: «werfen, schlagen, prügeln» — ech krut der e puer gedikst (ein paar Ohrfeigen) — Beim Knickerspiel: ech krut eng gedikst (der Mitspieler hat meinen Knicker getroffen).
 
Diktam N.: «Heilpfanze, hd. Diktam(nus), Diptam» (Gichtkraut, gegen Gicht gebraucht).
 
Dilijhenz F.: «Postwagen» (frz. diligence) — früher auch: Omnibus, Postkutsch.
 
Dill M.: «Diele, Brett» (Nieder- u. Oberbesslingen: Dull) Pl. Dill, Dillen, Diller — Mosel: Sg. dill (mit sog. [Bd. 1, S. 210] «Schwebelaut»), Pl. dil, Dim.: Dillchen, Diilchen — du gës e Kapp méi kuurz gemaach, da bas de nach gutt fir D. ze droen — en as am Gaang D. ze seën (von einem Schnarcher) — deen as gutt fir D. ze droen (er hat einen dicken, vierschrötigen Kopf, übtr. «tête carrée») — engem de Kapp mat engem Dill ewegschloen (Drohung), (s. Briet) — maach, dats de um D. bas! (komm auf jeden Fall und bringe gute Laune mit!) - manchmal: «Kegelbahn» — e gewichsten(en) Dill — d'Klatz um D. behalen.
 
Dill-: -bam M.: «Stamm, der zu Brettern hergerichtet wird» (cf. dagegen: Dillebam); -kaul F.: «Grube, in der beim Dillschneiden (s. d.) einer der Säger stand» - dafür auch Schro(t)- kaul; -schneiden N.: 1) «Zerschneiden eines Stamms zu Brettern». «Ein Baumstamm wurde horizontal auf ein Holzgestell (Schro) gekettet, so daß er etwa 60 cm herausragt. Ein Mann steht auf dem Stamm und zieht die schwere Säge hoch, ein anderer steht in der Grube und zieht niederwärts. Die Säge beißt sich ein in der Richtung eines schwarzen Striches, der durch plötzliches Niederschnellen einer Schnur auf dem Stamm gezogen wird. Die Schnur ward zuvor in Schwärze getaucht, die aus Asche von Haferstroh gemacht war. War die Hälfte des Stammes durchsägt, so wurde die zweite Hälfte vorgenommen, wozu der Stamm herumgelegt wurde. Die Schro ragt auf zwei mannshohen Balken vorne auf; nach hinten trug ihn ein schräg am Boden aufgestützter Balken.» (Nach Hess, Lux. Volksleben, S. 88); 2) übtr.: Kinderspiel — man packt ein daliegendes Kind an den Füßen, bewegt dessen Beine zuerst bedächtig, dann rascher, endlich sehr schnell hin und her, und sagt dabei: D., D., am Doloun, am Ganzen, am Ganzen . . .; -schnidder M.: 1) «Brettsäger» (cf. Dillschneiden); 2) «Weberspinne» (so Vianden, nach Engelmann) — cf. Léngewiewer; -späicher M.: «Trockenspeicher des Schreiners».
 
dilleg Adj.: in der Ra.: engem den dillegen Dag undonken «mit wiederholten und eindringlichen Bitten belästigen» (bisw. Dillinger Dag) — cf. auch digelech.
 
dillegen trans. Verb.: «plagen, quälen» — en huet mech gedillegt — s. verdillegen.

 

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