LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Dispüt, Despit bis dohannert (Bd. 1, Sp. 212a bis 213a)
 
Dispüt, Despit (Ton: 2) F. und M.: «Streit, Wortstreit» (frz. dispute).
 
Dissär M. = Dessert (s. d.).
 
Distänz, Distanz F.: «Entfernung» — hal deng D.! (bleib mir weg!) — dazu: distanzéieren refl. Verb.: «sich etwas vom Leibe halten» — et huet sech dervun distanzéiert.
 
Distraktioun, -un F.: «Zerstreuung, Unterhaltung» — ech hat meng gälleg D. dermat(ter).
 
Distrikt M.: «Distrikt» (Bezirk) — dazu: Distriktskommissär M.
 
Ditt, Ditz, Dittchen Vorn., Var. zu Theodor (s. d.) — Schnellsprechübung: den dommen Dittchen dréit den décken Dëmmi duurch dat dreckegt Duerf.
 
Ditti M.: «kleines Kind».
 
Ditti F.: 1) «alte Frau» (im allg.) — wat eng al D.; 2) «Großmutter, Patin» — sot déng D.? (wenn jem. etwas Unglaubliches, Unvernünftiges sagt).
 
Ditti F. Pl. -en: «Mutterbrust, weibl. Brust».
 
Ditti, Dittes Vorn., Var. zu Margarete (s. d.).
 
Dittlénger nur in dem Ausdruck: déi D. Sonn «der Mond» (ähnlich: déi Mënjhecker Sonn — Münschecker Sonne).
 
dittlech Adv.: «gar sehr, außerordentlich» — ech hat mech d. erfouert.
 
Ditz I M.: «penis».
 
Ditz II männl. Vorn. «Theodor» (Koseform).
 
Ditzchen M.: «Kindchen» (Kosename).
 
distigéiert Adj.: «vornehm» (bes. von Manieren) — eng d. Madamm — dazu: Distictioun F.: «Auszeichnung» (im Examen z. B.).
 
Divorce M. (Ton: 2): «Ehescheidung» — dazu: divorcéieren «sich scheiden lassen» — se hun divorcéiert (sie haben sich scheiden lassen).
 
Diwwi, Duwwi, Duvet (wie frz., Ton: 1) M.: «Flaumdecke, Flaumbett, Pfühl» — eng Plomm aus dem D. — d'Klatz as an den D. gaang (Kegelspiel) — ënner dem D. (heimlich).
 
Diwwishuss F.: «Flaumbettüberzug».
 
Dixionär M.: «Wörterbuch» — e schwätzt ewéi en D. ouni Deckelen (redet ins Blaue hinein, unüberlegt) — en huet e Kapp wéi en D. (gutes Gedächtnis, viel Wissen).
 
Djiipsert, J(h)iipsert M.: 1) «armseliger Mensch»; 2) «Piepsen» (von Vögeln, Küken), «Knirschen» (von Rädern, Eisenteilen), (s. jhipsen).
 
dj(h)ip(p) Inter.: 1) «Lockruf für die Hühner»; 2) dj(h)ip, dj(h)ip! (ruft man dem Kartenspieler zu, der nichts wagen will) — maach du djhip, wann d'Vullen päifen! (hal dech kleng!)
 
Djipen, tschipen, djiipsen, tschiipsen intrans. Verb.: «Piepen» (der Küchlein).
 
Do (lok.: dou) Adv.: A. örtlich: 1) «da, dort» — wou as en? do! — do kënnt en — bas de erëm do? (bist du wieder da?) — hei gäs de erëm do! (ruft der Hirt der Kuh zu, die weglaufen will); 2) «zugegen» — ech sin do, wann ët gëlt — du bas ni do, wann een dech brauch — en as fir keen do; B. zuständlich: en as nët esou do, wéi e schwätzt (er gibt sich anders, als er tatsächlich ist) — en as nët esou do (nicht so dumm) — en as nët deck do (er ist mittellos); C. zeitlich: 1) statt häufigerem du, dun «da(mals)» — do, du war d'Bëtschel fett — hei ans do (hie und da) — do get nët méi gefaart; 2) als Flickwort häufig konjunkt. gebr.: wéi et gedonnert huet, do hun ech gefaart; 3) «nun nunmehr» — do hues d'et mat déngem «'t deet näischt» — do gesäi(s de)! — do hu mer et! — auch einfach: do! (Echt.) — wat mécht än do? (was machen wir nun?); D. Interj. 1): Ausruf der Verwunderung, des Ärgers, der Überraschung; verstärkt: do dermäin! —häufig bei starker Aufregung: do, do! — kuck do, en Hues, en Hues! 2) Hinweis, wenn man einem etwas übergeben will — do, ech gin der et — flektiert: dot (da habt ihr es) — hei doten gediirten! (überhöfliche Wendung); E. flektiert als Demonstrativum: «Jener» — den do, doten, doen — mat där do(t)er as nët gutt Kiischten iessen — ech hun des doen ewell vëlleg a genuch! (im Überdruß).
 
do- in zusammengesetzten Adverbien (cf. auch der-) A. zur Bezeichnung des Ortes (lokativ) -an Adv.: «darin» neben dodran, doran(ner) — d. gi mir nët gefrot, wann den Härgott eppes mécht (Schicksal, Gottes Fügung) — d. as ee virum aner (der eine kann es besser, lernt es schneller als der andere); -bannen Adv.: «drinnen», neben dodran, doran(ner); -baussen Adv.: «draußen» — en as d. doheem (er hat zuhause nichts mehr zu sagen, hat kein Heim mehr) — d'Gréit d. (die Nachbarin Grete) — déi d.! (geringschätzig für den Nachbarn, einen vor der Türe Stehenden); -bäi, -bei Adv.: «dabei», bisw. doderbäi — an dobäi [Bd. 1, S. 213] (doderbäi) bleift et! (kategorisch) — dobäi as näischt ze wannen; -ënnen Adv.: «da unten», gesteigert: -ënnechen — déi doënnen (geringschätzig für die Nachbarsleute); -ënner Adv.: «darunter», neben dodrënner, dorënner — stouss et dorënner; -erëmm(er) Adv.: 1) «da herum, dort in der Nähe»; 2) verallgemeinernd «rings im Lande» (cf. das folgende) — e gät do(e)rëm(mer) wéi en Hääschesak (er geht umher wie ein Bettler) — et war him nët doarëm (er war nicht dazu aufgelegt); -eruechter Adv.: 1) «rings»; 2) «hin und her, durcheinander» — d. lafen; 3) «verwirrt, irre» (konkr. u. übertragen) — en huet d'Hoer d. — d. rieden; auch adjektivisch: en as ganz d.; 4) «irgendwo, rings im Lande» — d'Leit d. schwätzen alt allerhand; -hannen Adv.: «dahinten», gesteigert: -hannech(t)engesteigert in: -hanichen (die Steigerung wird durch die Verlängerung des a ausgedrückt) — déi dohannen (geringschätzig wenn auf Personen bezogen); -hannert Adv.: «dahinter»;

 

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