LWB Luxemburger Wörterbuch
 
dohier bis Dodo (Bd. 1, Sp. 213b bis 214b)
 
-hier Adv.: «von da her» — ah, doh. kennst den en! — dohier, verkürzt zu doer-, dor-, tritt wieder an andere Adverbien zur Bezeichnung der Richtung od. der Herkunft — E kënnt d. wéi e Säckdréier: -(e)ran(ner) Adv.: «dahinein» — schëtt et d.! — d. schwätzen ech nët (darein mische ich mich nicht) — d. hu mir näischt ze soen; -(e)raus Adv.: «daraus» — ah, du kucks doeraus, da waard!; -rausser Adv.: «da heraus» do(e)rausser gët näischt (daraus wird nichts); -(e)rduurch, -duurcher Adv.: «dadurch, daher» — dat as d. komm datt ... - dat kënnt d. (dovun) (kausal) - he gät d. (übertrag.) 1) Schwierigkeiten, 2) Wetter; -erduurch Adv.: «da hindurch»; -(e)rënner Adv.: «darunter» — et läit dorënner: -erforter Adv.: 1) «von da her» — e koum vun d. — auch zeitlich 2) «von der Zeit an»; -(e)riw(w)er Adv.: «da herüber» (Greiveldingen -riff); -(e)rop(per), -robber, -enopper, doenobben Adv.: «da hinauf, da rauf» — klamm d. — lee den Apel doerop!; -(e)rof, -(e)rower Adv.: «da herunter» — géi d.! — bleif d.!; C. in andern adv. Verbind.: -banns Adv.: «mittlerweile»; -éinescht. d'éinescht Adv.: «vorhin» (zeitlich); -här (lok. Echt.) Adv.: in den Ra.: dohärgon (geschehen, sich ereignen) — oani Spektakel goung et nët dohär — mat eppes dohär gon, mat er Kiirmes, Hochzäit (immer daran denken) än dohär maachen (arg mitnehmen, drauf machen) — wi kënns de dohär? (vernachlässigt); -häärter (lok. Echt.) -hiärrter (Nordösl.) Adv.: «deswegen» — dat kënnt dohäärter (das kommt davon) — e gung d. wi wann d'Houner em d'Brutt gehollt hätten: -mat(-ter, -ten) Adv.: «damit» — d. geet d'Zäit erëm — d. as näischt ge- (ver-)brach — an d. ab (an Dapp) (basta!) — an d. Servitär (frz.: je suis votre serviteur) — domat läfs de nët wäit; -rëm Adv.: «darum» — in den Raa.: 't as mer nët d. Echt.: doarems (es liegt mir nicht viel dran) — 't as nach nët d. (zeitlich: es ist noch nicht um die Zeit); -rëms (lok. Echt.) Adv.: «aus diesem Grunde»; -un, -unner Adv.: «daran», neben dodrun, dorun — d. as keen Zweiwel — d. hun ech nët geduecht — wien as schold doerunner?; -vun(ner) Adv.: «davon, von dem» — d. schwätzt een nët, [Bd. 1, S. 214] bascht een nët — Ra.: (Echt.): heen as nët dovoan (das ist nicht seine Art); -zou Adv.: «dazu», neben derzou (s. d.), duerzou (s. d.) — dozou brengs de mech nët.
 
do- in unfesten, zusammengesetzten Verben: -bleiwen intr. Verb.: «an Ort und Stelle bleiben, zurückbleiben» — bleif do, ech kommen erëm! — en huet missen dobleiwen (Strafe für Schüler der Primärschule, die nach Schulschluß nachsitzen müssen); -halen trans. Verb.: «bei sich zurückbehalten» — ech koum nët fort, si hu mech dogehalen; -hun trans. Verb.: «auf, an, bei sich haben» — ech hat näischt do fir mech zu wieren; -loossen trans. Verb.: «zurücklassen»; -sin intr. Verb.: «an Ort und Stelle sein», auch übertragen — déck do sin (wohlhabend sein).
 
Do M.: «Tag» s. Dag — mam Do durch de Bësch kommen — tëschend Do an Nuecht — am Do an an der Nuecht — 't war nach nët Do — am Do (tagsüber) — maach dats de mam Do häm kënns (noch bei Tageslicht); dazu: des Do, dis Deg: «dieser Tage, kürzlich» — hie war des Do selwer hei; -léiner M.: «Taglöhner»; doléineren intr. Verb.: «als Taglöhner sein Leben verdienen»; -léinesch F.: «Taglöhnerin»; -léineschleit Pl. «Taglöhnerfamilie»; Doliicht N.: «Tageslicht» — 't kënnt dach nach eng Kéier un d'D. (es wird doch noch einmal bekannt) — dee kritt säi Liewen d'D. net méi ze gesinn (von einem Blinden oder lebenslänglich Verurteilten); -loun M.: «Tagelohn» — am D. schaffen — en décken, schappigen D. — Den D. nët verdengen, stielen — Echt. Ra.: Dolunn, Jolunn! (der Taglöhner muß dem Herrn gehorchen) — Kinderspiel: Die Mutter faßt das Kleinkind mit beiden Händen am Kopf, wobei sie diesen sachte hin- und herbewegt und singend spricht: Am Dolung, am Dolung — dann in schnellerer Bewegung: am Ganzen, am Ganzen (Anspielung auf Tagelohn und Akkordarbeit).
 
Dobréi M.: «Tölpel» (lok. Echt.).
 
docheren (sech), auch ducheren trans. Verb.: «zusammenkrümmen, niederbeugen» (vor Kälte, Schmerz, Alter) — den Alter duchert een — (s. duckelen) — se dochert noach esu dorëm (von einer alten Frau).
 
Doctrine F.: wie frz. doctrine 1) religiöser Orden — déi vun der Doctrine (Ton: 1 — für die Schulschwestern); 2) «Lehre, System».
 
Dodo neben:

 

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