LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Doud(e)skueb bis Roff (Bd. 1, Sp. 219a bis 220a)
 
-kueb (Dim.: -kiebchen) M.: «Todkranker» — En D. as e Vull fir d'Kaz — Echt.: esu en Duttskob! (armseliger Mensch); -nout F.: «Todesnöte»; -stonn F.: «Sterbestunde»; -streech M.: «Todesstreich»; -strof F.: «Todesstrafe»; -vull M.: s. Doudevull.
 
Doudegen, Pl.: Doudeg M.: «Toter» — Raa.: Déi D. kënnen sech net wieren — Den Dokter hëlt et vun de Liewegen, de Paschtouer vun den D. — déi D. léisst ä roueg (Tote soll man nicht verleumden) - Deutung des Totengeläutes: Déi Doudeg eran, déi Lieweg eraus; beim Kegelspiel: déi Doudeg eraus! (die beim Spiel umgeworfenen Kegel aus der Spielbahn nehmen).
 
doudeg Adj.: 1) «tot» — e war ganz d. (mausetot) — Echt.: sich dutt steerwen (spaßh.) — e wääss méi wéi en doudegt Schof — dee Fanger as ewéi d. — den duddigen Esel brijhelen (einen Unschuldigen seinen Zorn fühlen lassen) — en duddichen Hond an en duddichen Hoas lisst mer leien; 2) «totähnlich» — en doudegt Glidd (ein abgestorbenes, ertötetes Glied) — doudech Bloum (aus Papier, künstliche Blumen) — Echt.: esu en duddigen Geschmaach, en duddig Foarf (nichtssagend, leblos) — et richt esou d. hei (Aas-, Fäulnisgeruch); 3) «ohne Leben, leer, still» — Dat Bild do as d. — eng d. Stad — et war sou d. an der Kiirch; 4) von einer Wunde, die nicht mehr schmerzt; 5) «abgestorbenes Fleisch an einer Wunde», auch von einem Zahn, dessen Nerv abgetötet ist; 6) von umgeworfenen Kegeln — eng d. Käl.
 
douds Adv.: «zu Tode» — sech (ze) d. wonneren, iergeren — sich zu dudds geheien (Echt. — sich abhärmen) — sich zou douds schënnen (sich abrackern).
 
dougen refl. Verb.: «sich krümmen», (vor Schmerz) s. docheren.
 
Doulef s. Dollef.
 
Doum M.: «Dom» — 't as wéi wann eng Méck an den D. fléig (gar wenig).
 
Doum-: -här M.: «Domherr» — den Doumhärebau zu Éihnen — Raa.: (Mosel) den Doumhäirche (Dim.) roufen (wann et äner Fra, déi op em anre Stand as, an der Kierech iwel gët a se muss fortgeläd geen) — vgl. de Victor (oder ein anderer Heiliger) huet hir gewénkt — dem Doumhärche päifen (bei Trunkenen, die erbrechen müssen); -kapitel M.: 1) «Domkapitel»; 2) «herrische Hausfrau» — mäin D.; -villchen s. Dommvillchen.
 
Dous, Duss, Duuss Dim. Disschen, Déischen (phV.: Ostrand dus, du,s, du:s, Dim. 'disçən) F.: 1) «Dose, Büchse» — eng Tubaksd., Zockerd., Pefferd.; 2) «alte Frau» (verächtlich) — eng al D. (Rümelingen, Berdorf).
 
Dousel s. Dusel.
 
douselen intr. Verb.: «wie ein Betrunkener reden oder gehen» (Wb. 06).
 
dout (lok. phV. cf. Doud) Adj.: 1) «tot» — wann än d. as, dann as ët fir laang — sech d. laachen, saufen, kräischen — än d. maachen (töten) — spaßh. Beichte: Ech hu kän d. a kän lieweg gemaach, ma soss allerhant verstiicht — e koum hallef d. erëm; 2) «dürr, erstorben» — D. Holz; 3) von einer Wunde, die nicht mehr akut entzündet ist.
 
Dout- / dout- : -holz (Ton: 1) M.: 1) «abgeschnittenes Rebreis zum Weiterpflanzen» (Steckling im Weinberg); 2) «Blindholz, Dürrholz»; -schlag M.: «Totschlag» — op Muert an D. ous sin; -schléier M.: 1) «Schlagring», auch «Stock mit Bleikugel», frz. cassetête; 2) «gefährlicher Mensch»; 3) «starker Wein»; -schloen trans. Verb.: «totschlagen» — E wääss nët woumat en d'Zeit d. soll — ech schloen oder schlinn dech dout! (spaßh. Drohung); -sécher Adj.: «totsicher» (auch adverbial gebraucht); -voll Adj.: «sinnlos betrunken» (frz. ivre-mort).
 
Doyen (Ton: 1) M.: «Rangältester».
 
Draach M.: 1) «Drache»; 2) «Geistesschwäche», im bes.: a) «Dummheit» — den D. lassloossen (dumm handeln); b) «Abnehmen der Geisteskräfte im Greisenalter» — den alen D. kënnt un än (Echt.: schlouft, schläift hannert än, das Alter überkommt einen); 3) «dummer Mensch», bes. als Scheltwort: du D. do! — äich gestëmpelten D.! (ich Dummkopf!); 4) «Alpdrücken» — den alen D. (vgl. Dram, Séidraach); 5) «Hausdrache»; 6) «Papierdrache».
 
draacheg Adj.: «vorwitzig, dumm, tölpelhaft» — d. drakucken — en aalt, draachegt Framënsch.
 
Draachegkät F.: «tölpelhaftes Benehmen». [Bd. 1, S. 220]
 
Draachekapp M.: «dummer Mensch».
 
Draf I M.: «Traufe» — vum D. an den Drëpsschlag — Zussetz.: -schlag = Drëpsschlag.
 
Draf II F., Nösl.: M.: dro:f, dru:f: «grabenförmiger Rand eines Waldes» (z. Verhindern des Feuers), Zussetz.: Draftbäm Pl. M.: «Bäume, die am Rande des Waldes wachsen»; Drofholz N.: (dieses Holz ist zäher und widerstandsfähiger).
 
Draff, Draft I M.: «Milchschorf» auch Roff, s. d. Säuglingsausschlag im Gesicht, meist durch Genuß allzufetter Milch hervorgerufen. Solche Kinder wurden früher als besonders stark angesehen; nach der Volksmeinung darf der Ausschlag nicht durch Heilmittel vertrieben werden.

 

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