LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Doumhär bis drandrécken (Bd. 1, Sp. 219a bis 220b)
 
-här M.: «Domherr» — den Doumhärebau zu Éihnen — Raa.: (Mosel) den Doumhäirche (Dim.) roufen (wann et äner Fra, déi op em anre Stand as, an der Kierech iwel gët a se muss fortgeläd geen) — vgl. de Victor (oder ein anderer Heiliger) huet hir gewénkt — dem Doumhärche päifen (bei Trunkenen, die erbrechen müssen); -kapitel M.: 1) «Domkapitel»; 2) «herrische Hausfrau» — mäin D.; -villchen s. Dommvillchen.
 
Dous, Duss, Duuss Dim. Disschen, Déischen (phV.: Ostrand dus, du,s, du:s, Dim. 'disçən) F.: 1) «Dose, Büchse» — eng Tubaksd., Zockerd., Pefferd.; 2) «alte Frau» (verächtlich) — eng al D. (Rümelingen, Berdorf).
 
Dousel s. Dusel.
 
douselen intr. Verb.: «wie ein Betrunkener reden oder gehen» (Wb. 06).
 
dout (lok. phV. cf. Doud) Adj.: 1) «tot» — wann än d. as, dann as ët fir laang — sech d. laachen, saufen, kräischen — än d. maachen (töten) — spaßh. Beichte: Ech hu kän d. a kän lieweg gemaach, ma soss allerhant verstiicht — e koum hallef d. erëm; 2) «dürr, erstorben» — D. Holz; 3) von einer Wunde, die nicht mehr akut entzündet ist.
 
Dout- / dout- : -holz (Ton: 1) M.: 1) «abgeschnittenes Rebreis zum Weiterpflanzen» (Steckling im Weinberg); 2) «Blindholz, Dürrholz»; -schlag M.: «Totschlag» — op Muert an D. ous sin; -schléier M.: 1) «Schlagring», auch «Stock mit Bleikugel», frz. cassetête; 2) «gefährlicher Mensch»; 3) «starker Wein»; -schloen trans. Verb.: «totschlagen» — E wääss nët woumat en d'Zeit d. soll — ech schloen oder schlinn dech dout! (spaßh. Drohung); -sécher Adj.: «totsicher» (auch adverbial gebraucht); -voll Adj.: «sinnlos betrunken» (frz. ivre-mort).
 
Doyen (Ton: 1) M.: «Rangältester».
 
Draach M.: 1) «Drache»; 2) «Geistesschwäche», im bes.: a) «Dummheit» — den D. lassloossen (dumm handeln); b) «Abnehmen der Geisteskräfte im Greisenalter» — den alen D. kënnt un än (Echt.: schlouft, schläift hannert än, das Alter überkommt einen); 3) «dummer Mensch», bes. als Scheltwort: du D. do! — äich gestëmpelten D.! (ich Dummkopf!); 4) «Alpdrücken» — den alen D. (vgl. Dram, Séidraach); 5) «Hausdrache»; 6) «Papierdrache».
 
draacheg Adj.: «vorwitzig, dumm, tölpelhaft» — d. drakucken — en aalt, draachegt Framënsch.
 
Draachegkät F.: «tölpelhaftes Benehmen». [Bd. 1, S. 220]
 
Draachekapp M.: «dummer Mensch».
 
Draf I M.: «Traufe» — vum D. an den Drëpsschlag — Zussetz.: -schlag = Drëpsschlag.
 
Draf II F., Nösl.: M.: dro:f, dru:f: «grabenförmiger Rand eines Waldes» (z. Verhindern des Feuers), Zussetz.: Draftbäm Pl. M.: «Bäume, die am Rande des Waldes wachsen»; Drofholz N.: (dieses Holz ist zäher und widerstandsfähiger).
 
Draff, Draft I M.: «Milchschorf» auch Roff, s. d. Säuglingsausschlag im Gesicht, meist durch Genuß allzufetter Milch hervorgerufen. Solche Kinder wurden früher als besonders stark angesehen; nach der Volksmeinung darf der Ausschlag nicht durch Heilmittel vertrieben werden.
 
Draff, Draft II M. (u. F.): 1) «Stromschnelle» auch Drëft, stärker Strengt s. Wier; 2) «Trieb, Antrieb, kräftiges Wachstum» — auch: Draaft — Nösl.: Driff — 't as dest Jor en D. un de Riewen — 't as kän D. derhannert; 3) «Landzunge, enge Strippe zwischen zwei Äckern» (zur Ableitung des Wassers), auch Strëpp.
 
Dragée (Ton: 1) F.: «mit Zucker überzogene Mandel» (wird bei einer Kindtaufe verteilt) s. Dafzocker.
 
Dragouner, -gunner M.: 1) «Dragoner»; 2) «Frühlings-Fünffingerkraut» (bot.) Potentilla verna; 3) «Bertram-Schafgarbe» (bot.) Achillea Ptarmica; 4) «-Estragon» (bot.) Artemisia Dracunculus, auch Kornischongskraut; 5) «Mannweib» auch Husar (Ton: 1) — e Kichendragouner, Stalldr.
 
Dram, Drom (phV.: Nordösl. drO:m bisw. drO:am) M.: 1) «Traum» — 't fällt mer nët am D. an — 't kënnt mer wéi en D. vir — dat do war ëmmer mäin D.; 2) «Schlafmütze, Dummkopf» — en alen D. — du D. do!
 
Drama N.: «Drama» — e mëcht aus allem en D.
 
Dram-: -buch N.: «Traumbuch»; -däiter M.: «Traumdeuter»; -dëschtel F.: «gemeine Eberwurz» (bot.) Carlina vulgaris; -dillechen M.: En huet mer en D. ugedon auch: en huet mer en Ouer vum Kapp geschwat (lästiges, unaufhörliches Drängen).
 
dran (immer mit kurzem a) Adv.: 1) «drinnen» — as dat nach dran (ist das möglich?); 2) «drein, hinein» (in dieser Bed. in Stadtlx. gerne gedehnt: dra:n); cf. an — der Südwesten hat häufig drOOn, dra:un.
 
dra(n)- (z. Ausfall des n s. Fußn- S. 5); der Ton liegt meist auf dem Präfix; -bäissen intr. Verb.: «hineinbeißen»; -drécken trans. Verb.: «einem die Schuld zuschieben, hineindrücken»;

 

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