LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Dräizack bis Dreckspuddel (Bd. 1, Sp. 222b bis 224a)
 
-zack M.: «Karst mit 3 Spitzen»; -zäppeg Adj.: «dreizapfig»; -zeep (lok. Echt.) Flurn. «Dreizipfel», Waldparzelle (Echternacherbrück); -zëlleg Adj.: «drei Zoll lang» — dräizëlleg [Bd. 1, S. 223] Neel; -zéng Num.: «dreizehn» — Nösl.: drëckzéin = Unglückszahl. — Wenn d. zu Tisch sitzen, stirbt binnen Jahresfrist derjenige, der unter dem Spiegel sitzt — d. grued si loossen (sehr versöhnlich, verträglich sein) — d. fir d'Dosen (s. Bäckesch, Rëmreger, Sierker Dosen) — den dräizingten op d'Welt kom sin (ein Pechvogel sein — s. Appostel).
 
dräineg Adj.: «faul» — Wb. 06.
 
drämen, dremen intr. Verb.: «träumen» — dat do hat ech mer nët gedräämt — um hellen Dag d.
 
Drämert M.: «Träumer, Faulpelz», dazu: Drämesch F.: «Träumerin».
 
Dränk F.: 1) «Viehtränke» — d'Véi op d'D. dreiwen; 2) «Gelegenheit, bei welcher jemand viel zum besten gibt (Wahlmanöver)».
 
dränken trans. Verb.: 1) «tränken, zur Tränke führen»; 2) «zum besten geben» — Ra. (Echt.): Wen se dränkt, dem säin se zougedoun — deen dränkt, bei deem et klénkt; 3) «tränken» (von Stoffen z. B.) — de Mantel as mat gät gedränkt firr dat e . . . (Ösl.).
 
dräseg Adj. — s. dréiseg.
 
Dräsert M.: «Verschlafener Mensch» — s. Drasi.
 
Drätzel (lok. Echt.) F.: «kräftiges Frauenzimmer».
 
dréchen, drëchen Adj.: «trocken» — Spw.: En d. Jor micht kän Deirecht (bréngt allerhand Verenerongen beim Gedéiesch, Echt.) — Raa.: D. ewéi e Schwiewelspoun, wéi Ros (in der Wabe), wéi en Nosskär, wéi Stëps, wéi en Niklosaasch — en huet kän d. Fuedem un sech — E Kand d. leën — Mer hun de Wiirt d. gedronk — Nët d. hannert den Oueren sin (von Halbwüchsigen) — En d. Kärel, där Drechener än (langweiliger Mensch, auch für einen, der nur gelegentl. ein Witzwort einwirft) — e kënnt esou d. dermat gefaren (von jemand, der eine Bemerkung macht, die darum als Witz wirkt, weil man es von ihm nicht erwartet) — Eng d. Liewer hun (von einem Trinker) — Ech sin op d. Land (meine Schulden sind bezahlt) — Um dréchene sëtzen (mittellos sein).
 
Dréche(n)- / dréche(n)-: -faul Adj.: «trocken-faul» d. h. ausgedörrt durch den Sauerwurm (z. B. bei Kartoffeln, Trauben); -haischen (-sç-/-sən) N.: «Räucherkammer» — s. Flääsch-, Speckhaischen; -kummer F.: «Trockenkammer»; -späicher M.: «Trockenspeicher».
 
dréchenen trans. Verb.: «trockenen» — Fudder, Fudrasch d. — Wäsch d.
 
Dréchent, Drécht F.: «Trockenheit, Trockenheitsperiode» — eng D. mecht keng Deirecht — in ders. Bed. auch als N. gebraucht: D. micht mi Schoad wi daat Naasst (Echt. sagt das Gegenteil — d. h. es kommt auf die Bodenbeschaffenheit an).
 
drechselen trans. Verb.: 1) «drechseln» — s. dréischelen; 2) «von einer Kleinbeschäftigung» — wat drechsels de nammel?
 
Drechseler M.: «Drechsler» — Wb. 06, s. Tourneur, Dréischeler, Drischeler.
 
Dreck, Drek (Ost.) Pl.: Drecker, Dreker M.: 1) «Kot, Exkremente» — Raa.: hie géif säin egenen D. friessen (sehr geizig sein) — elo hues de däi leschten D. gemaacht! — Spww.: Wat än den D. méi réiert, wat e méi sténkt — wann den D. Mëscht gët, da wëllt e geféiert gin (von einem Emporkömmling) — d'Affekoten ditten klän Drecker maachen, wären d'Leit nët esu domm; 2) «Unrat, Unreinlichkeit, Schlamm» auch «aufgeweichter Straßenkot» (auch im übtr. Sinn) — Spww.: Sprangen déi Prümer (déi zu Prüm) am Stëps, da sprangen déi Eechternacher (déi zu Eechternach) am D. (von den Springprozessionen zu Groß-Prüm am Himmelsfahrtstag und zu Echternach am Pfingstdienstag) — Raa.: E stät do wéi d'Kand beim D. (einer Sache hilflos gegenüberstehen) — Ech hun dir d'Kanner aus dem D. gezillt, gezun — Tëschen zwä Still am D. sëtzen (durch Unentschlossenheit einen Verlust erleiden) — Do stecht (leit) d'Kar am D. — d'Geld an den D. werfen (nutzlos verschwenden) — Dem D. eng Ouerfei gin (hereinfallen) — All D. fënd sei Gesell, auch: Den D. leeft, bis en ze- summen kënnt (gleich und gleich gesellt sich gern) — Wann än selwer D. um Bengel huet, soll än nët bei aner schnoffele gon — Den D. frësst en (von einem verwahrlosten Menschen) — Den D. mecht fett, sot d'Fra — e schlechte Bauer, den d'Joer keng zéng Pond Dreck verdréit; 3) «Eiter» — d'Wonn zéit nach D.(eitert noch) — 'T huet sech D. an der Wonn gezillt; 4) «Unkraut» — 'T as vill D. an der Fruucht; 5) «Kunstdünger»; 6) «Regen, Tauwetter» — 't get D.! — s. Drecksvull — d'Mais hun den D. gefriess (sagen die Kinder, wenn es nach regnerischem, schmutzigen Wetter plötzlich friert); 7) «Schundware» auch: «lästige Aufgabe» — Dat as mer e schéinen D.! — 't as preiseschen [Bd. 1, S. 224] D.! (vor ca. 50 Jahren, als die deutschen Massenfabrikate «billig und schlecht», wenig taugten) heute hört man bisweilen: 't as belschen D. — Ech wëllt, ech wär mol ferdeg mat dem D.!; 8) «Kleinigkeit, rein nichts» — Fir all D. béis gin, laachen — Du mengs wuel, ech wär D.! — en D. och! (abweisend) — Du kris en alen, klengen D.!
 
Dreckelchen, Osten Drekelchen M.: «kleiner Dreck» — Dim. zu Dreck — Du kriss en D. an enger Lëmpchen (zu einem anspruchsvollen Kind).
 
Drecks- (Ausfall des s vor einfacher s - Konsonanz) -ämer, -emer M.: «Mülleimer»; -biischt F.: «walzenartige Bürste, die zur Straßenreinigung benutzt wird»; -eller F.: «Elritze» (Fischart) s. -panz; -faarf F.: «kotähnliche» auch «minderwertige Farbe»; -kaul F.: «vertiefte Schuttablagerungsstelle» s. -tipp; -këscht F.: «Kehrichtkasten» — 't as gutt fir an d'D.; -krécher M.: «gemeiner Pferdekäfer» s. d. folg. — s. Päärdskrecher; -kriwweler M.: 1) wie das vor.; 2) «Stänkerer» s. -triwweler; -mann M.: «Arbeiter der Müllabfuhr» s. -teimer; -nascht N.: «Schmutznest»; -panz F.: 1) «Elritze» (Fischart) s. -tänz, -eller; 2) «unsauberer Mensch» — s. -puddel, -sak; -proféit M.: «Unglücksprophet, Wettermacher»; -puddel M.: «unsauberer Mensch» Dim.: -piddelchen M.: «unsauberes Kind» meist von kleinen Mädchen gesagt;

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut