LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Drekelchen bis Dréi (Bd. 1, Sp. 224a bis 225a)
 
Drekelchen M.: «kleiner Dreck» — Dim. zu Dreck — Du kriss en D. an enger Lëmpchen (zu einem anspruchsvollen Kind).
 
Drecks- (Ausfall des s vor einfacher s - Konsonanz) -ämer, -emer M.: «Mülleimer»; -biischt F.: «walzenartige Bürste, die zur Straßenreinigung benutzt wird»; -eller F.: «Elritze» (Fischart) s. -panz; -faarf F.: «kotähnliche» auch «minderwertige Farbe»; -kaul F.: «vertiefte Schuttablagerungsstelle» s. -tipp; -këscht F.: «Kehrichtkasten» — 't as gutt fir an d'D.; -krécher M.: «gemeiner Pferdekäfer» s. d. folg. — s. Päärdskrecher; -kriwweler M.: 1) wie das vor.; 2) «Stänkerer» s. -triwweler; -mann M.: «Arbeiter der Müllabfuhr» s. -teimer; -nascht N.: «Schmutznest»; -panz F.: 1) «Elritze» (Fischart) s. -tänz, -eller; 2) «unsauberer Mensch» — s. -puddel, -sak; -proféit M.: «Unglücksprophet, Wettermacher»; -puddel M.: «unsauberer Mensch» Dim.: -piddelchen M.: «unsauberes Kind» meist von kleinen Mädchen gesagt; -sak M.: «schmutziger Mensch» meist übertragen; -schlap F.: «Bitterling» (Fischart) — s. Daimchen, Schneider; -tänz(er) M.: s. -panz; -teimer M.: 1) «Wagen der Müllabfuhr»; 2) «Arbeiter der Müllabfuhr» — s. -mann; -tipp M.: «Art Wall, der durch regelmäßige Müllabfuhr gebildet wird»; -triwweler M.: «unsauberer Mensch, Stänkerer» s. -kriwweler; -tut F.: «Schlampe»; -vull M.: «Wiedehopf» auch ortsweise «Amsel» - 't gët Reen, wann d'Drecksvulle päifen (für pfeifenden, meist falsch, schlecht pfeifenden Knaben) — En D., dee säin ägent Nascht beschäisst (von charakterlosem Menschen, der die eigene Familie verleumdet); -wuer F.: «Schundware».
 
dreckeg, drekig Adj.: 1) «kotig, mit Dreck besudelt» — Du hues deng Schong d. gemaach — D. Kou, d. Mëllech; 2) «unzuverlässig, unmoralisch» — En d. Kärel, Mosjhie (Ton: 1), Hond — Eng d. Affär (unsaubere Sache) — Eng d. Laach (hämisches Lachen) — Adv.: laach nët esou d. — Ablt.: Dreckegkät F.: «ungebührliches Handeln».
 
Dreckerei F.: «Kleinigkeit» — s. Dreckserei.
 
drecksen unpersönl. V.: «regnen» — s. fuselen.
 
Dreckserei F.: 1) «unsaubere Arbeit»; 2) «Unflätigkeit, unkeusche Handlung» — cf. Knaschtert.
 
Drecksert M.: 1) «Mensch von schlechten Sitten» (cf. das vor. sub 2); 2) «leichter Regen, der die Erde aufweicht».
 
drécken Verb.: A) trans./intr.: 1) «drücken» — engem än hannebäi d. (Fußtritt) — Op e Knapp d. — Engem d'Hand d. — sech léif d. — Engem eppes (an d'Hand) d. (ein Trinkgeld geben, bestechen) — Falsch d. (im Kartenspiel, weglegen) — Engem et d. (gehörig die Wahrheit sagen) — engem eppes duer d. (vorwerfen) — än op d'A d. (betrügen) — eppes op än d. (jemanden die Schuld zuschieben, auf ihn abwälzen) — Sech d. a quëtschen (sich Entbehrungen auferlegen) — En as ganz gedréckt (moralisch und finanziell) — Klänschen drécke goen (Bittgänge machen); 2) «drucken» — wou stät dat gedréckt? (was du sagst, stimmt nicht, ist keine Vorschrift) — Léien wéi gedréckt — Kalenneren d. (sich Sorgen machen); B) refl.: 1) «einer Sache ausweichen, verschwinden» — Sech laanscht d'Arbecht d. — En huet sech gedréckt (ist verschwunden) — den Hues huet sech gedréckt (hat sich versteckt); 2) «sich schlafen legen» — en as sech fir e puer Stonnen d.
 
Drécken M.: «Drücken» — mat Drécken an Quëtschen.
 
Drécker I M.: 1) «Drucker»; 2) «Türgriff»; 3) «Drückeberger»; 4) (auch -t) «einer der mit Kleinarbeit seine Zeit verbringt» — En D. beim Iessen, en D. bei der Arbecht (langsam beim Essen, langsam bei der Arbeit); 5) «asthmatisches Pferd, das schwer anzieht» — s. dämpech — in dieser Bedeutung manchmal die Form: Dreckert ebenso für 6) «Geizhals» — En Dubbelendrecker(t).
 
Dréckerei F.: «Druckerei».
 
Dréckes N.: 1) «Druckfertiges» — et war kän Dréckes méi do; 2) «Geld».
 
Dréckes Vorname: «Fredericus».
 
Dreeft F.: «Stromschnelle» — s. Draff(t) II sub 1.
 
Dreesch F.: s. Dréisch.
 
Dreetchen, Dréitchen, Osten: Dritchen M.: «kleiner, feiner Draht» — Dim. zu: Drot. [Bd. 1, S. 225]
 
Dréi I (lok. phV. Osten dri; Westen drein, Nordostösling sporadisch drin, driŋ) F.: 1) «irgend etwas, das gedreht wird» (z. B. Kurbel); 2) «Schnarre, Rassel» (s. Laisklecker, Jharr); 3) «Merkmal im Wald» (durch Umbiegen von Zweigen).

 

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