LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Drëpsnilles bis drillen (Bd. 1, Sp. 227a bis 228b)
 
-nilles M.: s. -drilles; -nues F.: «Feucht- nase»; -schlag M.: «Regentropfen, die vom Dach fallen, Traufe» — s. Daachtraf — 't gët Reen, den D. geet (bei feuchtem Wetter) — en Tännebam am D. (eines andern Baumes) wiist nët — Raa.: wee fir Edem wëllt goen, dee muss aacht Deg können am D. stoen — en huet him den D. duer gekéiert (der D. gab häufig Anlaß zu langwierigen Prozessen zwischen Nachbarn) — am D. stoen (sich zum Schutz gegen eine Mauer stellen, wobei die Regentropfen vom Dach einen doch erreichen); -tinnes M.: s. -drilles, -nilles — In einem Volkslied heißt es: Ech sin dem Drëppsnilles säi Jong vun der Heed; -wäin M.: «was aus der Kelter nachtropft», Drëpsenzieler M.: «Tropfenzähler» (kleine Flasche mit besonderem Ausgußschnabel), auch übtr.: für kleinlichen Menschen.
 
drëpseg Adj.: s. dribseg.
 
drëpsen intr. Verb.: «tropfen, träufeln» — de Krunn drëpst — seng Nues drëpst wéi en Hunnegsak — Raa.: wou ët reent op de Paschtouer, do drëpst ët op de Koschter — wann ët nët reent, dann drëpst ët alt (von sehr geringen Einkünften) — hei kënnt e gedrëpst (langsam heranschlendern).
 
Drëpsert M.: 1) «verschlafener, energieloser Mensch»; 2) «wer den Hahn der Wasserleitung ganz wenig aufdreht, daß der Zähler nicht markiert»; 3) «Tripper» (med.); 4) «Nasenlaufen».
 
Dresch F.: 1) «Dreschmaschine»; 2) «das Dreschen» — elo wou mer d'Dresch gemaach hun — Zussetz.: Dresch- -fligel, -fléiwel (lok. Südosten) -fleel (Nösl.) M.: «Dreschflegel»; -gank M.: «Rundgang der Pferde am Göpel» — s. Manäsch; -maschinn «Dreschmaschine».
 
dreschen (lok. phV. — s. Ltb. 20) trans./intr. Verb.: 1) «dreschen» (Getreide auskörnen mit dem Flegel oder der Dreschmaschine); 2) «sich eilig bewegen» — Echt.: gedreescht kommen (schnell kommen) meistens: en as gedosch komm; 3) «stark prügeln»; 4) «Karten spielen».
 
Drescher M.: «Drescher» (Getreidedrescher), dazu die Zussetz.; D.-loun M.: «Drescherlohn».
 
drësseg Num.: «dreißig» — d. Jor — an den drësseger (mit Bezug auf das Alter eines Menschen oder das Jahrhundert) — Raa.: den drëssegjärege Krich as erlaanscht (nach dreißigjähriger Ehe) — no drësseg nach ausrësseg (er hat sich die Hörner noch nicht abgelaufen).
 
dresséieren trans. Verb.: «dressieren» — e Juegdhond, Héngerhond d. — seng Fra huet hie gutt dresséiert — deen Hond as op de Mann dresséiert (von einem Polizeihund, der auf Kommando einen Menschen angreift) — en Hoan dresséieren (einen Hahn fertigmachen zum Braten) cf. frz. trousser.
 
Dresseur (Ton: 1) M.: 1) «Tierbändiger»; 2) «Zurichter in der Handschuhfabrikation». [Bd. 1, S. 228]
 
Dressisschaf «Art Küchenschrank» s. Dressoir.
 
Dressoir M.: «Anrichte» — frz. dressoir — s. Buffet.
 
Dressur (phV. Osten drə'zur) F.: «Dressur».
 
drëtt, alt dratt ordin. Zahlwort: «dritt» (flektiert wie ein gew. Adj.) — deen drëtten an der éischter Rei — den drëtten Abrëll — d'Meedchen as dat d. an der Schoul — zum éischten, zum zwäten, zum drëtten (Aufgebot bei Auktionen) — ech soen der et fir d'd. (zum dritten Mal) — mir brauchen nach en drëtte Mann (beim Skat) — bisw.: mir waren zu d. (statt: zu dräi, eiser dräi) — den dratten Uerden (der dritte Orden des hl. Franziskus).
 
Drëttel M.: «Drittel, Dritteil» — en D. Muergen, en D. Land (0,11 ha).
 
drëttens Adv.: «drittens».
 
Drëtter M.: 1) «Ziffer drei» — en Dr. molen — en huet nach e klengen D. kritt (eine noch eben genügende Nummer in der Schule); 2) «Dreischlag beim Dreschen» (mit dem Flegel) — den D. schloen (auch in der Bedeutung: eilig laufen).
 
drëtthallef Num.: «drittehalb» (zwei und einhalb).
 
Drëttchen F.: «die Drei beim Kartenspiel».
 
Dribsal F.: «Trübsal» nur in der Verbindung: D. op den Noute blosen.
 
dribseg, driibsig Adj.: «trübsinnig» — e kuckt esou d. dran — en dribsegt Wieder — wann d'Henger d. sin, da gin se kappott.
 
dribséilig Adj.: «trübselig, armselig» s. d. vor. — en aremen, dribséiligen Kärel.
 
Dribséilegkät, Dribsilligkät F.: «Armseligkeit» — voa lauter Dr. nët op de Bän halen (Echt.).
 
Driff M.: «Trieb, Antrieb» — s. Draff — en huet den D. zu näischt, 't as kän D. un him, en huet kän D. u sich (er hat keine Energie).
 
Driicht F.: «Rasenweg, auf dem das Vieh getrieben wird, Trift» — s. Weidwee — häufig. Flurn.; Zuss.: Driichtrecht N.: «Passagerecht des Viehes» — Driichterbiren Pl.: «die auf die D. gefallenen Birnen» (In den meisten Dörfern, besonders im Ösling, wurden früher ein oder zwei große und breite Feldwege liegen gelassen, um die Herden (Rindvieh, Schafe), ohne die angrenzenden Felder zu beschädigen, auszutreiben. An den Rändern dieser Wege (Driicht) wurden von den Eigentümern der anstoßenden Felder hauptsächlich Birnbäume angepflanzt. Alle Birnen, die auf die Driicht fielen, wurden von jung und alt als Gemeingut, weil auf Gemeindeeigentum liegend, aufgelesen. Daher der Name).
 
Dril M.: «Triel, Erdbracher» Burhinus oedicnemus oedicnemus (Vogelart).
 
Drill M.: «Drill» — preisischen D. (preußischer Drill) — en huet kän D. (ist schlecht erzogen).
 
drillen trans. Verb.: «drillen» — 1) einüben, schinden — d'Zaldoten si gutt gedrillt; 2) mit der Maschine in Reihen säen.

 

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