LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Dro- bis dropgin (Bd. 1, Sp. 229a bis 230b)
 
Dro-: -bam M.: 1) «Tragbaum» (Holzstück mit eisernen Haken zum Befördern von leeren Fässern); 2) «Träger» (Drechslersprache); -band N.: 1) «Tragband»; 2) «Hängeeisen» (Schlossersprache); -bei F.: «Arbeitsbiene»; -bier F.: «Tragbahre» — en as dem Äfalt vun der D. (aus der Hatt) gefall (er ist sehr dumm); -dunn F.: 1) «Stützbalken, Unterzug» (Balken, der unter einen andern gezogen wird, Zimmermannssprache) s. Ënnerzuch; 2) «Querbalken»; 3) «Torriegel» (Ga.); 4) «Blattstück» (Ga.); -patt F. Pl.: -en: «Fruchtknospe;» -rimm M.: «Tragriemen»; -sëtz F.: «Tragsessel, Sänfte»; -stän M.: «Anlauf» (herausstehender Wölbstein der unteren Kragen) (arch.).
 
Drock M.: 1) «Druck» — ech hun esou en D. am Kapp — staarken D. (in der Wasser-, der Gasleitung) — 't as nët D. genug am Gas — än ënner D. setzen (ihn bedrängen) — s. Bluttdrock — en huet staarke Bluttdrock (ist arg verschuldet); 2) «das Gedruckte, der Druck».
 
Drockfeler M.: «Druckfehler».
 
Drockwierk N.: «Druckwerk» (z. B. bei einer Kelter).
 
Droëcht Osten: Droicht, Ösling: Drait F.: 1) «das Tragen, 2) das Getragene» — hat hat eng sching Drait, 't mängt ä nët, dat et annëschter wirr (von der Schwangerschaft) s. Druecht.
 
droen, dron trans. Verb.: Flexion und phV.: Inf. Westen: drouen; Ind. Präs.: ech dro(e)n, du dréis, hien dréit, mir dro(e)n, dir drot, si dro(e)n; Osten: du dräs, heen drät, mir, si drinn; Ostösl.: hän drikt; Part. Prät.: gedro(e)n, gedro; Westen: gedrouen, gedrou; Prät.: Ind. ich drouch (ç), druch (ç) im Nordösling; Konj.: ich dréich, drich im Nordösling1) «tragen», reflex. auch «sich kleiden» — hien dréit de Kapp héich (ist stolz) — en as nët Scheefche, wéi e Woll dréit, wi drickt e Woll (er ist nicht so harmlos, wie er sich gibt) — dee Stoft dréit sech gutt (hält Form und Farbe) — si dréit sech opfälleg (ist auffallend gekleidet) — Trauer dr. (Trauerkleider tragen) — s. Hand, Holzschniddeschfra — Bei Begräbnissen: Wien huet gedroen? (wer hat den Sarg zum Grab getragen? Die Dréier wurden nach bestimmten Traditionen aus der Nachbarschaft gewählt); 2) «schwanger, trächtig sein» — et drickt sching (Ösling: von einer schwangeren Frau) — déi Kou dréit héich (ist hochträchtig); 3) «Frucht tragen» — dee Bam dréit nët.
 
Droff F.: «Hefe» (trüber Bodensatz bei Flüssigkeiten) — Wb. 06 — s. Drouf, Virschotz.
 
droleg, drolig Adj.: «wunderlich, seltsam» — Wat méchs du fir en droligt Gesiicht! — dr. am Kapp (geistig nicht ganz normal) — eng d. Geschicht, Affär (drollig oder wunderlich) — hat as en drolegt — en drolechen Appostel, Kauz (wunderlich) — eng d. Luucht (sonderbare Stimmung, Atmosphäre).
 
Drog F. meist nur im Pl.: «Drogen» — Drogen huelen.
 
drogéieren (sech) refl. Verb.: «wie frz. droguer» — en drogéiert sech (er nimmt Rauschgifte).
 
Drogerie (Ton: 3) F.: «Drogerie», frz. droguerie.
 
Drogist (Ton: 2) M.: «Drogist», frz. droguiste.
 
Dronk (lok. phV. cf. Ltb. 45) M.: 1) «Trunk» (das Trinken) — e léisst den D. nët — en huet den D. gespiirt (er war etwas betrunken); 2) «das, was getrunken wird» — en huet den D. vergiess (an der Mosel: der Haustrunk, Tresterwein, Pick, sonst Obstwein, Viz) — en huet e schlechten D. gedoen — In diesem Sinne oft für a) Heiltrank, b) Gifttrank — en D. kachen, brauen — en D. aginn (Gift) Brautdronk = süßer Wein, welcher den Hochzeitsgästen vor dem Kirchgang gereicht wird, im Winter meist warm, als Glühwein; 3) «Trunkenheit, Rausch» — s. Soff — Raa.: am D. sin d'Leit geckeg — e gudden, rouigen, gemittlechen D. hun (gutmütig im Rausch sein) — kä kammouten, e verdrësslechen, uergen, wéischten, béisen D. hun (streitsüchtig im Rausch sein) — en armséilegen D. hun (das «heulende Elend» haben) — en huet ët am D. gemaach — am D. gesot, niichter geduecht — beim D. gët vill geschwat.
 
dronkeg, -ig Adj., auch substant. gebraucht: «schwindlig», auch bisw. «trunken, betrunken» — 't as mër ganz d. am Kapp — Ra.: engem Dronkege gät e Fudder Hä aus dem Wee [Bd. 1, S. 230] (Betrunkenen weicht man aus) — s. dronken, voll.
 
dronken Adj.: «betrunken, schwindlig» — en as d. wéi en Hénkel — Spw.: d. Rieden, (a)niichter Gedanken (im Rausch werden die innersten Gedanken offenbar) — hie léit, dat ët engem d. vrun den Ae gët (er lügt, daß einem schwindlig vor den Augen wird) — s. dronkeg, voll.
 
Dronke(n)-: -ellen (Osten -elen) Pl.: 1) «Schwindelgefühl»; 2) «Anwandlung schlimmer Ahnungen, große Angst» in der Ra.: d'D. gounge mër aus (es wurde mir ganz bange) — Honnert Dronkenelen säi mer ausgaangen (Echt.); 3) «Todesangst, Todeskampf», Echt.: e läit an den Dronkenelen (er liegt im Todeskampf); -fruucht F.: «Taumellolch» bot. s. auch d. folg. — Lolium temulentum; -kar, -kuer F.: wie d. vor.; -männchen M.: Name in einem Kinderspiel: kleine Mädchen drehen sich schnell um sich selbst, so daß die Röcke tonnenartig aufbauschen; eines nach dem andern kauert sich nieder und singt dabei: Dronkemännchen, Birenzännchen, Bauch, Bauchbiitchen.
 
dronterëm Adv.: «rundherum, durcheinander» — 't gät mer alles d. am Koap (es ist mir schwindlig im Kopf, Echt. — s. ronderëm).
 
droo(n) Adv. — s. dran.
 
drop Adv.: «darauf, drauf» — drop gung en un (zeitlich) — Raa.: hien as d. aus (besiess) ewéi de Bock op d'Gääss, ewéi der Däiwel op eng arem Séil, ewéi d'Gääss op d'Huewer, ewéi d'Kaz op d'Maus (op d'séiss Mëllech, op de Speck) — ech fleten (päifen, schäissen) der d. (ich verzichte drauf) — do kanns de Gëft d. huelen (das ist totsicher) — en huet ët d. ugekéiert, dat . . . (er hat der Sache eine derartige Wendung gegeben, daß . . .) — ech späizen nët d. (ich habe das gern) — lo kriss d'eng d. (du bekommst Hiebe oder: die richtige Antwort) — ech bestinn d. (ich bestehe drauf) — 't kënnt nët d. un (das spielt keine Rolle — wir haben's ja!) — mër kënnen ët roueg d. ukomme loossen (wir brauchen nichts dagegen zu unternehmen, wir können ruhig abwarten) — e gët sich ëppes d. zou (er bildet sich etwas darauf ein) — en as d. an drun ze kommen, 't as d. an drun, dat hie kënnt (er wird gleich da sein) — en as uewen d. (er ist aus den Schulden heraus, er ist in guten Verhältnissen).
 
drop- / Drop- (in mehr oder weniger fester Verbindung) -anderwidder M.: «energischer Mensch, Draufgänger» — esu en D. (von einem Dienstmädchen, das wohl tüchtig zu arbeiten versteht, es aber nicht sehr genau nimmt) — e schafft drop an derwidder (er arbeitet unermüdlich drauf los); -gänger M.: «Draufgänger»; -gin trans. Verb.: 1) (Ton: 1) «Hiebe erteilen» — ech gin der eng d.; 2) (Ton: 1) «schlagfertig antworten»; 3) (Ton: 1) «hinzulegen» — du muss nach eppes klengs dropgin; 4) (Ton: 2) «Wert darauf legen» — ech gi(n) näischt d. (ich lege der Sache keine Bedeutung bei — ich glaube es nicht);

 

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