LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Dubbel bis Duckhéngchen (Bd. 1, Sp. 234a bis 235b)
 
Dubbel, Dim.: s. Dibbelchen M.: 1) «Duplex, kleine Münze» frz. double, denier, liard — Kinderreim: Sechs Äppel fir en D. sin d'Schiele nët wäärt, Déi Schëfflénger Medercher sin d'Kësse nët wäärt — vum Steiwer op den D. kommen (immer ärmer werden — der D., eine französische Münze aus dem Ende des XVII. Jahrhunderts, entsprach dem Wert vonStüber) — är Dubble kréie Bän (euer Geld kriegt Beine) — Deen huet méi Dubbelen am Schaf, wi seng Kéi Kléi am Raf (von einem geizigen Bauer, der sein Vieh im Füttern vernachlässigt); 2) «Geld» — Raa.: den D. hun (viel Geld haben) — Dubblen drécken auch sein Dubblen zerot halen (Echt.) oder seng Dubbele beienän halen (sehr geizig sein).
 
Dubbelendrécker s. Dubbelsdrécker.
 
Dubbels- / dubbels-: -drécker M.: «Geizhals» s. d. f. Ds.quëtscher und Dubbelend.; -krimmer (Echt.) s. d. vor.; -no Adv. «bis auf den letzten Heller» — (bäi) d. bezuelen, rechnen; -quëtscher (Echt.) s. Ds.drécker.
 
dubberen intr. Verb.: 1) «poltern, auf einen Bretterboden fest auftreten»; 2) unpers. «Vorwürfe absetzen» — wann de Papp driwer kënnt, dann dubbert ët — s. Gedibber, Gedubbers — cf. erd., iwerd.
 
Dublee, Doublé M.: «goldplattiertes Metall, Halbgold», frz. doublé — D. as däitscht Gold — 't as nëmmen D. — s. Trompettegold.
 
dubléieren trans. Verb.: «verdoppeln», frz. doubler, Wb. 06: duebléieren; 1) den Einsatz verdoppeln; 2) eine Schulklasse zweimal mitmachen nach Mißerfolg im ersten Jahr — cf. Kattubbel.
 
Dublett F.: 1) «Dublette» (zwei Stück Wild mit einem Schuß erlegen) — eng D. maachen; 2) «Zwillinge»; 3) «Zwei Spielkarten eines und desselben Wertes» (beim Poker) — s. Koppel.
 
Dubloun F.: «Dublone» (spanische Goldmünze).
 
Duc (wie frz.) M.: «Herzog» — spaßhaft Ra.: Mir hun dräi Dücken an der Stad: de Grand-Duc, de Vandyck an den Viaduc.
 
Duch (lok. phV. des Tonvokals — cf Ltb. 72; Endkonsonant überall erhalten: Gutland -x, Nordösling: Douch) Pl. Dicher, Déicher (Norden und Osten) Dim.: Dichelchen, Déichelchen M.: 1) «Kleiderstoff aus Wolle» — ech hätt gär des feinen D. (ich möchte von dem feinen Tuch) — das allerfeinste, meist schwarze Wolltuch heißt: Dichelchen; 2) «Leinwand» — d'Douch lëckt op der Bleech (das Leinen liegt auf der Bleiche — Ösl.) — hausgemaachen D.; 3) «Zeugstück von bestimmter Größe und mit besonderem Zweck», meist in Zuss. wie: Äschd. (s. Bauch 1), Handd., Kichend., Kielechd., Sakd., Sabbeld. auch -dichelchen (Serviette für Kleinkinder) [Bd. 1, S. 235] — engem en D. virun d'Aë bannen (ihn betrügen) — sech en D. vrun d'Nues halen — sech en D. ëm de Kapp bannen — cf. bleech, Fräsch, Léngewiewer.
 
Duch-: -bam M.: «Teil des Webstuhls». Das fertige Leinen läuft über eine Rolle (éischten D.) und von dieser auf eine zweite (zwäten D.). Letztere befindet sich ziemlich tief unter dem Webstuhl und dient zum Aufrollen des Leinens; -fabrik F.: «Tuchfabrik»; -schéier F.: «Tuchschere»; -wiewer M.: «Tuchweber» cf. Léngewiewer.
 
Duché (wie frz.), Duschi(-ee) M.: «Herzogtum Luxemburg». Diese Bezeichnung, die bis 1815 dem Landesstatus entsprach, wird sporadisch noch heute im Lande selbst, besonders aber in Arlon und Umgegend für das heutige Großherzogtum gebraucht. — s. Granduschi.
 
duchen, dichen Adj.: «tuchen» — eng duche Wot, Wob (eine tuchene Kleidung, Montur) — en diche Kueref (zum Transport von Leinwand bestimmter Hebekorb, Wäschekorb) — en diche Schaf (Leinwandschrank).
 
ducheren trans./reflex. Verb.: «sich zusammenkrümmen» — s. duckelen — ducher dech (um nicht mit dem Kopf anzustoßen) — den Alter duchert d'Leit — wéi kënns de sou geduchert dohier! (s. docheren).
 
Duchewiewer M.: «Libelle» (Kopstal) — s. Spengelschësser.
 
Duck M.: «herausgeputzter Bursche» — Reim: E Jong wéi en D., Huet en Aasch wéi eng Kluck.
 
Duckel(i) I F.: «Bett» (Kinderspr.) — an d'D. goën; 2) «Versteck» — ech sin a menger D.
 
Duckel(i) II M.: «Gefängnis», cf. Back, Duckes.
 
Duckelchen N.: «Kosename für kleine Kinder», bes. Mädchen — (s. Dickelchen) — lok. auch: «Hase, Kaninchen» — s. Duckeler.
 
duckeleg Adj. und Adv.: 1) «heimelig, lauschig, warm» — eng d. Plätzchen — esou d. warem; 2) «zärtlich» — en duckelegt Meedchen.
 
duckelen trans./reflex. Verb.: «ducken», meist reflex. — geduckelt wéi d'Hénkelen ënner der Kluck (geduckt wie die Küchlein unter der Henne) — von einem Altersschwachen od. Kranken heißt es in Echternach: e gät su geduckelt dohär, 't stät mich näist Gouts oan, e wiist mer zevill dem Bodem zou — s. ducken, ducheren — duckel dech gutt an d'Bett, 't as kal! (sich kuscheln).
 
Duckeler M.: 1) «Name des Hasen» (bei Rodange); 2) «Frömmler».
 
Duckelesch F.: «Verführerin, verliebtes Mädchen».
 
ducken reflex. Verb.: 1) «sich ducken, bücken, schmiegen» — s. duckelen — duck dech!; 2) «den Untertänigen spielen, zu Kreuz kriechen» — ech ducke mech nët — wann dat de Mond opdät, da mussen déi aner sech d.; 3) «sich verstecken».
 
Ducker M.: «Taucher» (Vogelart) — Podiceps und Colymbus — s. Däicher — Arten: groussen D., auch Äisducker «Eistaucher, Colymb. immer.» — kaupechen D. «Haubensteißfuß, Podiceps crist.» — rouden D. «Rothalstaucher, Podiceps grisegena» — schwaarzen D. (Däicher) «Schwarzhalstaucher, Pod. nigricollis» — für alle diese Arten kann auch Däicher gebraucht werden.
 
Duckes M.: «Gefängnis» — en huet 3 Wochen Duckes kritt — cf. Duckel II, Back, Dukas.
 
Duck-: -héngchen N.: «Zwergtaucher, Pod. ruficollis» — s. Däichelchen;

 

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