LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Dierfer, Djärrefer, Djärfer bis Dunamillen (Bd. 1, Sp. 238b bis 239b)
 
Dierfer, Djärrefer, Djärfer (Nordösling); (lok. Nordostgutland de:ərfər, 'de:əfə) Dim. Dierfchen, Djärefchen N.: 1) «Dorf» — Raa.: hannenërem, d'D. as wéischt (schroff abweisend: keineswegs, das Dorf ist schlecht) — d'ganz D. schwätzt dervun (das ganze Dorf, die Dorfleute reden darüber) — op [Bd. 1, S. 239] d'Dierfer goen (beim Kartenspiel nicht gleich Trumpf oder eine Freikarte ausspielen, auch hamstern gehen) — dat si spuenesch, béimisch Dierfer (unbekannte Sachen) fir hien — maach dass d'Kirech am Duref bleift! (benimm dich ordentlich!) 2) «Teil des Dorfes» — am iewëschten, am ënnëschten D. (im oberen, im untern Teil des Dorfes) — s. Ennerduerf, Nidderduerf, Uewerduerf; 3) «außerhalb des Hauses» — ech gin an d'Duref, sagen die, die nicht im Zentrum wohnen.
 
Duer(e)f-biesem M.: «klatschsüchtiger Mensch»; -far M.: 1) «Dorfstier» — s. -stéier; 2) «unsittlicher Mensch»; -(ge)brauch M.: «ländlicher Brauch»; -geschwätz N.: «Dorfgespräch»; -hechel F.: «Klatschweib, Streitstifterin»; -jong M.: «ein im Dorf Geborener», kann sich mehr erlauben, genießt mehr Freiheiten als ein Ortsfremder, dies wirkt sich besonders beim Freien und bei der Hochzäit aus; -kueder (Echt.: -koader) M.: «wer viele Liebesabenteuer hat» — s. -kureler — en Doafkoader as än, den d'ganz Doaf op d'Kopp gehaicht (Echt.); -kureler M.: «Streitstifter»; -leit Pl.: «Dorfbewohner»; -politik F.: «Kirchturmpolitik»; -sieschter M.: 1) «Dorfsester» — den D. as ëmmer op der Léin; 2) «der sich in allen Häusern auskennt» — 't as än wéi en D. (nicht immer im schlimmen Sinn, öfters für einen Mann, der überall aushilft); -spektakel M.: «aufsehenerregendes Ereignis im Dorf, Tagesgespräch» — cf. Landgeschrä; -stéier s. -far.
 
duerfen, duurfen, dierfen Part.: (ge)duerft, (ge)duurft, (ge)dierft trans. Verb.: «dürfen» — s. dierfen, däärfen.
 
duerhäfteg (lok. Echt.) Adj.: «dauerhaft, stark» (bei Bau- und Brennholz).
 
duerhéilig Adj.: «stark, ausdauernd».
 
Duerscht lok. phV. Duarrescht ON.: (Dorf) «Dorscheid» — Gem. Hosingen, Kanton Clerf — 63.
 
Duerteldauf F.: «Turteltaube» — lok. Uerteldauf — Duerteldaiwchen (Kosename für Mädchen) s. Daiwercher.
 
Dues, Doass M.: 1) «Dachs» — in FN.: Duesgrëndchen — Dueslächer; 2) «Eigenbrödler, verschlossener Mensch» — Dou Doass! (= Lausterfiischen (Echt.) s. Dachs).
 
Duesselach M.: «Dachsbau».
 
duessen Adj.: «zum Dachs gehörig» — en d. Hielt (Dachsbau).
 
Dugend (-γ)-, früher meist Duucht F.: «Eigenschaft, Angewohnheit» — déi Gromper hei huet keng gutt D. (diese Kartoffelart ist entartet, gedeiht nicht gut) — hir Kanner hun all schlecht Dugenden (alle möglichen schlechten Angewohnheiten) s. Ondugend — en dät keng gutt D. méi — (bei einer langwierigen Krankheit, die wahrscheinlich zum Tode führen wird).
 
Dugend-sënn(d) F.: «das geringere Übel».
 
Dujhel, Duujhel M.: 1) «Dusel» (leichter Rausch) — en as am D., en huet en D. (er ist leicht berauscht) — s. Dusel; 2) «gewohnte, traute Umgebung» — 't as ä fru, rëm a seim alen D. ze säin (Echt.) — 't gät am alen Dujhel viroan (pejorativ).
 
dujheleg, -ig Adj.: 1) «leicht berauscht» — s. tuselig, tujhelig; 2) «schlaftrunken» — 't as mer ganz d. am Kapp; 3) «schwindlig» — ech sin nach ganz d. am Kapp.
 
dujhelen intr. Verb.: 1) «duseln»; 2) «dämmern» (Mosel).
 
Dukas M.: 1) «Gefängnis» — an D. féieren (ins Gefängnis abführen); 2) «Unglück» — an D. féieren (ins Unglück stürzen) — an Dukas gon, 't gät an D. (beim Spiel verlieren — er wird bald sterben) — an D. sin (verloren sein) — s. Duckes.
 
Dukot M./F. (D.) (Ton: 2): «Dukaten» (Goldmünze) — Bauernregel: all Käärchen Märzestëps as eng D. wärt (D.).
 
Dull M.: «Brett» (Oberbeßlingen) s. Dill.
 
Dulles M.: 1) «großer, flacher Kupferknopf»; 2) «schwerfälliger Mensch» — s. Knubberd.
 
Dullessen Pl.: «Saubohnen» — s. Gaardebounen.
 
Dummeldeng, Dommeldang ON.: (Dorf) «Dommeldingen» Gem. und Kanton Luxemburg — 402 — s. Ääch.
 
dumol(s), demols Nordösl.: dämols Adv.: «damals, in alter Zeit» — dumols hun se déi Hitt gedroen — dat war dumol de Moud (das war damals Mode).
 
Dunamillen F.: «Dunamühle» (Dommeldingen) — cf. den FN. daselbst: op der Duna.

 

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