LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Dunn, Duën bis durechfueren (Bd. 1, Sp. 240b bis 242a)
 
Dunn, Duën (Knaphoscheid) F.: 1) «Balken, Dohne» — eng eisen D. (Eisenträger) — verzännt Dunnen (verzahnte Balken) — widder eng D. gelaf sin (dumm sein) — s. Abzählreim unter Bréck I — eng hëlzen D.; 2) altes Maß † «Länge des ausgestreckten Armes bis zur Spitze des Mittelfingers» — auch «Höhe eines Stockwerks» — s. dunnendéif; 3) «Hut» a. allgem. aufgekommen gegen 1850, besonders zur Bezeichnung des Strohhutes (Ga.); b. Zylinderhut (Wb. 06); c. kugeliger Steifhut — auch iron. für Hut im allgem. — a wuefir hues du haut d'Sonndesd. op? — dazu Dim. Dinnchen F. (von Kommunionsknaben getragen) — eng ënner der D. hun (angetrunken sein).
 
dunnen trans. Verb.: 1) «den Hut eintreiben, Hiebe auf den Kopf geben» — Jong, wat krut ech der gedunnt! (was bekam ich Hiebe!) — ech hun e gedunnt (ich habe ihn gehörig angerempelt); 2) «den Hut zum Gruß abziehen».
 
dunnendéif Adj.: «so tief wie ein Stockwerk hoch ist».
 
Dunngras N.: «Queckengras» — s. Hondsgras, U(n)gras.
 
dupéiëren trans. Verb.: «einem etwas vormachen, betrügen».
 
Durang M.: «Tyrann» — bes. für Haustyrann — dazu durangzech Adj.: «tyrannisch»; cf. dirängelen.
 
durech, duurch, durrich (Ösl.), dorrech (Mosel), due(r)ch (Mosel) I Präp.: «durch» — auch: durech X erdurech (durch X hindurch)a. räumlich — en as d. d'Dueref gaangen — e schwätzt d. d'Nues — 't as mer d. de Kapp gaang (1. ich hab mir [Bd. 1, S. 241] es überlegt — 2. ich hab es vergessen) — 't gät d. mech (1. ich empfinde einen plötzlichen physischen Schmerz — 2. es greift mich plötzlich seelisch an — 3. das Mittel ist abführend) — dee Krääsch goung mer d. Muerch a Schank (der Schrei ging mir durch Mark und Bein) — e rennt mam Kapp d. d'Mauer (er ist starrsinnig) — ech kucken d. d'Fangeren (ich bin nachsichtig) — en huet sech d. d'Päif (d. d'Reiser) gemaach (er ist durchgebrannt) — änt d. d'anert (im Durchschnitt — s. Bank) — Bas de kënnig an der Stad? Nän, ich froe mich alt duurch (bei Unkenntnis der Wege) — s. Baach, Beidel, froën, Gässel; b. zeitlich — en dät kä Sträch Aarbecht d'ganz Jor d. (er arbeitet das ganze Jahr hindurch nicht) — en huet d'Nuecht d. gelompt (er hat die Nacht hindurch gezecht) — de léiwe laangen Dag d.; c. kausal — d. Fale léiërt ä goën — 't as nët d. mech (ich bin die Ursache nicht) — d. sénger Fra hiren dënne Mond verléiërt hien all séng Konnen (von einem Geschäftsmann, Arzt usw.).
 
durech (lok. phV. wie oben) II Adv.: «durch» (hindurch) auch: derdurech, erdurech — d'Kugel as d. an d. (as derd.) gaang (ganz hindurch) — deen Apel as d. an d. faul (ist ganz durchgefault) — an engem d. (andauernd) — de Facteur as erd. (der Briefträger ist passiert) — en as derd. (er ist durchgebrannt).
 
durech (lok. phV. wie oben) III Adj.: «entzwei, zerbrochen» — d'Popp as d. — d'Haut as d. (ist exulzeriert) — ech kréien dat Holz fir d'Vrecken nët d. (um keinen Preis) — dee Kärel kritt alles d. — en duurchenen Teller — eng duurchen Taass — en duurchent Dëppen (ein gebrochener Topf) — s. kapott, futti.
 
durech-/duurch-/ Duurch- : -aarbechten trans./intr. V.: «durcharbeiten»; -aus Adv.: «durchaus, überaus» — 't as d. nët, wéi hien et seet — d. schéi Fruucht (überaus schönes Getreide); -baatschen (Ton: 1) trans. V.: «rasch erledigen, durchklopfen»; -bäissen (Ton: 1) trans./reflex. Verb.: 1) «entzweibeißen» — dat Kand bäisst all Glas, zënne Läffel duurch (jedes Glas, jeden zinnenen Löffel); 2) «durchringen» — si hun sech all déi schwéiër Joren duurchgebass; -blécke loossen intr. Verb.: «zu verstehen geben»; -bliederen trans. Verb.: «durchblättern» (von einem Buch); -brach(t) Adj.: «mit einem Bruchleiden behaftet» — cf. -briechen; -bréngen trans. Verb.: «durchbringen, verschwenden, zerstören» — en huet säi ganz Verméigen d. bruecht — dat Kand bréngt alles durech (macht alles kaputt); -brennen intr. V.: 1) «durchbrennen» — d'Kuele sin duurchgebrannt (sind vollständig ausgebrannt) — den Uewen as duurchgebrannt (die Ofenwandung ist durchgebrannt) — de Buedem vum Dëppen as d.gebrannt — deen Uewen brennt duurch (der Ofen ist ein Dauerbrenner); 2) «fortlaufen»; -briechen intr. Verb.: 1) (Ton 2) «durchbrechen» — cf. -brach(t); 2) (Ton: 1) «ausbrechen, entlaufen»; -broch M.: «Durchbruch»; -bueren intr./reflex. Verb.: 1) «durchbohren»; 2) «sich durchzwängen»; -danzen intr./trans. Verb.: 1) «eine bestimmte Zeit tanzen» — en huet d'ganz Nuecht duurchgedanzt; 2) «entzweitanzen» — 't huet di nei Schong och ewell duurchgedanzt; -denken trans. Verb.: «gründlich überlegen» — déi Saach as gutt duurchduecht (auch von einer Erfindung, einem Patent) - ech muss dat nach eng Kéier duerchdenken (Ton: 1); -drécken trans. V.: 1) «durchdrücken» — d'Zopp as duurchgedréckt; 2) «durchsetzen» — si hun d'Gesetz duurchgedréckt — en as am Examen duurchgedréckt gin (mit viel Nachsicht hat er das Examen bestanden); -dreiwen trans. V.: 1) «hindurchtreiben»; 2) «vertreiben» — än duurch d'Reiser dreiwen; 3) «durchsetzen» — en huet d'Saach mat séngem Wëllen duurchgedriw(w)en; -driw(w)en Adj.: «ausgelassen, mutwillig»; -driw(w)enhät F.: «Mutwille»; -ernän, -erneen, -ernaner Adv.: 1) «der (das) eine mit dem andern abwechselnd» — se hun all d. gejout (sie haben durcheinander geschrien) — si gin d. (sie halten Nachbarschaft od. Verwandtschaft) — e schwätzt d. (er faselt) — en as ganz d. am Kapp (verwirrt); 2) «unordentlich» — 't läit alles d. wi Hai a Stri, en Kaz fënd hir Jong nët dran erëm (Echt. — durcheinander wie Heu und Stroh, zur Bezeichnung einer großen Unordnung) — e geheit alles d. (er wirft alles durcheinander — eigtl. und übtr.) — dazu: Duerchernän N.: «Durcheinander» — 't as en D. wéi beim leschte Geriicht; -faart F.: «Durchfahrt» (Durchfahrtsrecht) s. -gank; -falen intr. Verb. «durchfallen» (im Examen, bei den Wahlen usw.); -fall M.: 1) «Diarrhöe», — s. -laf, -marsch; 2) «Durchfall» (bei den Wahlen, im [Bd. 1, S. 242] Examen); -fautelen refl. Verb.: «sich durchschmuggeln» (in der Prüfung u. ä.); -féieren trans. Verb.: «umsetzen in die Tat» (eines Planes u. ä.); -floss, -flass M.: «Durchfluß» (des fließenden Wassers); -fueren intr. Verb.: 1) «durchfahren» — en as d. gefuer ouni Arrêt (er ist ohne Aufenthalt durchgefahren); 2) «entzweibrechen» — d'Säl as d. gefuer (gerissen) — de Stull as d. gefuer — d' Haut as duurchgefuer (die Haut ist exulzeriert);

 

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