LWB Luxemburger Wörterbuch
 
emeg bis Engels- (Bd. 1, Sp. 264a bis 266a)
 
emeg Adj.: «ohnmächtig» (Wb. 06).
 
Emil Vorn., s. Mill(i), Mull(es), als Kurzform bisw.: Eem.
 
Emilie Vorn., s. Emmel, Emli, Milli.
 
ëmmer Adv.: «immer» — ë. an ë. (immer wieder) — 't as fir ë (unwiderruflich, auf ewig); Zuss.: ëmmerfort, ëmmerzou.
 
ëmmesch(t) Pron.: «jemand, irgend ein» — mat ëmmescht Friemes (D. mit einem Fremden) — as ë. hei? — ë. anescht (jemand anders, irgend ein andrer) — géi bei ë. anescht hääschen — cf. nëmmesch(t).
 
emol (Ton: 2), nebentonige Form zu ä-/eemol (Ton: 1 — s. d. S. 57) Adv.: 1) «irgendwann, gelegentlich» — wann s d'e. an d'Stad kënns, da sees de hinne bonjour — et wor e. (es war einmal — Einleitungsformel der Märchen) — ech war e. eng Kéier zu Paräis, du . . . — et wor e. e Kanonéier (volkstümliches Lied aus der Dicksschen Operette D'Mumm Séis); 2) «soweit, immerhin» — dat wär e. dat — elo wäre mer e. hei — en huet mer et e. versprach; 3) wie das dt. «mal» in vielen Raa., z. B.: a) zum Ausdruck der Verwunderung — da's e. een — da's der e. en droleche Kauz — da's e. en dichtege Schoulmeeschter — denk (der) e. un — denk e. nemmen ee Mënsch (un); b) abwartend, drohend: looss mer e. gesinn — probéier et e. (wage es ja nicht); c) zurechtweisend in der rhetorischen Frage so e.? — ma so e., hues de se nach all? (du bist doch nicht etwa verrückt?) — so e., wéi laang mengs de nach, dass ech mat der zu Kouer gin? (wie lang glaubst du, daß ich Geduld üben werde?) — ma so e., wéi as dat mat dir?; d) zum Ausdruck des Stolzes in der rhetorischen Frage net e.? (nicht wahr, gelt) — net e., wat deen hei(ten = dieser hier, ich) net alles fäerdeg bréngt — statt net e. in dieser Verwendung auch: gelt e., gesäis d'e.; e) zum Ausdruck der Enttäuschung in negativen Sätzen — e wosst e. net, wéi al dass en as — 't as e. net derwäert, dass een dervu schwätzt — 't kann een e. net soen, datt e fläisseg as.
 
ëmpässeg s. ampässeg.
 
Ëmpässegkät s. Ampässegkät.
 
ëmpeg Adj.: «zierlich, niedlich, fein, schlank» — en ë. Taille (schlanker Körperumfang) — iron.: du gës all Dag méi ë. (du wirst jeden Tag korpulenter); Abl.: Ëmpegkät F.
 
Empfank M.: (Ton: 2) «Empfang».
 
empfänken trans. V.: «empfangen» — se gi mat der Musek empfaang — mer sin empfaang gin, wéi den Hond am Kälespil (unfreundlich, als Störenfriede).
 
empfëndlech Adj.: «empfindlich» — auch -find-, -fënter-; s. féngslech.
 
Empfëndlechkät F.: «Empfindlichkeit» — auch Empfënterlechkät.
 
empfielen trans. V.: «empfehlen, anraten» — ech hun em et dack genuch empfuel (ich habe ihm es oft genug angeraten).
 
empieren, Part.: empuer(t) (Redingen) trans. V.: «entbehren» — mer [Bd. 1, S. 265] hun sénger gutt empuer — s. entbieren.
 
epresséieren refl. V.: «sich sehr liebenswürdig bemühen, sich beeilen» — Verbadj.: epresséiert: «sehr liebenswürdig, sehr aufmerksam».
 
Epressement M.: «Diensteifer, Liebenswürdigkeit, Aufmerksamkeit».
 
emstand neben: amstand Adv.: «imstande» — en as emstann dat ze gläwen (er ist so dumm, das zu glauben).
 
e (ẽ sehr kurz, mit starkem Glottisverschluß im Anlaut) Interj.: vergleichbar dem dt. «hm», zum Ausdruck a) einer resolut verneinenden Stellungnahme: ee (ẽ oder genäselter Indifferenzlaut zweimal kurz hintereinander mit kräftigem Knacklaut); b) einer laxen Bejahung (entsprechend dem dt. «mhm»): ehe (ẽhẽ, die erste Silbe mit Glottisverschluß, die zweite stark behaucht etwa wie frz. hein).
 
en I nebentonige Formen des Pers. Pron.: 1) = hien (Nom., Akk., 3. Sg. M.) «er, ihn»; 2) = hinen (Dat. 3. Plur. M. F. und N.) «ihnen».
 
en II nebentonige Form des unbest. Art. än, een (s. d. S. 56).
 
enaner unbest. Pers. Pron.: «einander» — se hale mat enaner (sie halten zusammen) — se gehéieren zou enaner (sie gehören zusammen).
 
enägderen (lok. Nordösl.) intrans. V.: «ein Euter bekommen» — d'Kou (e)nägdert — s. aideren.
 
encouragéiëren trans. V.: «ermutigen» — frz. encourager.
 
Endich Vorn.: «Andreas» (Kosename).
 
endlechs. entelech.
 
Enebeechelchen: kleiner Bach bei Echternach.
 
Enelter, Änelter FN.: Name einer etwa 1 km nordwestl. Reckingen (Gemeinde und Kanton Mersch — 313) gelegenen kleinen Anhöhe mit einer im Jahre 1897 erbauten, den hl. Theobaldus und Donatus geweihten Kapelle. Sie ersetzt eine Reihe älterer Kapellen, von denen mindestens die letzte dem hl. Jakobus d. Ä. geweiht war. Eine Kapelle de Eineltere wird bereits im 11. Jahrh. erwähnt. Auf E. fand bis zur französischen Revolution der vielbefahrene Eneltermaart statt, der später nach Mersch verlegt wurde. Nach mündlicher Überlieferung soll gegen 1050 der hl. Theobaldus von Provins(Champagne) mit seinem Begleiter, dem hl. Gualterus, an dieser Stelle mehrere Jahre in selbstgebauten Hütten als Einsiedler gelebt haben. Sicher ist, daß nach der von einem Zeitgenossen verfaßten ersten Vita des hl. Theobald, dieser sich mit dem hl. Walter im «Wald von Petingen» als Einsiedler niedergelassen hat. Dieses Petingen wird heute allgemein mit Pettingen (Gemeinde und Kanton Mersch — 243) identifiziert. Von ihrem Luxemburger Aufenthalt aus unternahmen die beiden Heiligen eine Pilgerfahrt nach Santiago di Compostella und Rom. Sie ließen sich dann in Norditalien nieder, wo sie auch gestorben sind.
 
eflamméiëren intr. V.: «entzünden» — frz. enflammer — s. inflamméiëren.
 
eng, engt s. än Pron. S. 56.
 
egagéiëren trans. V.: 1) «dingen» refl.: «sich verdingen» — frz. engager — Leit (eng nei Mod) e.; 2) «stecken» en huet vill Geld an där Affär engagéiert (er hat viel Geld in dem Geschäft stecken); 3) «zum Tanz einladen»; 4) refl.: «sich verpflichten» — sech net e. = ech verbiirge mech net derfir — en huet sech an d'Légion étrangère e.
 
Egagement (-'mεn:t) M.: 1) «Verdingung» — frz. engagement; 2) «Verpflichtung».
 
engegermoossen s. änegermoossen.
 
Engel (phV. Echt.: 'e:ŋəl) I M.: 1) «Engel» im theol. Sinn — en huet all Engel(en) an Hälleg am Himmel ugeruff — 't hat e gudden E. fir e gebiet (auch: eng gutt Nonn — «er hatte Glück») — ech hun d'Engelen am Himmel sangen héieren (vor Schmerz) — ech haën dech, datt s de d'Engelen am Himmel sangen héiers (daß dir Hören und Sehen vergeht); in vielen Raa. aus Ammen- und Kinderspr.: et laacht den Engelen (das Kind lächelt ohne ersichtlichen Grund in sich hinein) — 't as en E. am Himmel (von einem verstorbenen Kind — iron. auf Erwachsene übtr.: dat gët och e schéinen, aartlechen E. am Himmel) — e speist haut mat den Engelen (von einem Kind, das zur Strafe über Mittag in der Schule behalten wird) — vom Wetter heißt es: d'Engele baken (Abendrot), kräischen (Regen), rëselen d'Better aus (Schnee), spille Kelen (Donner) — Abendgebet des Kindes: Owes wann ech schlofe gin, Véierzéng Engele mat mer gin (em mech stin), Zwéin zu Kapp, Zwéin zu Féiss(en), Zwéin zur rechter Hand, Zwéin zur lénker Hand, Zwéin déi mech decken, Zwéin déi mech wecken, Zwéin déi mech féieren, An den himmelesche Paradäis. Amen — Kinderspiel: [Bd. 1, S. 266] E. an Däiwel (s. Däiwelchen sub 5); 2) auf Menschen übtr.: «Tugendbold» — op der Strooss en E., doheem en Deiwel (kürzer: Stroossenengel, Hausdäiwel — Haustyrann, der nach außen schön tut) — du bas der nach laang keen E.; 3) Kosename (bes. für Kleinkind) — du bas der Bomi hiren E. — iron. auf Erwachsene bezogen: jo, mäin E. (Antwort auf hartnäckiges Bitten) — du bas eng Sau, mäin E. (nach einer unschicklichen Handlung, Rede).
 
Engel-des-Hären M.: «Angelusläuten» — lok. Drengeldeshären, Engeldezären — den E., der E. bieden — Drengeldeshären laut dräimol am Dag — nom Engel-des-Hären sprangen die Hären am Galopp zur Mëtteszopp.
 
Engelchen M.: 1) Dim. zu Engel mit gleicher Bedeutung; 2) «festlich gekleidetes Kind bei einer Prozession» —'t gät mat den Eengelcher an der Prossessiun (Echt.)
 
Engels- :

 

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