LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Fangerspëtz(t) bis Fasan, Fasang (Bd. 1, Sp. 303b bis 305a)
 
-spëtz(t) F.: «Fingerspitze» — dat muss een an de Fangerspëtz(t)e spieren (soviel Fingerspitzengefühl muß man haben) — 't kribbelt mer an de Fangerspëtzen.
 
fangesch (lokal Osten: féngersch) Adv.: «mit den Fingern» — dient häufig als spaßhafte Antwort auf die Frage: wéi méchs de dat? (wie machst du das?).
 
Fangesch- / fangesch- (cf. auch Fanger-/fanger-): -brät, -breet Adj.: «fingerbreit»; -brät, -breet F.: «Fingerbreite»; -déck Adj.: «fingerdick»; -déckt F.: «Fingerdicke»; -héich Adj.: «fingerhoch»; -héicht F.: «Fingerhöhe»; -laang Adj.: «fingerlang»; -längt F.: «Länge» — Echt.: gëf him en Fangeschleengt, da wëllt (hëlt) en en Eel (gib ihm eine Fingerlänge, dann will, nimmt er eine Elle — cf. klenge Fanger sub Fanger). [Bd. 1, S. 304]
 
fangeren intr. Verb. — selten für féngeren (s. d.).
 
Fank (phV. cf. Ltb. 4), Pl.: Fanken I M.: «Fink» — im Volkslied Dem Bauer séng Hellechsgof (die Mitgift des Bauern) heißt es: Et wollt e Bauer séng Duechter bestueden. Wat gët en hier am fënnefte Joer? Fënnef Vullen an e F., Véier järelecher Schwäin, Dräi Rouse ware fäin, Zwee Kaalwer an eng Kou, Eng Gäns, siwen Inten derzou (cf. Thill, Singendes Volk, S. 566 ff.) — cf. Poufank, Fénkelchen.
 
Fank (phV. cf. Ltb. 4), Pl.: Fäng, Fänk II M.: 1) «Handlung des Fangens» — dat war kee liichte F. (kein leichter Fang); 2) «Fangvorrichtung» — e geet mer einfach nët an de F. (es gelingt mir nicht, ihn einzufangen); 3) «das Gefangene» — en huet e gudde F. gemaacht mat mir — d'Jhandaarmen hun e gudde F. gemaacht; 4) «Krallen der Raubtiere», bes. im Pl.: Fäng (Mosel: Féng) — auch übtr.: maach datt ech dech nët an d'Fäng kréien!
 
fannen trans. Verb.: «finden» — Konjugation: Ind. Präs.: du fënds, hie fënt — Ind. Präter. im Nordsösling: ich fond — Konj. Präter. im Nordösl.: ich fënd — Part. Prät.: fond (gefunden); Bedeutungen: 1) «finden» im eigtl. Sinn — e wäerd Säint f. (er wird seinen verdienten Lohn erhalten, im guten und im schlechten Sinn) — ech wäerd e scho f. (vor Gericht) — eiser Härgott wäerd e scho f. (der liebe Gott wird ihm es schon vergelten) — en huet Säint fond bei deem Händelchen (er hat sein Schäflein geschoren) — en huet säin Här (Mann) fond (er hat seinen Meister gefunden) — hues de dat (déi doten) eleng fond (bei einer törichten Äußerung: bist du selbst darauf gekommen?) — looss mer hoffen, datt et säi gudden Här fënt (etwas Verlorenes, Vergessenes seinen rechtmäßigen Eigentümer) — den Härgott fënt eis all (der liebe Gott läßt uns alle Prüfungen durchmachen) — dat Geld as wéi fond (das ist gefundenes Geld, von einem unerwarteten Nebenverdienst, Gewinn), davon: fonte Geld (gefundenes Geld) — (ge)- fonte Friessen (gefundenes Fressen) — dat fënt sech (een) nët an enger Päerdstrap (das ist schwer aufzubringen) — f. as wannen (Ausrede für unehrliche Finder: was man findet, darf man behalten); 2) «feststellen, den Eindruck haben» — ech fannen, du bas nawell al glot (ich finde, daß du sehr anspruchsvoll bist) — ech fannen dat nët schéin — wéi fënds de mech? (welchen Eindruck mache ich dir? — meist auf die Gesundheit bezogen); 3) «Anstoß nehmen, auszusetzen haben» — ech fannen näischt derbäi (ich habe nichts daran auszusetzen, ich nehme keinen Anstoß daran); 4) meist refl.: «sich herausstellen» — dat fënt sech nach mat der Zäit (wir werden ja sehen) — dat fënt sech beim Schnëtt (auf den Schinken bezogen), beim Verbotz (kommt Zeit, kommt Rat) — 't huet sech esou font (das Schicksal hat es so gewollt).
 
Fannerloun M.: «Finderlohn» — F., Klammerloun (Finderlohn, Klettererlohn — zur Erklärung cf. sub dälen).
 
Fannett F.: «leichter Wagen».
 
Fanni weibl. Vorn.: Kurzform zu Stëfanie (s. d.), bisw. auch für Jhosefin (wofür meist Fin, Finchen — s. d.).
 
Fantasie F.: «Einbildungskraft, Fantasiegebilde» — wat hues du eng F. (zu einem Lügner, Aufschneider); Zussetz.: eng Hënnersfantasie (bei unpassenden Witzen).
 
Fantast(ert) M.: «Gaukler, Aufschneider».
 
Fantasterei F.: «Hirngespinst».
 
fantastesch Adj.: «fantastisch» bes. in der Bed. «außergewöhnlich» — ech hun eng f. Plaz (eine sehr gute Stellung).
 
Fapp I F.: 1) «Lüge, Fopperei, Fabel» — dat as sénger Fappen eng (das ist einer seiner Scherze) — gleef et nët, 't as eng F.; 2) «Unachtsamkeit, Mißgriff» — maach keng Fappen.
 
Fapp II F.: «kleine Pfeife, Flöte» (aus einem Halm mit Einschnitt) — dazu lok. Ösl.: Fäppchen F.: «kleine Rindenflöte» — s. Wapp, Wäppchen.
 
fappelen intr. Verb.: «fortwährend im Gespräch abschweifen».
 
Fappert M.: «jem. der Geschichten erdenkt».
 
Far (phV.: fO·Ar, Nordösl.: Farel) I M.: «Farn», dafür auch häufig die frz. Bezeichnung: Fougère (s. d.) — dréche F. als Ënnerlo hält vu Kazen an Honn d'Onggeziwwer fär (bes. im Süden und an der Mosel), hält d'Fiichtegkeet am Gromperekeller ewech (als Unterlage unter gekellerten Kartoffeln) — fréier gouf de F. gestreet fir d'Kéi (diente den Kühen als Streu), vun aarme Leit gebraucht fir den Daach ze decken (zum Dachdecken) — grousse F. (Adlerfarn) — 't gët e Wësch F. an d'Stuff gehaang fir d'Mécken ze fänken — cf. Steefärchen [Bd. 1, S. 305] (in Red. heißt der gewöhnliche Waldfarn Schéimel); Komposita: Farekraut N.: «Farnkraut»; -stack M.: «Farnpflanze, Wurzelstock der Farnpflanze» (gekocht für Bähungen gegen Gicht).
 
Far (phV.: fO·Ar allgem. ländlich) II M.: «Stier, Bulle» — de Bauer fiert mat der Kou bei de F. (Körung) — bes. in Vergleichen: e Kapp ewéi e F. (hartnäckig wie ein Stier) — eng Stëmm ewéi e F. (eine laute Stimme) — e brëllt ewéi e F. (er brüllt wie ein Stier) - auch häufig gebr. als Schimpfwort für Menschen: du F.!; Kompos.: Far(e)schwanz M.: 1) «Ochsenziemer» — da waart, elo huelen ech de F. (Androhung von Prügel); 2) «Fliegenwedel der Hufschmiede»; cf. Lannefar.
 
Farce F.: 1) «Posse» — dat as sénger Farcen eng; 2) «Füllung» (bes. Fleischfüllung in Speisen) — frz. farce.
 
farceg Adj.: «possenhaft» Abl.: Farcegkeet F.
 
farcéieren trans. Verb.: «füllen, spicken» (Kochkunst).
 
Farcéng (Ton: 1) M.: «Springwurm» (ansteckende Krankheit der Pferde — frz. farcin).
 
Farceur (Ton: 1) M.: 1) «Possenmacher»; 2) «Mensch, der nicht ernst zu nehmen ist» — cf. frz. farceur.
 
Farde (fArt) F.: «lose Blätter» (gebündelt, wie sie in Archiven aufbewahrt werden; im Umschlag, wie sie in der Schule gebraucht werden) — frz. farde.
 
fardéiert Adj.: «geschminkt» (zu frz. fard «Schminke»).
 
Fasan, Fasang (Ton: 1) Fësang (Ton: 1) Fësa ('fəzÃ) M.: «Fasan» (Edelfasan, Goldfasan). Komposita:

 

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