LWB Luxemburger Wörterbuch
 
verfuussen bis Verglach (Bd. 1, Sp. 333a bis 334a)
 
verfuussen refl. Verb.: «sich heimlich davonmachen»; (s. fuussen).
 
vergaacheleg Adj.: «verführerisch» — v. Aën.
 
vergaachelen trans. Verb.: «verführen, betören, verblenden» — dafür auch: begaachelen.
 
vergaangen Verbadj.: «vergangen, vorig» — d'vergaangent Joër — v. Zäiten.
 
Vergaangenhät, -heet F.: «Vergangenheit».
 
vergaapsen trans. Verb.: «mit Nichtstun verbringen».
 
vergadderen Verb.: 1) intr.: «vor Ungeduld vergehen» — ech si bal vergaddert; 2) bisw. refl.: «vor Langweile vergehen» (cf. vergääschteren).
 
vergaft(eg) Adj.: «giftig» (nur im übtr. Sinn) — huel mech nët an déng vergafte Maul (zu der Nbform Gaft, für Gëft «Gift»).
 
vergaloppéieren refl. Verb.: 1) «aus Hast in einen Irrtum fallen, sich vergaloppieren»; 2) «etwas Unbekömmliches essen oder trinken, zuviel essen oder trinken»; 3) «sich verplappern».
 
vergalstert Verbadj.: in der lok. Ra.: v. a verzéckt «erschrocken, verwirrt» (Machtum).
 
verganten trans. Verb.: «versteigern» — s. Gantmass.
 
vergasen Verb.: 1) trans.: eigtl. «vergasen»; 2) intrans.: übtr. = vergadderen.
 
vergaus(el)en, -geis(el)en intr./refl. Verb.: 1) «verrinnen» (vom Wasser z. B.); 2) übtr.: «im Sande verlaufen» — no dräi Wochen as dat vergauselt.
 
vergääschteren, -geeschteren (-st-) intr. Verb.: «vergehen» (vor Angst, Ungeduld, Langeweile, Sehnsucht) — en as bal vergääschtert; dazu das Verbadj.: vergääschtert 1) «starr vor Schreck»; 2) Wb. 06: «stolz, eingebildet» — e v. Meedchen.
 
vergänklech (neol.: vergänglech) Adj.: «vergänglich».
 
Vergänklechkeet (neol.: Vergänglechkeet) F.: «Vergänglichkeit».
 
vergeckt Verbadj.: «vernarrt in, besessen auf».
 
Vergeel M. u. F.: «Vergeltung, Buße» — 't as e(ng) V., wann och bei eiser Härgott!
 
vergeelzen, vergelen intr./trans. V.: «vergelten, sich rächen» — dat elo vergeel(z)t der nët (du wirst mir dafür büßen müssen — cf. arampelen) nur pejor. gebr., etwa: dat laangt Opbleiwe vergeelt (das lange Aufbleiben rächt sich).
 
vergëften trans./refl. Verb.: «vergiften» — ech kënnt e v.
 
Vergëftong F.: «Vergiftung».
 
vergëllen, vergulden, vergullen tr. Verb.: «vergolden».
 
vergëss(er)lech Adj.: «vergeßlich» — dir git honnert Joër al, Giedel, worauf die Antwort: jo, wann der Doud nët esou v. wär, dazu: Vergësserlechkeet F.
 
vergewaltegen trans./refl. Verb.: «Gewalt antun» — ech hu mech misse v. fir dee Maufel erofzekréien.
 
vergewäerdegen refl. Verb.: «sich gefaßt halten, sich gewärtigen» — dee ka sech (op) eppes v.
 
vergewësseren refl. Verb.: «sich vergewissern».
 
vergieflech Adj.: «vergeblich».
 
Vergiefnes, Vergiewes M. u. F.: «Vergebung».
 
Vergiess M.: «Vergessenheit» — déi Wierder sin an de V. komm (oder: am V.) — 't as mer ganz an de V. komm.
 
vergiessen (Ost.: -e:-, Nord.: -jε-) V.: 1) trans.: «vergessen» — vergiesst är Ried nët (höfliche Unterbrechung) — vergiess däin éierlechen Numm nët; 2) «in Vergessenheit geraten» — 't vergësst mer mäi Liewen nët; 3) refl.: «sich herabwürdigen» (durch Rede, Trunk, Tätlichkeiten usw.) — dee vergësst sech nët (a. er sorgt für sich, b. er setzt sich nicht herunter).
 
vergiessen Adj.: «vergeßlich» — ech sin an der leschter Zäit esou vergiesse gin.
 
vergiesserlech = vergësserlech.
 
vergiewes Adj./Adv.: «vergeblich» — 't as v. Méi (vergebliche Mühe) — 't war alles v. [Bd. 1, S. 334]
 
Vergiewes M. u. F. = Vergiefnes (s. d.).
 
Vergiicht (Osten) M.: «Meinung, Dafürhalten», in der Ra.: no meim V. (nach meiner Ansicht).
 
vergidden trans. Verb.: «vergüten», dafür gewöhnlich: zum Gudden din, halen.
 
vergin Verb.: A. trans.: 1) «vergeben» — d'Aarbecht, d'Plaz as v.; 2) «falsch verteilen» (die Spielkarten) — d'Kaart as v. — v. as (och) verspillt; 3) Mosel: «verzeihen»; B. intr.: «vergiften» — ech kënnt em v. (ich könnte ihn vergiften), oft iron. beigefügt: mat enger gliddeger Kniddel; C. refl.: «irrtümlich, falsch geben» — bes. neg.: dee vergët sech nët (er ist geizig) — du vergëss der näischt, wann s de mer hëllefs (du schadest deiner Ehre nicht).
 
Vergissmeinnicht F.: «Vergißmeinnicht, Myosotis odorata».
 
Verglach M.: «Ähnlichkeit» — 't as kee V. (das läßt sich nicht vergleichen) — en huet nach säi gudde (schéine) V. (er hat noch nach dem Tode seine Gesichtszüge behalten) — de V. kënnt erëm (das Gesicht des Toten gewinnt seine Züge wieder) — dat Kand ka säi V. nët leechnen — du kanns awer roueg de V. mat deem aushalen; dafür auch: Gläich.

 

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