LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Verhalt bis verhoffen (Bd. 1, Sp. 335b bis 336b)
 
Verhalt M.: «Gedächtnis» — ech hun e gudde (schlechte, kee) V. — e V. ewéi eng Seibecken (ein schlechtes Gedächtnis) — ech hu kee V. dorop(per) gestallt (ich habe das meinem Gedächtnis nicht eingeprägt) — wa mäi V. gutt as (wenn ich mich recht erinnere) — hätts de sou e gudde V. fir déng Scholden ze bezuelen!
 
verhandelen trans. Verb.: «im Handel verkaufen, abstoßen» — ech hun d'Kou verhandelt.
 
verhandzääch(e)nen (-ee-) trans. V.: «mit einem Handzeichen versehen, unterzeichnen».
 
verhantéieren trans. Verb.: «verarbeiten» — auch iron.: du hues mer dat gutt, schéi verhantéiert (= verakkommodéiert).
 
verhaselen (-'hAzələn) trans. Verb.: «überstürzt tun, durch Eile verderben» — déi Aarbecht gouf verhaselt; dazu das Verbadj.: verhaselt «überstürzt» (cf. haseleg).
 
verhatz(el)en trans. Verb.: 1) «verderben, unordentlich ausführen» — dat Kleed as ganz verhatzelt — en huet d'Ham ganz verhatzelt (falsch geschnitten); 2) Wb. 06: «verwirren»; dazu lok. das Verbadj.: verhatzt 1) «verdorben, unordentlich»; 2) «schlecht, unordentlich gekleidet» — hatt kënnt ëmmer esou v.
 
verhääschen, -heeschen refl. Verb.: 1) «über seine Kräfte versprechen» — 't huet ee sech geschwë verhääsch(t) — verheesch dech nët; 2) «fälschlich beteuern» — ech wëll mech nët v.; 3) «einen falschen (gewöhnlich zu geringen) Preis fordern» — mir Äfalten hun iis verhääsch!
 
verhäerden Verb.: 1) trans. «ertragen, aushalten» — ech kann d'Péng nët méi v. (in dieser Bed. in Stadtlx. verhierden, hierden); 2) intr. «hart werden» — de Schwier as verhäert (das Geschwür ist verharscht).
 
Verhäerdong F.: «Geschwulst, Hautknoten» (cf. d. vor. sub 2).
 
verhälen, verhelen intr. Verb.: «ausheilen» (eigtl. u. übtr.) — dat do verheelt esou bal nët.
 
verhällechen, Westen: verhëllechen trans. Verb.: «verheiraten» — auch abs.: déi nächst Woch verhälleche mer (nächste Woche findet die Hochzeit [Bd. 1, S. 336] statt), bisw.: «verloben» — si gi verhällecht.
 
Verhällechong F.: «Verlobung» (Ospern) — (Brautstand, Everlingen).
 
verhämel(ech)en, -hemel(ech)en (Echt.: veraltet Part. Praet.: verhalicht) trans. Verb.: «verheimlichen».
 
verhämpelen trans. Verb.: «verschweigen».
 
verhämperen (Mosel), lok.: verhamperen (Echt.) tr. Verb.: «schlecht verhantieren» — en huet mer mäi Prabbeli verhämpert.
 
verhänken trans. Verb.: 1) «an eine falsche Stelle hängen»; 2) «durch einen Vorhang verbergen».
 
Verhänk(e)nes N.: «Verhängnis, Schicksal» — 't as ewéi e V. an där Familjen.
 
verhäsp(el)en (Echt.: verheiräspelen) trans. Verb.: «verheiraten».
 
verhätschelen trans. Verb.: «verhätschelen, liebkosen».
 
verheien trans./refl. Verb.: «falsch, umsonst werfen» — de Som as dëst Joer wéi verhäit — elo hun ech mech verhäit (auf der Kegelbahn), daher: eng verhäite Klatz.
 
Verhéier M.: «Verhör» — en huet mech al an de V. geholl.
 
verhéieren Verb.: A. trans. 1) «verhören, ausforschen»; 2) «durch Zufall erfahren, auffangen» — (= verlauschteren); B. refl.: «falsch hören, Gesagtes falsch auffassen» — maach, dass de dech nët verhéiers (zu einem Horcher).
 
verhéinen (Red.), Part. Praet. fər'hi:t trans. Verb.: 1) «verführen, mißbrauchen, Schmach antun»; 2) «hänseln» (veraltet).
 
verhëllefen trans./intr. Verb.: «verhelfen zu».
 
verhéngeren, verhongeren intr. V.: 1) «durch Hunger Schaden leiden»; 2) «verhungern» — d'Kanner sin hallef verhéngert, dafür meist: erhéngert.
 
verhënneren (Part. Praet.: verhënnert, verhonnert) trans. Verb.: «verhindern».
 
verher(re)chen, verherrijen (Vianden) lok.: verhellechen, verharjen, verhaljen trans. Verb.: «zerstören, verheeren» (Echt.: altes Part. Praet.: verharroïcht) — d'Héiner hoa mer de ganze Gouert verherrcht (Echt.).
 
verhessen trans. Verb.: «verscheuchen».
 
verhëtzen trans. Verb.: «erhitzen» (durch zu große Anstrengung) — d'Honn si verhëtzt.
 
verhetzen trans. Verb.: «verhetzen» — dazu das Verbadj.: verhetzt mit der bes. Bed. «verhext, erpicht» (s. d. folg.).
 
verhexen trans. Verb.: «verhexen» — bes. Bed.: «eine Krankheit, ein Gebrechen durch Zauberei zufügen» — dazu das Verbadj.: verhext 1) «verzaubert, verhext» — méng Händsche si v. (ich finde meine Handschuhe nirgends); 2) «erpicht auf» — en as v. op den Zocker, op dat Kaartespill; 3) «verliebt» — en as (ewéi) v. an d'Meedchen.
 
verhidden trans. Verb.: «verhüten» — ech hun ët verhutt (Osten: verhout, lok.: verhitt, verhéit).
 
verhiewen refl. Verb.: 1) «sich beim Heben wehtun» — deen do verhieft sech nët (Faulpelz); 2) übtr.: «sich übernehmen, sich über seine Kräfte zumuten» — hal op, verhief dech nët! (Dämpfer, an einen Prahlhans); 3) übtr.: «zuviel essen»; 4) beim Kartenspiel: «falsch abheben» — d'Kaart as verhuewen.
 
verhimmelen trans. Verb.: «verhimmeln».
 
Verhoalich(t) (lok. Echt.) F.: «Versteck» (im Haus, in Möbeln) = Verbuerg (s. d.).
 
verhoamelen (lok. Echt.) trans. V.: «zuschanden machen» — si hoan de Gouert verdämmelt a verhoamelt.
 
verhoffen (lok.) trans. Verb.: «hoffen».

 

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