LWB Luxemburger Wörterbuch
 
verschidden bis verschnären (Bd. 1, Sp. 350b bis 352a)
 
verschidden Adj.: «verschieden, entgegengesetzt» (alt: ënnerschiddlech); Abl.: Verschiddenheet F.
 
verschimmen (alt: verschiemen, verschimpen, lok.: verschemen) trans. Verb.: 1) «verunstalten» — esou en Haus verschimt d'ganz Duerf; 2) «in Schande setzen, bloßstellen» — en huet e verschimt, 't geet emol keen Hond méi widdert e pissen (s. verschoamen).
 
verschimt (Westen: -schiimt) Verbadj.: 1) «verschämt, schüchtern» — e verschimte Kärel — in Echt. dagegen: onverscheemt oarm Leit (= verschämte Arme); 2) «unverschämt» — 't as v. wéi dee sech opféiert — v. deier.
 
Verschlag M.: 1) «Verschlag» (meist kleiner Schuppen) — dafür: Kabeischen, Stouz (Echt.); 2) «heimliche Kenntnis» — hien hat scho V. dervun (cf. R. VI/321). [Bd. 1, S. 351]
 
verschlambampelen trans. Verb.: «vergeuden».
 
verschlappen trans. Verb.: 1) «zu große Schuhe vertreten» (cf. Schlapp F.); 2) «abnutzen» (durch Schlürfen) — e krett d'Féiss nët op, e verschlappt all Schoun (Nösl.).
 
verschlaufen refl. Verb.: «fort-, unterschlüpfen, sich verkriechen» — d'Hénkelen hate sech verschloff.
 
verschläfen, -schlefen trans. Verb.: 1) «verschleppen, durch Unordnung verloren gehen lassen» — eng Krankhät v. (durch Ansteckung verbreiten); 2) «fortschleppen» (= ewechschläfen — s. d.); 3) «verführen»; 4) «(unnötig) in die Länge ziehen» — de Prozess gët méintlaang verschlääft; 5) «nivellieren, Unebenheiten des Geländes ausmerzen» — mer mussen déi Kopp v.
 
verschläifen trans. Verb.: 1) «abschleifen, durch Schleifen verputzen» — de Schlëssel passt nët, en as nët richteg verschlaff; 2) «falsch schleifen, durch Schleifen abnutzen».
 
verschläissen intr. Verb.: «fadenscheinig werden, abnutzen» — d'Ridoë, d'Tapië (Teppecher) si verschlass.
 
verschlären (neben neol.: verschleieren) trans. Verb.: 1) «verschleiern»; 2) «beschönigen»; dazu das Verbadj.: verschläert mit der bes. Bed.: «betrübt, verweint» (vom Gesicht, den Augen).
 
verschlécken Verb.: 1) trans.: «verschlucken, herunterschlucken» — im eigtl. Sinn meist dafür (of)schlécken — übtr.: verschléck déng Wierder nët esou (cf. Schléck); 2) refl.: «sich verschlucken, falsch schlucken» — d'Kand huet sech verschléckt — übtr.: verschléck dech nët! (rede nicht so schnell, sage keine Lüge) — cf. auch: Vadronserlächelchen.
 
verschleimen intr. Verb.: «verschleimen» — ech hun d'Broscht (ech si) ganz verschleimt; dazu die Abl.: Verschleimong F.
 
verschlëmm(er)en trans. refl. Verb.: «verschlimmern».
 
verschlëmmen, verschlëmpen trans. Verb.: «verbiegen» — de Schlëssel (d'Schlass) as verschlëmpt — (cf. schlëmpen).
 
verschlëppen (lok. auch: verschläppen) trans./refl. Verb.: «(sich) verwickeln, verstricken, verknoten» (beim Stricken, Häkeln, Weben) — pass op, de Fuedem verschlëppt sech (beim Spinnen) — en huet d'Träipe verschlëppt (auch: eng Träipeverschlëppong, de Miserere — s. d.).
 
verschléissen trans. Verb.: «verschließen» — dazu die Abl.: Verschloss M.: «Verschluß» (meist an Kleidern) — si hält alles ënner V.
 
verschloën Verb.: A. trans.: 1) «falsch beschlagen» (Wb. 06: «ein Pferd beschlagen») — cf. vernelen; 2) «heimlich erfahren, Wind von einer Sache bekommen» — dat hat ech all verschlon (R. V/345) — ech hun eppes verschloë wéi wann . . . (ich habe heimlich erfahren . . .) — ech hun et u séngem Otem verschloën (ich habe aus seinem Gespräch seine Meinung erraten); 3) bisw. wie hd. in der Ra.: dat huet mer den Otem verschloën (dafür: geholl); B. intr./refl.: 1) «abkühlen, lauwarm werden» — waart bis d'Waasser (oder: d'Zopp) sech v. huet (oder: bis et verschloën, verschlo as); 2) «abnehmen, sich verziehen» (von der Witterung) — waart, bis d'Wieder, de Reen sech v. huet.
 
verschlofen Verb.: A. trans.: 1) «durch Schlafen versäumen» — e verschléift bal all muerges den Zuch; 2) «mit Schlafen verbringen» — du verschléifs de léiwe laangen Dag; 3) «durch Schlafen überwinden» — en huet säi Verdross (séng Suerge) verschlof; 4) Kartenspiel: fordert die Ehefrau das dem Ehemann abgewonnene Geld ein, so erwidert dieser: dat verschlofe mer mateneen!; B. refl.: «zu lange schlafen»; dazu das Verbadj.: verschlofen «verschlafen, schlafsüchtig» — e verschlofene Kärel — e verschlofent Gesiicht — wat as dat haut emol e verschlofenen Dag, e verschlofent Wieder — eng v. Affär (übtr.: Angelegenheit, die nicht vom Fleck kommt).
 
verschluppen Verb.: A. trans.: 1) «vertrinken» — en huet alles verschluppt (cf. versippen); 2) «verkehrt machen» (cf. verfomfachen); 3) «durch Nachlässigkeit verderben» — du verschlupps déng Kläder alleguerten; B. refl.: «zuviel trinken, sich betrinken».
 
verschmäerzen trans. Verb.: «verschmerzen».
 
verschmälzen trans. Verb.: «mit zuviel Schmalz zubereiten» — d'Speise (das Gemüse) si verschmälzt.
 
verschméi(n)en trans. Verb.: «verschmähen» — Kinderlied: Hei as eng Straisschen an Éieren, Ech hoffen, der wäert se nët v.
 
verschméierlech Adj.: «wählerisch» (dafür meist: glott, auch: kéier, kir).
 
verschmëlzen intr. Verb.: «schmelzen» — mer si bal vun Hëtzt verschmolt [Bd. 1, S. 352] — je, komm mat eraus, du bas nët vun Zocker, du verschmëlz nët.
 
verschmieren trans. Verb.: 1) «verschmieren, nutzlos auftragen, (Farben) durcheinandermengen» — wat huet dat séng Fassad verschmiert (auffällig geschminkt); 2) «zukleben, zuschmieren» — mer mussen déi Bascht v.
 
verschmotzen trans./intr. Verb.: «verschmutzen».
 
verschmud(d)elen trans. intr. Verb.: «durch Nachlässigkeit verderben».
 
verschmuechten intr. Verb.: «verschmachten».
 
verschnappen refl. Verb.: «sich versehen, irren (in Wort und Tat)» — du hat ech mech verschnappt (da hatte ich ein unbedachtes Wort gesagt) — hie verschnappt sech emol gär (ist vorlaut).
 
verschnappt Verbadj.: «verschnupft» (im eigtl. u. übtr. Sinne).
 
verschnauwen trans. Verb.: 1) «(Schnupftabak) verbrauchen, für Tabakprisen ausgeben»; 2) «verwinden» — ech hun déi Frechheet, dee Verloscht nët v.; 3) «ausruhen» (bei einem anstrengenden Spaziergang z. B.) — loosse mer e bëschen v. éier mer weidergin — dazu das Verbadj.: verschnauft = verschnappt (s. d.).
 
verschneiden Verb.: A. trans. 1) «in Stücke schneiden» (namentlich gebr. für das Zerlegen der Schweine bei Hausschlachtungen); 2) «falsch zuschneiden» — de Stofft as verschnidden — engem de Wee v. (jemandem zuvorkommen, auflauern); 3) bes. an der Mosel: «mischen» (bes. den Wein aus verschiedenen Traubensorten); B. refl. «falsch, zuviel schneiden» — spaßh.: verschneid dech nët (zu jem., der zu knapp abmißt).
 
verschneieren, lok. verschnären tr. Verb.: «durch Zufall hören, Wind bekommen von».

 

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