LWB Luxemburger Wörterbuch
 
verschlëmmen, verschlëmpen bis verschwäässt (Bd. 1, Sp. 351a bis 352b)
 
verschlëmmen, verschlëmpen trans. Verb.: «verbiegen» — de Schlëssel (d'Schlass) as verschlëmpt — (cf. schlëmpen).
 
verschlëppen (lok. auch: verschläppen) trans./refl. Verb.: «(sich) verwickeln, verstricken, verknoten» (beim Stricken, Häkeln, Weben) — pass op, de Fuedem verschlëppt sech (beim Spinnen) — en huet d'Träipe verschlëppt (auch: eng Träipeverschlëppong, de Miserere — s. d.).
 
verschléissen trans. Verb.: «verschließen» — dazu die Abl.: Verschloss M.: «Verschluß» (meist an Kleidern) — si hält alles ënner V.
 
verschloën Verb.: A. trans.: 1) «falsch beschlagen» (Wb. 06: «ein Pferd beschlagen») — cf. vernelen; 2) «heimlich erfahren, Wind von einer Sache bekommen» — dat hat ech all verschlon (R. V/345) — ech hun eppes verschloë wéi wann . . . (ich habe heimlich erfahren . . .) — ech hun et u séngem Otem verschloën (ich habe aus seinem Gespräch seine Meinung erraten); 3) bisw. wie hd. in der Ra.: dat huet mer den Otem verschloën (dafür: geholl); B. intr./refl.: 1) «abkühlen, lauwarm werden» — waart bis d'Waasser (oder: d'Zopp) sech v. huet (oder: bis et verschloën, verschlo as); 2) «abnehmen, sich verziehen» (von der Witterung) — waart, bis d'Wieder, de Reen sech v. huet.
 
verschlofen Verb.: A. trans.: 1) «durch Schlafen versäumen» — e verschléift bal all muerges den Zuch; 2) «mit Schlafen verbringen» — du verschléifs de léiwe laangen Dag; 3) «durch Schlafen überwinden» — en huet säi Verdross (séng Suerge) verschlof; 4) Kartenspiel: fordert die Ehefrau das dem Ehemann abgewonnene Geld ein, so erwidert dieser: dat verschlofe mer mateneen!; B. refl.: «zu lange schlafen»; dazu das Verbadj.: verschlofen «verschlafen, schlafsüchtig» — e verschlofene Kärel — e verschlofent Gesiicht — wat as dat haut emol e verschlofenen Dag, e verschlofent Wieder — eng v. Affär (übtr.: Angelegenheit, die nicht vom Fleck kommt).
 
verschluppen Verb.: A. trans.: 1) «vertrinken» — en huet alles verschluppt (cf. versippen); 2) «verkehrt machen» (cf. verfomfachen); 3) «durch Nachlässigkeit verderben» — du verschlupps déng Kläder alleguerten; B. refl.: «zuviel trinken, sich betrinken».
 
verschmäerzen trans. Verb.: «verschmerzen».
 
verschmälzen trans. Verb.: «mit zuviel Schmalz zubereiten» — d'Speise (das Gemüse) si verschmälzt.
 
verschméi(n)en trans. Verb.: «verschmähen» — Kinderlied: Hei as eng Straisschen an Éieren, Ech hoffen, der wäert se nët v.
 
verschméierlech Adj.: «wählerisch» (dafür meist: glott, auch: kéier, kir).
 
verschmëlzen intr. Verb.: «schmelzen» — mer si bal vun Hëtzt verschmolt [Bd. 1, S. 352] — je, komm mat eraus, du bas nët vun Zocker, du verschmëlz nët.
 
verschmieren trans. Verb.: 1) «verschmieren, nutzlos auftragen, (Farben) durcheinandermengen» — wat huet dat séng Fassad verschmiert (auffällig geschminkt); 2) «zukleben, zuschmieren» — mer mussen déi Bascht v.
 
verschmotzen trans./intr. Verb.: «verschmutzen».
 
verschmud(d)elen trans. intr. Verb.: «durch Nachlässigkeit verderben».
 
verschmuechten intr. Verb.: «verschmachten».
 
verschnappen refl. Verb.: «sich versehen, irren (in Wort und Tat)» — du hat ech mech verschnappt (da hatte ich ein unbedachtes Wort gesagt) — hie verschnappt sech emol gär (ist vorlaut).
 
verschnappt Verbadj.: «verschnupft» (im eigtl. u. übtr. Sinne).
 
verschnauwen trans. Verb.: 1) «(Schnupftabak) verbrauchen, für Tabakprisen ausgeben»; 2) «verwinden» — ech hun déi Frechheet, dee Verloscht nët v.; 3) «ausruhen» (bei einem anstrengenden Spaziergang z. B.) — loosse mer e bëschen v. éier mer weidergin — dazu das Verbadj.: verschnauft = verschnappt (s. d.).
 
verschneiden Verb.: A. trans. 1) «in Stücke schneiden» (namentlich gebr. für das Zerlegen der Schweine bei Hausschlachtungen); 2) «falsch zuschneiden» — de Stofft as verschnidden — engem de Wee v. (jemandem zuvorkommen, auflauern); 3) bes. an der Mosel: «mischen» (bes. den Wein aus verschiedenen Traubensorten); B. refl. «falsch, zuviel schneiden» — spaßh.: verschneid dech nët (zu jem., der zu knapp abmißt).
 
verschneieren, lok. verschnären tr. Verb.: «durch Zufall hören, Wind bekommen von».
 
verschnéieren trans. Verb.: «vergällen» (cf. verkraachen).
 
verschnëppelen (Echt.: verschnappelen) trans. Verb.: «in kleine Stücke, Schnippel schneiden».
 
verschoamen (Echt.) trans. Verb.: «beschämen» — sonst: verschimmen (s. d.).
 
verscholl(en) (Neol.) Verbadj.: «verschollen» — en as a Russland v.
 
verscholleren trans. Verb.: «verlieren» (beim Scholleren — s. d.).
 
verschoss Verbadj.: zu verschéissen (s. d.).
 
verschoteren Verb.: A. trans.: 1) «scheu machen, verschüchtern, einschüchtern, irre machen» — jäiz nët esou haart, du verschoters dat Kand jo ganz — looss dech nëmmen nët v.; 2) «verscheuchen» — verschoter den Hond, soss gët e keng Rou; B. intr.: «scheu, irre werden» — wann en Huer (Habicht) an der Luucht as, v. d'Hénger; dazu das Verbadj.: verschotert «scheu, gedrückt, mutlos» — e geet doeruechter ewéi e v. Hénkel, Schof — v. ewéi e veriirt Schof (s. schote(re)n).
 
verschounen trans. Verb.: «verschonen» — verschoun mech (dermat — behellige mich nicht).
 
verschrampelen, -schrompelen intr. Verb.: «verschrumpeln, -schrumpfen».
 
verschreiwen Verb.: A. trans.: 1) «verschreiben» (ein Rezept); 2) «durch Schreiben verbrauchen, vollschreiben» — d'Tënt, d'Heft as verschriwwen; 3) «gerichtlich aktieren, durch Testament übertragen» — e verschreift dem Nëvéi d'Haus; 4) übtr.: «übertragen (eine Krankheit)»; B. refl.: 1) «versehentlich falsch schreiben»; 2) «zuviel schreiben» (bes. neg. gebr.) — hie verschreift sech nët (er ist schreibfaul, bes. im Briefwechsel); 3) «sich ausliefern» — ech v. mech kenger Partei — 't mengt een, en hätt sech dem Deiwel verschriwwen (= en as dës Deiwels); 4) «sich verbürgen».
 
verschriën Verbadj.: «verschrien, verrufen» — en as am ganze Kantong fir séng Knéckegkeet v. (cf. verkrääscht).
 
verschrotten trans. Verb.: wie hd.
 
verschummelen trans. Verb.: «heimlich beiseite schaffen» (cf. verschëmmelen).
 
verschwannen intr. Verb.: «verschwinden» — mäi Portmonni as verschwonn(en) — hopp, verschwann! (zu einem Lästigen).
 
verschwäässen, -schweessen trans. Verb.: 1) «durch Schwitzen verderben» — hetz nët esou, du verschweess der däi ganzt Gezei; 2) «als Schweiß ausscheiden» — hätte mer dee Béier nach all verschweesst; 3) «verwinden» — en huet deen Affront nach nët verschwäässt; 4) «durch Schweißen verbinden»; dazu das Verbadj.: verschwäässt — e v. Hiem, e verschwäässte Kolli (Kragen).

 

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