LWB Luxemburger Wörterbuch
 
verscholl(en) bis versielen (Bd. 1, Sp. 352a bis 353b)
 
verscholl(en) (Neol.) Verbadj.: «verschollen» — en as a Russland v.
 
verscholleren trans. Verb.: «verlieren» (beim Scholleren — s. d.).
 
verschoss Verbadj.: zu verschéissen (s. d.).
 
verschoteren Verb.: A. trans.: 1) «scheu machen, verschüchtern, einschüchtern, irre machen» — jäiz nët esou haart, du verschoters dat Kand jo ganz — looss dech nëmmen nët v.; 2) «verscheuchen» — verschoter den Hond, soss gët e keng Rou; B. intr.: «scheu, irre werden» — wann en Huer (Habicht) an der Luucht as, v. d'Hénger; dazu das Verbadj.: verschotert «scheu, gedrückt, mutlos» — e geet doeruechter ewéi e v. Hénkel, Schof — v. ewéi e veriirt Schof (s. schote(re)n).
 
verschounen trans. Verb.: «verschonen» — verschoun mech (dermat — behellige mich nicht).
 
verschrampelen, -schrompelen intr. Verb.: «verschrumpeln, -schrumpfen».
 
verschreiwen Verb.: A. trans.: 1) «verschreiben» (ein Rezept); 2) «durch Schreiben verbrauchen, vollschreiben» — d'Tënt, d'Heft as verschriwwen; 3) «gerichtlich aktieren, durch Testament übertragen» — e verschreift dem Nëvéi d'Haus; 4) übtr.: «übertragen (eine Krankheit)»; B. refl.: 1) «versehentlich falsch schreiben»; 2) «zuviel schreiben» (bes. neg. gebr.) — hie verschreift sech nët (er ist schreibfaul, bes. im Briefwechsel); 3) «sich ausliefern» — ech v. mech kenger Partei — 't mengt een, en hätt sech dem Deiwel verschriwwen (= en as dës Deiwels); 4) «sich verbürgen».
 
verschriën Verbadj.: «verschrien, verrufen» — en as am ganze Kantong fir séng Knéckegkeet v. (cf. verkrääscht).
 
verschrotten trans. Verb.: wie hd.
 
verschummelen trans. Verb.: «heimlich beiseite schaffen» (cf. verschëmmelen).
 
verschwannen intr. Verb.: «verschwinden» — mäi Portmonni as verschwonn(en) — hopp, verschwann! (zu einem Lästigen).
 
verschwäässen, -schweessen trans. Verb.: 1) «durch Schwitzen verderben» — hetz nët esou, du verschweess der däi ganzt Gezei; 2) «als Schweiß ausscheiden» — hätte mer dee Béier nach all verschweesst; 3) «verwinden» — en huet deen Affront nach nët verschwäässt; 4) «durch Schweißen verbinden»; dazu das Verbadj.: verschwäässt — e v. Hiem, e verschwäässte Kolli (Kragen).
 
verschwätzen Verb.: A. trans.: «anschwärzen» — en huet mech beim Schoulmääschter verschwat; B. refl.: 1) «sich versprechen, einen lapsus linguae begehen» — verschwätz dech nët (zu jem., der zu schnell, oder schwierige, gewählte Worte spricht); 2) «zuviel reden» (bes. neg. gebr.)[Bd. 1, S. 353] dee verschwätzt sech nët (er ist wortkarg) — en huet sech nët braucht ze v. (er schwieg beharrlich); 3) «sich verplappern, etwas durch Reden verraten».
 
verschwéiert (lok. verschwäert) Verbadj.: «verschwägert».
 
Verschwender M.: «Verschwender» (aus dem Hd.) — cf. Dropmécher.
 
Verschwendong F.: «Verschwendung» (aus dem Hd. — Wb. 06).
 
verschwéngzen (lok. Ostrand: verschweinzen) trans. Verb.: 1) «versauen, miserabel besorgen»; 2) «verderben»; 3) «verschwenden».
 
verschwieren Verb.: 1) trans.: «durch Eid bekräftigen» — ech kann et nët v. — auch refl. in dieser Bed.: ech hätt mech verschwuer, 't wier hie gewiescht!; 2) refl.: «sich verschwören» — si hu sech all géint mech verschwuer.
 
verschwomm(en) Adj.: «verschwommen, ungenau» — 't as mer esou v. vrun den Aën — 't as mer esou v. wéi wann (ungenaue Erinnerung).
 
versécheren trans./refl. V.: «(sich) versichern»; dazu die Abl.: Versécherong F.: 1) «Versicherung»; 2) «Sicherheit» — ech hun dorun eng V. (ich habe daran etwas Sicheres); 3) «Assekuranz»; Versécherongsagent M.; Versécherongsspéngel, Versicheréngsspingel, Versicherongsnol, Versicherheitsspéngel F.: «Sicherheitsnadel» — s. Fabriksspéngel, Festonnéierspéngel.
 
verséien trans./refl. Verb.: «falsch, zu viel säen».
 
verseien trans. Verb.: «eine Kuh nach und nach vom Melken entwöhnen, so daß sie keine Milch mehr gibt»; dazu das Verbadj.: versigen (-/zijən) in der Ra.: d'Kou as v. (= steet, as mees — die Kuh steht still, gibt keine Milch mehr).
 
verséissen trans. Verb.: «versüßen».
 
versëlweren trans. Verb.: «versilbern» (und zwar nur: «mit Silber überziehen»).
 
versëndegen refl. Verb.: 1) «sich versündigen»; 2) «etwas essen oder trinken, was man nicht soll».
 
versengen trans./refl. Verb.: 1) eigtl.: «versengen» — verseng der de Baart nët (beim Feueranzünden); 2) übtr.: a. d'Meedchen huet sech de Läpp versengt (das Mädchen hat sich vergangen); b. en huet sech (e) versengt (er hat eine venerische Krankheit erwischt).
 
versenken trans. Verb.: 1) «versenken» — ech wëllt, du wiers matzen an d'Mier versenkt!; 2) in der Schreinerspr.: «ganz einschlagen, in eine Vertiefung einlassen» (Nagel, Schraube), und zwar mit einem Chasse-clou M. oder einem Versenkbuer M.: «Versenkbohrer»; 3) in der Schifferspr.: «(den Anker) auswerfen».
 
versénken intr. Verb.: «versinken» — mer si bal am Bulli versonk.
 
versetzen trans. Verb.: «versetzen» in seinen verschiedenen Bed.: 1) «umpflanzen» — mir hun eist Äerdbier versat; 2) «anderswo beschäftigen, anstellen» — si versetze mech an d'Stad (cf. auch: strofversat); 3) «für Geld als Pfand hinterlegen» — Echt.: fer de Foaskostüm gif ich Man a Kanner versezen; 4) «einen Streich spielen, Unangenehmes zufügen, einen unfreundlichen Akt setzen» — ech v. em eppes, dorun huet e laang ze verdauen — wat hun ech der versat?; 5) «durch etwas (Dazwischengesetztes) versperren» — en huet d'Späicherdir mat Krom a Këschte versat; dazu die Abl.: Versetzong F. — ech waarden op méng V. — Du mengs, en hätt d'ganz Duerf a Versetzong (Pfand).
 
versëtzen Verb.: 1) trans.: «durch Sitzen versäumen, mit Sitzen hinbringen, durch langes Rutschen verschleißen» — méng Box as versiess; 2) refl.: «zu lange sitzen»; cf. versiess.
 
versichen trans. Verb.: «versuchen», und zwar: 1) «in Versuchung führen» — da's eiser Härgott versicht — looss dech nët v.; 2) «probieren» — drohend und warnend: versich ët emol! — 't wier emol ze v. — meist dafür: probéieren.
 
versidderen trans./intr. Verb.: 1) «ausglühen»; 2) «zu viel schmoren» — Echt.: dou versidders noach an der Heel!
 
versielen trans. Verb.: «versohlen», in der bes. Bed.: «prügeln», dafür meist: den Hënner (Hintern) ersielen (s. d.).

 

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