LWB Luxemburger Wörterbuch
 
verschwäässen, -schweessen bis versoën (Bd. 1, Sp. 352b bis 354a)
 
verschwäässen, -schweessen trans. Verb.: 1) «durch Schwitzen verderben» — hetz nët esou, du verschweess der däi ganzt Gezei; 2) «als Schweiß ausscheiden» — hätte mer dee Béier nach all verschweesst; 3) «verwinden» — en huet deen Affront nach nët verschwäässt; 4) «durch Schweißen verbinden»; dazu das Verbadj.: verschwäässt — e v. Hiem, e verschwäässte Kolli (Kragen).
 
verschwätzen Verb.: A. trans.: «anschwärzen» — en huet mech beim Schoulmääschter verschwat; B. refl.: 1) «sich versprechen, einen lapsus linguae begehen» — verschwätz dech nët (zu jem., der zu schnell, oder schwierige, gewählte Worte spricht); 2) «zuviel reden» (bes. neg. gebr.)[Bd. 1, S. 353] dee verschwätzt sech nët (er ist wortkarg) — en huet sech nët braucht ze v. (er schwieg beharrlich); 3) «sich verplappern, etwas durch Reden verraten».
 
verschwéiert (lok. verschwäert) Verbadj.: «verschwägert».
 
Verschwender M.: «Verschwender» (aus dem Hd.) — cf. Dropmécher.
 
Verschwendong F.: «Verschwendung» (aus dem Hd. — Wb. 06).
 
verschwéngzen (lok. Ostrand: verschweinzen) trans. Verb.: 1) «versauen, miserabel besorgen»; 2) «verderben»; 3) «verschwenden».
 
verschwieren Verb.: 1) trans.: «durch Eid bekräftigen» — ech kann et nët v. — auch refl. in dieser Bed.: ech hätt mech verschwuer, 't wier hie gewiescht!; 2) refl.: «sich verschwören» — si hu sech all géint mech verschwuer.
 
verschwomm(en) Adj.: «verschwommen, ungenau» — 't as mer esou v. vrun den Aën — 't as mer esou v. wéi wann (ungenaue Erinnerung).
 
versécheren trans./refl. V.: «(sich) versichern»; dazu die Abl.: Versécherong F.: 1) «Versicherung»; 2) «Sicherheit» — ech hun dorun eng V. (ich habe daran etwas Sicheres); 3) «Assekuranz»; Versécherongsagent M.; Versécherongsspéngel, Versicheréngsspingel, Versicherongsnol, Versicherheitsspéngel F.: «Sicherheitsnadel» — s. Fabriksspéngel, Festonnéierspéngel.
 
verséien trans./refl. Verb.: «falsch, zu viel säen».
 
verseien trans. Verb.: «eine Kuh nach und nach vom Melken entwöhnen, so daß sie keine Milch mehr gibt»; dazu das Verbadj.: versigen (-/zijən) in der Ra.: d'Kou as v. (= steet, as mees — die Kuh steht still, gibt keine Milch mehr).
 
verséissen trans. Verb.: «versüßen».
 
versëlweren trans. Verb.: «versilbern» (und zwar nur: «mit Silber überziehen»).
 
versëndegen refl. Verb.: 1) «sich versündigen»; 2) «etwas essen oder trinken, was man nicht soll».
 
versengen trans./refl. Verb.: 1) eigtl.: «versengen» — verseng der de Baart nët (beim Feueranzünden); 2) übtr.: a. d'Meedchen huet sech de Läpp versengt (das Mädchen hat sich vergangen); b. en huet sech (e) versengt (er hat eine venerische Krankheit erwischt).
 
versenken trans. Verb.: 1) «versenken» — ech wëllt, du wiers matzen an d'Mier versenkt!; 2) in der Schreinerspr.: «ganz einschlagen, in eine Vertiefung einlassen» (Nagel, Schraube), und zwar mit einem Chasse-clou M. oder einem Versenkbuer M.: «Versenkbohrer»; 3) in der Schifferspr.: «(den Anker) auswerfen».
 
versénken intr. Verb.: «versinken» — mer si bal am Bulli versonk.
 
versetzen trans. Verb.: «versetzen» in seinen verschiedenen Bed.: 1) «umpflanzen» — mir hun eist Äerdbier versat; 2) «anderswo beschäftigen, anstellen» — si versetze mech an d'Stad (cf. auch: strofversat); 3) «für Geld als Pfand hinterlegen» — Echt.: fer de Foaskostüm gif ich Man a Kanner versezen; 4) «einen Streich spielen, Unangenehmes zufügen, einen unfreundlichen Akt setzen» — ech v. em eppes, dorun huet e laang ze verdauen — wat hun ech der versat?; 5) «durch etwas (Dazwischengesetztes) versperren» — en huet d'Späicherdir mat Krom a Këschte versat; dazu die Abl.: Versetzong F. — ech waarden op méng V. — Du mengs, en hätt d'ganz Duerf a Versetzong (Pfand).
 
versëtzen Verb.: 1) trans.: «durch Sitzen versäumen, mit Sitzen hinbringen, durch langes Rutschen verschleißen» — méng Box as versiess; 2) refl.: «zu lange sitzen»; cf. versiess.
 
versichen trans. Verb.: «versuchen», und zwar: 1) «in Versuchung führen» — da's eiser Härgott versicht — looss dech nët v.; 2) «probieren» — drohend und warnend: versich ët emol! — 't wier emol ze v. — meist dafür: probéieren.
 
versidderen trans./intr. Verb.: 1) «ausglühen»; 2) «zu viel schmoren» — Echt.: dou versidders noach an der Heel!
 
versielen trans. Verb.: «versohlen», in der bes. Bed.: «prügeln», dafür meist: den Hënner (Hintern) ersielen (s. d.).
 
versierglech, versiercherlech Adj.: «sorgsam, sorglich, besorgt» — eng v. Hand.
 
versiess Adj.: «versessen» (cf. auch: besiess).
 
versigelen (-j-) trans. Verb.: «versiegeln» — Ra.: verbréift a v. Rechter.
 
versimmelen, versiemelen, versemelen = versammelen (s. d.).
 
versimmeren intr. Verb.: 1) «unter der Asche weiterglimmen, verglimmen» — d'Brikette v. am Uewen; 2) «im Topf leise weiterkochen». [Bd. 1, S. 354]
 
versinn Verb.: A. tran.: 1) «versorgen mit, eindecken» (cf. bes. furnéieren) — mir sin nach v. (wir haben noch genügend Waren); 2) «mit den Sterbesakramenten versehen» — de Kranke gouf v.; B. refl.: 1) «falsch sehen, sich versehen, irren, täuschen» — v. ass (och) verspillt — 't versäit ee sech nët méi ewéi hannert de Leit — 2) und 3) = verkucken sub 1 und 4 (s. d.).
 
Versinn I N.: «Versehen» — entschëllegt, 't war e V.
 
Versinn II lok. Besinn - Mosel (Pl. Versinner) N. und M.: 1) «Zimmerdecke» (= Plafong) — e räächt iwer de V. (von einem sehr großen Menschen); 2) «Zimmerhöhe, Stockwerk» — en héicht V. (ein hohes Zimmer) — ent Versinn héich (Nordösling) — en Haus mat zwee Versinner (mit Erd- und Obergeschoß, also einstöckig) — auch übtr.: 't gät mer iwer de V. (das verstehe ich nicht); 3) «Gesims» (bei einem Haus, Schrank usw.) s. Kornisch; 4) «Heuboden» — en as vum V. gefall = en as vun der Genn gefall.
 
versinnsdéif, -héich Adj.: «zimmertief, -hoch».
 
versippen, versuppen trans. Verb.: «vertrinken».
 
versoën Verb.: A. trans.: 1) «ausschlagen, ablehnen» — eng Drëppche verseet een nët; 2) «vergeben, versprechen, verloben» — d'Plaz, mäin nächsten Danz, d'Meedchen as scho versot; B. intr.: «versagen, aussetzen» — d'Flënt, d'Häerz, de Motor verseet — dee verseet wou et gëlt — do verseet méng Kennschaaft, all Konscht, mäi Latäin; C. refl.: «sich versagen» — e verseet sech (séngem Bauch) näischt.

 

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