LWB Luxemburger Wörterbuch
 
verursaachen bis Verwël(le)gen (Bd. 1, Sp. 358a bis 359a)
 
verursaachen trans. Verb.: «verursachen».
 
verustiichten, verustiw(w)elen trans. Verb.: «anstiften, anrichten» (pejor.).
 
veruzen trans. Verb.: «verulken».
 
verwaarden Verb.: 1) trans. «abwarten» — e konnt d'Zäit nët v.; 2) refl.: «die günstige Zeit verpassen» (bes. Nösl.) — ich ha mich verwaart firr deen Handel ze man; 3) verwaart sin «gefaßt sein» — ech war nët drop verwaart.
 
verwackelen trans. Verb.: «verwakkeln, durch Wackeln verderben» (Foto).
 
verwalen I intr. Verb.: «nicht mehr kochen» (vom Wasser).
 
verwalen II, meist: verwallen trans. Verb.: 1) «verwirren» — en as ganz verwallt; 2) «verscheuchen».
 
Verwal(l)ong, Verwall(e)gen F.: «Verwirrung» — d'Hong as an enger V. ënnert den Auto gelaf.
 
verwalten trans. Verb.: wie hd.; Abl.: Verwaltung, -ong F. (cf. Administratioun), Verwalter M.
 
verwam(më)schen (Echt.: verwammichen) trans. Verb.: «durchprügeln».
 
verwandelen trans. Verb.: «verwandeln»; Abl.: Verwandelong F. — Folkl.: Hexen und Hexenmeister können sich in Tiere und Sachen verwandeln. Hexen erscheinen meist als Katzen und Hasen, Hexenmeister als Wölfe. Verwundung des Tieres (durch silberne oder gesegnete Kugel) zieht Rückverwandlung in menschliche Gestalt nach sich, wobei die erlittenen Wunden sichtbar bleiben oder das abgehauene Glied fehlt. Um Vorübergehenden einen Schabernack zu spielen, verwandeln Hexenmeister sich in Baumstämme oder Faschinen. Gehängt, verwandelt der Hexenmeister sich in ein Bund Stroh, was dadurch verhindert werden kann, daß man ihn nicht den Erdboden berühren läßt (ihm den Zaubergürtel abnimmt), wenn er zum Galgen geführt wird. Die Verwandlung von verfolgten Geistlichen und Dieben in Bäume u. Sträucher, wodurch sie sich ihren Häschern entziehen, ist wohl nur als Blendzauber, nicht als echte Verwandlung aufzufassen.
 
verwandt Adj.: wie hd. — dafür alt: befrënt, gefrënt (s. d.); Abl.: Verwandtschaft F. (cf. Familjen).
 
verwannen I (zu Wand) trans./intr. Verb.: «im Winde trocknen» — d'Wäsch as verwandt (die Wäsche ist an der Leine schon nahezu getrocknet), dafür Nösl.: verwannigt.
 
verwannen II trans.: «verwinden, über sich bringen» — ech kann déi Schmot nët v. (auch: verquëssen — s. d.) — en huet et haut nach nët verwonnen.
 
verwanteren intr. Verb.: «überwintern».
 
verwarrelen trans./intr. Verb.: 1) «verwirren, in Unordnung bringen» (eigtl. und übtr.) — cf. verwurelen; 2) «verwachsen» — d'Wonn as gräisslech verwarrelt; dazu das Verbadj.: verwarr(el)t.
 
verwass(t) Verbadj.: zu verwäissen und verweisen I.
 
verwatzt Verbadj.: «verwirrt, unordentlich» (von Haaren).
 
verwäächelen, verweechelen trans. Verb.: «verweichlichen» (Wb. 06).
 
verwäächen intr. Verb.: «zu lange einweichen» (von Stockfisch u. ä).
 
verwäerden trans./intr. Verb. s. gewäerden.
 
verwäissen (veraltet — bei Ga. noch belegt) trans. Verb. = verweisen I (s. d.).
 
verwäschen trans. Verb.: «durch Waschen abnutzen» — d'Faarf as ganz verwäsch.
 
verwässeren, -weesseren trans. Verb.: 1) eigtl.: «mit (zuviel) Wasser durchsetzen» — de Bëtong as verwässert — dat schlecht Wieder verwässert d'Wisen; 2) übtr.: «durch Gerede entwerten», dazu (bes. in übtr. Bed.) das Verbadj.: verwässert — esou eng v. Ried hat ech scho laang nët méi gehéiert.
 
verwéckelen trans./refl. Verb.: 1) «(sich) verwickeln» — d'Kallef huet sech an der Kundel verwéckelt; 2) iron.: «prügeln».
 
verweien Verb.: 1) trans.: «überlasten» (meist neg. gebr.) — dee Pak verweit dech nët, hätt dech nët verwiën (das Paket könntest du mitnehmen); 2) refl.: «falsch wägen» (bes. [Bd. 1, S. 359] nichts zugeben, knapp abwägen) — deen eloë verweit sech nët.
 
verweilen (lok. -wällen, -wëllen) intr. Verb.: «warten» — verweilt nach e bëschen, e kënnt gläich.
 
verweisen I, älter: verwäissen (= mhd. verwîʒen) trans. Verb.: «strafend oder tadelnd vorwerfen» — dazu das Verbadj.: verwass(t) — dat kriss de verwass(t) (man macht dir Vorwürfe) — ech brauch iewer nach kä verwassent Brout z'iessen.
 
verweisen II trans. Verb.: «hinweisen» — se hu mech un Iech verwisen.
 
verwëlderen, verwëlleren intr. Verb.: «verwildern» — d'Rouse sin am Krich verwëll(er)t.
 
Verwëllech M., Verwël(le)gen M. u. N.,

 

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