LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Fettegkät, -keet bis fiddereg, féid(e)reg (Bd. 1, Sp. 364b bis 365b)
 
Fettegkät, -keet F.: «Fettigkeit».
 
Fettendonneschteg M.: «der letzte Donnerstag vor Fastnacht» — s. auch: Brudder (dem fette säi Brudder) und Donneschteg (sub 1).
 
fetten trans. Verb.: 1) «einfetten, mit Fett schmieren» — Drohung: elo kanns de der d'Schong f., nu fett der awer séier d'Schong (mache, daß du verschwindest) — cf. auch: afetten; 2) «mit Fett zubereiten» — de Kabes muß dräimol gefett gin (Erklärung: wou e geséit gët, an der Brooch an am Dëppen).
 
Fetthät, -heet F.: «Körperfülle».
 
Feu Artefice (fə/Artəfis = frz. feu d'artifice) M.: «Feuerwerk», dafür Fredefeier, neuerdings auch Feierwierk.
 
Feuille (fo:il) F.: «Formular» — in vielen Zussetz., etwa Feuille de route (fo:ildə/rut) F.: 1) «Marschbrief des Handwerksburschen» (in früheren Zeiten); 2) «Marschanweisung des Soldaten»; 3) «Frachtbrief».
 
Feuilleté M. s. Fëltches-.
 
Feuilleton (/foiltoŋ — auch: /fəltõ, /fo:iljətõ) M.: «Feuilleton», meist auch dafür: de Roman, d'Geschicht, ënnert dem Stréch.
 
Feuillette (wie frz.) F.: «Burgunderfaß» (frz. Weinfaß von verschiedener Größe, hierzulande ca. 110—112 l = eng hallef Barrique).
 
Feutre (/fə:tər) M.: 1) «Filz»; 2) «Filzhut» (cf. Fëlz).
 
féx, fix Adj.: «fix, tüchtig, stets bereit, behende» — maach emol e bësselche f. (spute dich, greife zu) — en as nët f. am Kapp oder am Still (nicht ganz weise) — an deem Haus as et nët f. ( a. in jenem Hause wird man übers Ohr gehauen; b. in jenem Hause geht ein Spuk um) — beim Kartenspiel: eng f. Kaart (eine Karte, die gewinnt), Ausspruch: an de Rescht as f. (die restlichen Karten sind sicher) — den Diamant as nët f. (der Diamant schneidet nicht mehr) — hien as f. mam Monn (vorlaut, wahnwitzig) — iron.: ma du bas mer e Féxen (auch: e Propperen —Tadel) — f. a fäerdeg (fix und fertig — auch: féxfäerdeg) — en as f. a fäerdeg bis op d'Schwäerzen (er steht vor dem Konkurs) — en as f. do — cf. auch: kiddelféx.
 
Féx- s. Fix-.
 
féxfäerdeg, fixfäerdeg Adj.: «fix und fertig», häufig in Raa. etwa: f. fir an de Prisong, op Ettelbréck, op de Kiirfecht, fir geschwäerzt ze gin.
 
fi, fich (auch: féi, foi) Interj.: «pfui» — ablehnend: fich der la Monika (ach [Bd. 1, S. 365] was!) — fich ba oder Fich-Muppes! (pfui Teufel) — fich, fich, fich, wéi dat sténkt oder: sténkt dat Lach (so spricht die Goldammer, wenn im Frühling der Gemüsegärtner seine Kulturen jaucht) — fich Muppes, auch substantivisch gebr.: hief dee Fichmuppes do nët op (irgend etwas Schmutziges) — 't as mer ganz fich (es stimmt etwas nicht, es ist mir ein bischen unheimlich, Luxbg.-Stadt) — uewen hich an ënne fich = uewe Beglass, ënne Beschass.
 
Fiaker (Ton: 1) M.: 1) «Führer einer Droschke, Lohnkutsche» (in Frankreich in früheren Jahren); 2) «Lohnkutsche».
 
Fiançaillen (fiÃ/sA:ilən) F. Pl.: «Verlobung(sfeier)».
 
Fiancé(e) (Ton: 2) M. und F.: «Verlobte(r)».
 
fiancéieren trans. Verb.: «verloben» — fiancéiert gin «sich verloben».
 
Fiasko M.: «Fiasko, Reinfall».
 
Fibel F.: «das erste Buch in der Primärschule», dafür auch: ABC- oder Ibuch.
 
Fiber F.: «Füllstoff für Kissen und Steppdecken», dazu die Zussetz.: Fibermatrass F. - cf. auch: Flacken, Kapok, Kréng, Plauten.
 
Ficelle (Ton: 1) — sonst wie frz.) F. im Nösl.: /fisəl, /fizl, dafür auch im Osten (Echt.): Fissäl (/fiszε:l) N. (und F. — mit «Seil» in Verb. gebr.): 1) «Bindfaden» — hien zéit d'Ficellen (Drahtzieher); 2) «Günstling der Lehrperson» (dafür meist: Fiffi); 3) «Freund eines Päderasten, Homosexuellen» (s. fiselen II).
 
Ficelleholz (/fisεlhol:ts) N.: «kleine Holznadeln um mit Ficelle zu nähen» (bes. zum Anfertigen und Ausbessern von Fischernetzen).
 
fich Interj.: «pfui» — ä f., wéi dat sténkt (s. fi).
 
Fiche (wie frz.) F.: 1) «Merkzettel, Karteikarte»; 2) «Spielmarke»; 3) verschiedene mechanische Teile, etwa: a. «Fitsche, Fi(t)schband, Scharnierband»; b. «Stift zum Einschieben».
 
Fichezap (/fiStsa:p) M.: «Dorn eines Gewindes» (Schlosserspr.) — Pl.: Fichezäpp.
 
Fichier (wie frz., aber Ton: 1) — Pl.: Fischieën) M.: «Karteischrank, -kasten».
 
Fichu (/fiSy — wie frz., bes. in Stadtlx.), meist dafür Fischi, Fischee, Fischéi (Ton: 1) M.: «Halstuch» (Ga.: «dreieckiges Weiberhalstuch») — e wëlle Schnappech, e seide Fischi.
 
Fid(d)el I F.: «Fiedel, Geige».
 
Fid(d)el II F.: «Vettel, liederliches (faules u. verkommenes) Weib» — auch: Fud(d)el, Fid(d)elfud(d)el.
 
Fid(d)el-: -boun M.: «Bohrrolle»; -buer M.: «Drillbohrer».
 
fid(d)elen trans. Verb.: «fiedeln» — bes. Bed.: 1) «mit der Hand hin- und herfahren»; 2) «unsicher, unentschlossen sein»; 3) «Kleinarbeit verrichten, nichts Ordentliches leisten», dazu die Abl.: Gefid(d)els N.; 4) obszön: coïre.
 
Fid(d)eler M.: «Fiedler» (bes. gebr. als Familienname).
 
fiddereg, féid(e)reg (lok. phV. cf. Ltb. 71) Adj.: «ein Fuder fassend» (cf. Faass) — e féidrige Middel (ein Modell zu einer Fuderfaßdaube) — eppes wéi e féideregt Faass (von einer dicken Frauensperson) — ähnlich auch: halleffiddereg «ein halbes Fuder fassend».

 

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