LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Flaachhuwwel bis flam(l)ännesch (Bd. 1, Sp. 383b bis 385a)
 
-huwwel M.: «Flachhobel» (Schreinerei); -schotz, -schoss M.: «waagerechter Minengang»; -zaang F.: «Drahtzange».
 
Flaatsch F.: 1) «Fläche, Fladen, größeres Stück von etwas» — eng F. Fleesch, Ham, Haut, Blutt — en huet mer eng déck F. op den Teller gin — wat sin do Flaatschen ewechgefuer (wenn tüchtig gegessen wurde) — Flaatschen ewéi Ploulammelen; 2) im bes.: «Areal Acker- oder Waldland» — cf. Flap; 3) «große, treibende Eisscholle auf der Mosel» (nachdem bei zugefrorenem Fluß plötzlich Hochwasser eingetreten ist und die Eisdecke sich von einem Ufer zum andern [Bd. 1, S. 384] hebt und auseinanderbirst) auch: Äisflaatsch.
 
flaatscheg Adj.: «breitflächig» — f. Hänn, Patten.
 
flaatschen trans./intr. Verb.: 1) «schlagen» (oft mit der flachen Hand, daß es klatscht) — ech hun em der lénks a rechts geflaatscht; 2) «mit großen Füßen schwerfällig auftreten, latschen» (cf. flappen sub 2), flatschen).
 
Flaatschert M.: «Mensch mit großen Füßen, der schwerfällig auftritt».
 
Flabbo M.: «unbedachter, rauher Mensch» (zur Bildung cf. Pabbo, Mammo, Gréido, Käddo usw.) — du F., fir dat Kand esou ze schloën (cf. Flappert).
 
Flabber M.: «Wamme» (hängende Haut am Kuhhals).
 
flabberen intr. Verb.: «baumeln, lose herunterhängen» — dazu das Adj.: flabbereg.
 
Flachs, Flechs F.: «Sehne, Flechse» — en huet sech eng F. verbruet (im allgem. bezeichnet Flachs die Sehne im lebenden Fleisch, dagegen Fies, Fues — s. d. — diejenige im Schlachtfleisch).
 
flachseg, flechseg (Wb. 06) Adj.: «faserig, sehnig» (vom Fleisch), dafür eher fieseg.
 
Flack F.: 1) «Flocke» — Zussetz.: Schnéiflacken; 2) nur im Pl.: «Flockwolle» (als Kissen- und Steppdeckenfüllung) — dazu die Zussetz.: Flackebett, N., Flackepillem M.: «Bettdecke, Pfühl aus Wollabfällen».
 
Flackebratz, Flachebratz F.: «dickes, unbeholfenes Frauenzimmer».
 
flackeg Adj.: «flockig».
 
flacker, flaker Adj.: «helle, lebendig» — f. Aën — de Wäin as f. (cf. fakel) — d'Rommele sti f. (wachsen schön) — Echt.: d'Bléit voan de spidden Epel as noach well f.
 
flackeren intr. Verb.: 1) «flackern» — in dieser Bed. dazu die phV.: flaggeren, flakeren, flaken — d'Luucht flackert (das Licht brennt unstet); 2) «zwinkern» — in dieser Bed. dazu die phV.: fackelen, flankéieren (ähnlich auch bléckzen) — e flackert mat den Aën; 3) unpers.: «flimmern» — et flackert mer vrun den Aën.
 
Flacon (wie frz. nur Ton: 1) M.: «Fläschchen».
 
Fladaus, Fladus (Ton: 2) F.: «Haube mit langen Bändern, weiß,gewöhnlich mit blauem Deckel».
 
Fladder M.: «dünnflüssiger Menschen- oder Tierkot».
 
Fladdermaus F.: «Fledermaus» — (Ösl.).
 
flad(d)ereg Adj.: «weich»; 2) «lose, unordentlich herunterhängend» — 't as ëmmer sou f. ugedoën (wéi wann d'Kleder séng nët wieren); 3) «widerstandslos»; 4) «flatterhaft» (cf. auch: fluddereg).
 
fladeren (Echt.) intr. Verb.: «müßig herumgehen» (auch: flangéieren, flankéieren, flanteren — s. d.).
 
flad(d)eren I intr. Verb.: «dünnflüssigen Mist von sich geben» — schumm dech, du hues nammel an d'Box geflad(d)ert.
 
flad(d)eren (lok. fläddren, flëtteren, flënteren, flanteren) II intr. Verb.: «flattern» — d'Hénger f. an der Perch (cf. dagegen die bes. Bed. von flatteren).
 
Fladerech, Fladeres, Fladerhanes, -tinnes M.: «charakterloser, unsteter Mensch» — dafür allgem.: Liichtfank, lok. Echt.: Hinanhärsak (s. d.).
 
Flad(e)ri, Fladderi IM.: «flüssiger Kot» — ech kucken, dass ech aus dem F. erauskommen, sot d'Meedchen, du huet et sech an d'Stad bestuet.
 
Flad(e)ri II M.: «Laffe, Stutzer, Geck» — dafür auch: Falladri (Ton: 4), Flari, Lari.
 
Flageolet (wie frz. nur Ton: 1) M.: 1) «kleine Flöte, Hochflöte»; 2) «Art Buschbohne» — haut gët et Flageoleë mat Hämmelfleesch; 3) «Griffart beim Violinspiel».
 
Flagrant délit (wie frz., phV.: flA/- grAŋ də /li:) M.: «frische Tat» — si hun en am (beim) F. erwëscht.
 
Flair (wie frz.) M.: 1) von Jagdhunden: «feiner Geruchssinn, Witterung»; 2) «Feingefühl, Instinkt» — 't muss een de F. hun, soss verspillt ee Geld beim Spekuléieren.
 
Flam (Nordösl.: Flamm) F.: 1) «Flamme» — Feier a F. (cf. Feier); 2) «Person, für die man schwärmt, Schatz» — dafür häufig auch Flämmchen — méng al F. (meine alte Liebe); 3) med.: «flammend rote Entzündung, starkes Hitzegefühl durch Entzündung» — auch nur: «Hitzegefühl durch Erröten».
 
flambéiert (flÃ:m-) Verbadj.: 1) «flammenartig» (von Ornamenten); 2) «mit Branntwein begossen, der beim Auftragen der Speise angezündet wird» (Punsch, Eierkuchen usw.); 3) «gesengt» (vom Geflügel, vor dem Braten); 4) von 3 übertr.: «ruiniert».
 
Flambo (Ton: 1) — zu frz. flambeau M.: 1) «Fackel» (wofür meist Fakel — s. d.); 2) «große Wachskerze [Bd. 1, S. 385] oder großer, etwa meterlanger, bes. bei der Fronleichnamprozession von den Kirchenratsmitgliedern getragener Kerzenhalter aus Holz mit kleinem Kerzenlicht»; 4) «Ohrfeige» — 't gët Flamboën (es geht schlimm her).
 
Flambosdréier M.: 1) «Fackelträger bei kirchlichen Zeremonien» (hauptsächlich die Kiirchesinner — Kirchenratsmitglieder, cf. d. vor.); 2) pejor.: «Zuträger» (des Pfarrers) — ähnlich: Schärpendréier.
 
Flamekuch, Flames, Flameschuedi M.: «Flammenkuchen, Plätzchen» — cf. auch Dënnkuch (Art der Herstell.: wenn in der Backmulde nach Fertigstellung des gekneteten Brotteiges und nach dessen Verteilung auf die verschiedenen Brotkörbe — Kuerbelen — ein Rest Teig übrigbleibt, wird dieser zusammengekratzt — geschäert — und diese Schäer zu dünnen, runden Fladen geformt; im Backofen, welcher inzwischen mit Reisigfaschinen — Fäschen — (an der Mosel auch mit Rebenholz) tüchtig geheizt worden ist, wird das verkohlte Holz etwas zur Seite geschoben und der Flamekuch mit der Broutschéiss — s. d. — in den Ofen eingeführt — ageschoss —, nachdem er noch vorher mit etwas Rahm oder Butter auf der Oberseite bepinselt worden ist; die Backzeit ist von sehr kurzer Dauer, kaum einige Minuten, je nach der Backofenhitze, dann erst wird das Brot eingeschoben; der F. dient auch zur Kontrolle der Ofenhitze).
 
flamen intr. Verb.: 1) «flammen, lodern» — d'ganzt Haus huet geflaamt — 't huet zum Daach, zu de Fënsteren eraus geflaamt — ech haën der eng, datt et flaamt (daß die Wange sich rötet); 2) «zornig werden» — elo flaamt et (jetzt bricht sein Zorn aus); 3) «verliebt sein» (cf. Flam sub 2); 4) «vor dem Braten über eine Flamme halten um die letzten Reste Flaum zu entfernen».
 
Flam(l)änner (/flAm-) lok. Osten: -(l)e:nər M.: «Flame».
 
flam(l)ännesch Adj.: «flämisch».

 

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