LWB Luxemburger Wörterbuch
 
flambéiert bis Flatsch(e)bou, Flätschbou (Bd. 1, Sp. 384b bis 386b)
 
flambéiert (flÃ:m-) Verbadj.: 1) «flammenartig» (von Ornamenten); 2) «mit Branntwein begossen, der beim Auftragen der Speise angezündet wird» (Punsch, Eierkuchen usw.); 3) «gesengt» (vom Geflügel, vor dem Braten); 4) von 3 übertr.: «ruiniert».
 
Flambo (Ton: 1) — zu frz. flambeau M.: 1) «Fackel» (wofür meist Fakel — s. d.); 2) «große Wachskerze [Bd. 1, S. 385] oder großer, etwa meterlanger, bes. bei der Fronleichnamprozession von den Kirchenratsmitgliedern getragener Kerzenhalter aus Holz mit kleinem Kerzenlicht»; 4) «Ohrfeige» — 't gët Flamboën (es geht schlimm her).
 
Flambosdréier M.: 1) «Fackelträger bei kirchlichen Zeremonien» (hauptsächlich die Kiirchesinner — Kirchenratsmitglieder, cf. d. vor.); 2) pejor.: «Zuträger» (des Pfarrers) — ähnlich: Schärpendréier.
 
Flamekuch, Flames, Flameschuedi M.: «Flammenkuchen, Plätzchen» — cf. auch Dënnkuch (Art der Herstell.: wenn in der Backmulde nach Fertigstellung des gekneteten Brotteiges und nach dessen Verteilung auf die verschiedenen Brotkörbe — Kuerbelen — ein Rest Teig übrigbleibt, wird dieser zusammengekratzt — geschäert — und diese Schäer zu dünnen, runden Fladen geformt; im Backofen, welcher inzwischen mit Reisigfaschinen — Fäschen — (an der Mosel auch mit Rebenholz) tüchtig geheizt worden ist, wird das verkohlte Holz etwas zur Seite geschoben und der Flamekuch mit der Broutschéiss — s. d. — in den Ofen eingeführt — ageschoss —, nachdem er noch vorher mit etwas Rahm oder Butter auf der Oberseite bepinselt worden ist; die Backzeit ist von sehr kurzer Dauer, kaum einige Minuten, je nach der Backofenhitze, dann erst wird das Brot eingeschoben; der F. dient auch zur Kontrolle der Ofenhitze).
 
flamen intr. Verb.: 1) «flammen, lodern» — d'ganzt Haus huet geflaamt — 't huet zum Daach, zu de Fënsteren eraus geflaamt — ech haën der eng, datt et flaamt (daß die Wange sich rötet); 2) «zornig werden» — elo flaamt et (jetzt bricht sein Zorn aus); 3) «verliebt sein» (cf. Flam sub 2); 4) «vor dem Braten über eine Flamme halten um die letzten Reste Flaum zu entfernen».
 
Flam(l)änner (/flAm-) lok. Osten: -(l)e:nər M.: «Flame».
 
flam(l)ännesch Adj.: «flämisch».
 
flanchéieren (flÃ:S-) intr. Verb.: «auf-, nachgeben» — meist neg. gebr.: en huet nët flanchéiert.
 
Flanchet (wie frz. nur Ton: 1, phV. /flÃ:Si) M.: «Mittelstück vom Ochsen».
 
Flanderen ON.: «Flandern», im Spruch: Medercher vu F. gi vun engem zum andern.
 
Flandri M.: 1) «lang aufgeschossener Mensch»; 2) «rüpelhafter Mensch» — cf. Flantes.
 
flaneieren intr. Verb.: «unbeschäftigt herumgehen, sich ergehen» (frz. flâner) — cf. fladeren, flangéieren, flankéieren.
 
Flanell (Ton: 1) M.: «Flanell» — e läit am F. (er liegt krank im Bett nach einer Zecherei).
 
flang Interj.: dient zur Bezeichnung einer unerwarteten Bewegung, eines unerwarteten Geräusches — f. hat en eng (eine Ohrfeige) — f. loug en do.
 
Flang, Flan (wie frz.) I M.: «Eierfladen».
 
Flang II (Pl. Flangen) M. Wb. 06: F.: «Flanke, Weiche» (frz. flanc) — e Stéck vum F. (bes. Kochfleisch) — en huet en an d'Flange gegraff, e krut keng Loft méi.
 
flangéieren, flankéieren intr. Verb.: 1) «untätig herumgehen, einherstolzieren, sich ergehen» — doerruechter fl.; 2) «fuchteln» (mit den Händen, einem Gerät usw.); 3) «um sich werfen» — e flangéiert mam Geld ewéi wann et vum Himmel tréil (vom Himmel fiele); 4) «herumreden, sich spreizen, brüsten».
 
Flank F.: «Querschuß beim Fußball».
 
flank(éier)en intr. Verb.: «zwinkern» — e léit ouni en A (mat den Aën) ze f.
 
Flansch F.: «Verbindungsschraube zweier Schläuche, zweier Röhren».
 
flanteren intr. Verb.: 1) «flattern»; 2) «leichtsinnig herumschweifen».
 
Flanter-, Flëntermaus F.: 1) «Fledermaus»; 2) lok.: «Schmetterling» (bes. im Ösling — auch Osweiler neben: Päipel s. d.) — Kinderlied: Flantermaus, wou kënns d'eraus? Aus dem alen Haus. Wat hues de kritt? Eng sauer Brach. A wat dann nach? Eng Botterschmier. Déi hun ech ech gier (s. Fladdermaus).
 
Flantes M.: 1) «lang aufgeschossener Mensch»; 2) «rüpelhafter, schwerfälliger, ungeschickter Mensch»; 3) «Lümmel, Grobian»; 4) Nordösl. = Flautert (s. d.).
 
flantesseg, (-szeg) Adj.: «rüpelhaft, unmanierlich, grob, ungeschickt» — dazu die Abl.: Flantessegkät, -keet F.
 
Flap F.: 1) «großes Stück Land, Areal» — mer hun nach déi F. tëschent de Bëscher ze méien; 2) «großes Stück Fleisch» — wat hu mer do Flapen eragefeiert; 3) «Schlag, Ohrfeige» — cf. im besonderen Nuetsflap(p); [Bd. 1, S. 386] 4) «Schwätzerin, Angeberin» (= Klap).
 
Flapp (Pl. Flapen oder Fläpp) M.: 1) «Kuhfladen» (cf. Kéiflapp) — e Bauereflapp aber: e Stiedsflap; 2) «(großer) Kotfleck» — schumm dech, du hues ewell erëm e F. an der Box; 3) «Tupfen» (etwa von Mus, Schlagsahne, Butter, Mayonnaise usw.).
 
Flapp F. «plumpes Frauenzimmer» — cf. auch Flupp.
 
Flappdeckel M.: 1) «Männerrock mit hinten aufschlagenden Flügeln»; 2) «zuklappender Federdeckel» (etwa einer Schnupftabakdose); 3) «hintere Hosenklappe der Hose bei kleinen Jungen».
 
Flappdeckelsbox F. = Deckelsbox (s. d.).
 
flappeg Adj.: 1) «grob, ungeschlacht, schwerfällig» — f. ewéi eng Kou (täppisch wie eine Kuh) — géi nët esou f.! — wat eng f. Ried; 2) «sehr groß» — e flappegen Hutt — e flappegt Stéck Taart (cf. fluppeg).
 
flappen intr. Verb.: 1) «flüssigen Kot entleeren» — du hues nees an de Kalzong geflappt; 2) «plump gehen, waten» — e kënnt do geflappt ewéi eng Kou — wou deen hiflappt, do bleift en — mir koumen duerch Dreck a Reen geflappt (cf. schappen, schlappen); 3) «zwinkern» (meist mit dem Zus.: mat den Aën); 4) «zusammenfallen, -sinken» — d'Geméis flappt zesummen ewéi eng Spullomp; 5) «Blasen bilden über dem Kochen» (vom Obstmus); 6) «zur Unzeit sich in das Gespräch anderer einmischen» — du koums du mer an d'Ried geflappt; 7) nur als Verbadj.: geflappt (s. d.).
 
Flappert, Flappes M.: 1) «grober, ungeschlachter Mensch»; 2) «Plumpfuß» (Mensch mit schwerfälligem Gang).
 
flapp(ess)eg Adj.: «ungeschlacht, grob» — looss déng f. Patten dervun.
 
Flappjhang, -tinnes M.: «unüberlegter, grober Mensch».
 
Flarr F.: «großes Stück» — wat eng F. Flääsch!
 
Flass (Pl. Fläss, Flässer) N. u. M.: 1) «Rinnsal, das nicht immer Wasser führt»; 2) «Abzugsgraben» (lok.: «Gosse, Straßenrinne» — in Remich: Name einer Gasse).
 
flatsch(deg) Interj.: «plumps», (stärker als flang — s. d.) — f., déi huet hire Kont (d'Grompereschossel war gefall) — f., do hu mer et!
 
Flatschbeidel M.: 1) «kraftloser Mensch»; 2) «ungeschlachter Mensch» (= Flappert, Flappes).
 
Flatschbeilen N.: «breites Zimmermannsbeil» — en as wéi mam F. zougehaën (vierschrötiger Mensch).
 
Flatsch(e)bou, Flätschbou M.: «Schießbogen» (als Kinderspielzeug) s. Fitschebou.

 

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