LWB Luxemburger Wörterbuch
 
flauschen, flaujhen bis Flämmchen (Bd. 1, Sp. 387a bis 388b)
 
flauschen, flaujhen intr. Verb.: «buschig werden» — d'Zalot fänkt un ze f.
 
flausen trans./intr. Verb.: 1) «mit der Rechensense mähen»; 2) «ohrfeigen» — wann s de nët ophäls, da kriss de der geflaust.
 
Flausert M.: «Witzbold» (auch: Flautert).
 
Flaut I F.: 1) «Flöte» — in dieser Bed. auch: Flutt, Flütt, Flitt(chen), Fleet, Flät; 2) «Witz, Spaß, Schabernack».
 
Flaut Flout II F.: «Landfläche von einigen Hektaren».
 
Flaut III F.: 1) «Auswurf, Speichel»; 2) in der Ra.: Flaute scheiwen (Erklärung cf. Botterschmier sub 2).
 
Flauterei F.: «spaßhaftes Zeug».
 
Flautert I M.: «Bruder Lustig, Mensch mit wunderlichen Einfällen, Witzbold, Spaßmacher» — in dieser Bed. auch: Flautchen, Flautebatti, Flautekréimer, s. Flausert.
 
Flautert II M.: «Flötenspieler» — in dieser Bed. auch: Flüttist.
 
Flääsch, Fleesch (s. Ltb. 82, Wellenstein: Blääsch) N.: 1) «Fleisch» — gréng F. (frisches Fleisch, aus dem Metzgerladen) — gedréchent, gereechert, gereezt F. (Räucherfleisch) — gesolpert F. (eingesalzenes F., Pökelfleisch) — in den beiden letzten Fällen auch einfach: Gereeztes, Gesolpertes — daneben auch: Solperfleesch, F. aus der Bidden und dir F. (Dörrfleisch); Raa.: en huet sech an d'réit F. geschnidden (ins gesunde Fleisch) — 't gesäit een d'réit F. — 't as ee Wolper an ee réit F. — d'Péng sëtzt am décke (oder Décke vum) F. — wëllt F. (über eine Wunde wuchernde Fleischwärzchen) — d'Praumen hun e fest (Gegt.: latschegt) F. — fest F. (gesunder, kräftiger Bau, besonders von kleinen Kindern) — de Gääscht as staark, d'F. awer schwaach (die Brühe war sehr wässerig) — säi F. as voll (= en as nëmmen eng Kéier voll «beständig betrunken») — 't as em (esou) a F. a Blutt iwwergaang(en) —en huet sech an d'ägent F. geschnidden — en huet et nach nët um ägene F. gespiert — de Béischt as gutt am F. — ech dongen d'F. an (ich setze das Fleisch zum Kochen aufs Feuer); Spww.: Ouni F. (auch: Nuddelen ouni F.) arem Krääsch (ohne Fleisch keine Kraft) — 't kann ee soe wat ee wëllt, vun alle graffe Speisen as d'Fl. nach dat bescht Geméis (Echt.: d'F. as noach dat best voan alle raue Speisen); 2) dermat.: «Epithel, fleischfarbenes pathologisches Gewebe, granulierendes Geschwür» (sonst auch: wëllt F.); 3) übtr. in den Raa.: en ellent, e fault, lidderegt Stéck F. (Faulenzer) — wat e Stéck F. (was ein Mensch!); 4) obsz. Hüllwort: hie kääft sech säi F. mam Ponn (Schürzenjäger) — en hätt gär oder: gelëscht [Bd. 1, S. 388] zwäerlä F. (untreuer Ehegatte) — — auch als Dim.: sou en zaart Flääschelchen, dat passt him (ein alter Verliebter und ein junges Ding); 5) Flääsch op de Réck (Volksspiel).
 
Flääsch- / flääsch- -bam M.: «Scherbaum» (Gerberei); -bengel M.: 1) «Stock, an dem das Fleisch zum Räuchern aufgehängt wird»; 2) «dünnes Bein» — du mat dénge Flääschbengelen; -benien Pl. (frz. beignets) «Fleischklöße» (Mosel); -bidden F.: «Fleischbottich»; -britt (Ton: 2) F.: «Rindfleischbrühe»; -buttek M.: 1) «Fleischerladen»; 2) «dicker Busen» (s. Balkon sub 2) und Buttek sub 4)a); 3) «dicke Frau»; -dag M. in der Ra.: en as jidder gudde Flääschdag dohäm, wann nëmmen eng Kläckelche laut; -dëppen N.: «Fleischtopf»; -faarweg Adj.: «fleischfarben»; -gräf, -greef M.: «Fleischgabel»; -haischen N.: «Fleischkammer» (auch: Reez-, Speckhaischen, Speckkummer) — d'Flääsch kënnt aus der Haascht an d'F.; -kichelchen N.: 1) «Fleischklößchen» (s. Boulette sub 1); 2) «besonderes Gebäck (aus Kuchenresten hergestellt)»; -krop (Osten: -grupp) M.: «Haken zum Aufhängen des Fleisches» (auf dem Flääschbengel im Flääschhaischen); -méck F.: «Schmeiß-, Fleischfliege» — e Judd an eng F. sin dem Metzler säin Onggléck; -mued M.: «Fleischmade», auch Spottname für Metzger; -plach M.: «Fleischerblock»; -reschter M. Pl.: «Fleischreste»; -wonn F.: «Fleischwunde»; -zant M. in der Ra.: elo kënne mer eis de F. ausräissen (wir werden kein Fleisch mehr essen, aus Gründen der Teuerung, Rationierung, Verarmung — auch wenn die Fastenzeit beginnt, oder wenn beim Bauer das Dörrfleisch alle ist); -zopp F.: «Fleischsuppe».
 
flääscheg, fleescheg Adj.: «fleischig» (bes. vom Steinobst).
 
flääschen, fleeschen Verb.: 1) trans.: «scheren, das Fleisch von der zu gerbenden Haut abschaben» (Gerberei); 2) intr., nur als Verbadj.: de Béischt war gutt geflääscht.
 
Flächt (neol. Fläch) F.: 1) «Fläche» — häufiger Flurn.: an de Flächten; 2) «Handwerkszeug des Steinhauers».
 
vläicht (Ga.: vliicht) Adv.: «vielleicht» (gebr. wie hd.).
 
Fläiss M.: 1) «Fleiß» — hien as de F. selwer; 2) «fleißiger Mensch» — en ale F.; 3) «Vorbedacht» — dat do has de mat F. gemaacht.
 
Fläissdech M.: im Spw. De F. (Echt. bisw. Fläissbich) huet d'Bee gebrach, de Laassem as ukomm (Eile mit Weile) — im Renert F. Phantasiename eines Dorfes oder Gehöftes: de Grapphans vun der F. (R. I/381).
 
fläisseg Adj.: «fleißig» — owes gët de Faule f.
 
fläissen (Part. Prät.: geflass) refl. Verb.: «sich beeilen» — fläiss dech (maach virun - beeile dich!) — e fläisst sech fir arem ze gin (achtet sein Vermögen nicht), ähnlich fir ze stierwen — e fläisst sech nët ma 't as e gudde Schaffert — fläiss dech erëm (kehre schnell zurück).
 
Flä(e)l, Fleel, Fleël, Fléiel (auch: Fligel, Fléiwel Nösl.: Flägel) M.: «Dreschflegel» — Beschreibung: Der lange Stiel (Fläelsgäert F.) muß leicht, recht glatt (gemocklech, mocklech) sein, weil der Flegel sich in den Händen des Dreschers drehen muß; das Gehänge (Fléielsgehänk N.) besteht aus der Lederkappe (Fléielskap F.) am Kolben (Këllep F.) aus weißgegerbtem Schweinsleder und aus Riemen, die fest in die Rillen am Ende des Kolbens angebracht werden; am Ende der Gerte befindet sich eine Lederöse, worin die andern Riemen spielen; oft war das Gehänge aus trockner (sehr zäher) Aalhaut; die Öse wird nach und nach abgenutzt (d'Lieder fiert aus) — Das Dreschen mit dem Flegel geschieht durch eine, zwei, drei, vier, sogar sechs Personen, im Takt (e schléit, drescht den eenter, se schloën, dreschen den zwäter, den drëtter, de véierter, de sechster); auf dem Boden der Tenne (Denn) ist das Bett bereitet: die Garben sind auseinandergeschlagen, die Ähren in der Mitte; es wird aber überall geklopft, bis das Bett keine Körner mehr enthält, das Stroh wird aufgehoben, gerüttelt, entwirrt und in Scheef gebunden, der Rest in einer Ecke der Tenne aufgestapelt, bis man einige Betten fertig hat; dann beginnt das Reinigen (Wannen — s. d.).
 
Flämmchen F.: 1) Dim. zu

 

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