LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Fläppchen bis Fleckelchen (Bd. 1, Sp. 389a bis 390a)
 
Fläppchen M.: Dim. zu Flapp (s. d.) — bes. Bed.: 1) bes. im Pl. Fläppercher «Flädchen aus halbflüssigem Teig, in Fett gebacken» (Freitagskost); 2) «Hautfleck» (etwa auf der Nase).
 
Flärr (neben Flarr) F.: «große Fläche» — eng F. Land (dafür auch: Fla(a)ch).
 
Fläsch F.: «Flasche» (am Ostrand, etwa in Echt. ist Buddell das ältere Wort — s. d., sowie Palgen, Echt. § 15) — komm, mer pouzen, kraachen eng F. zesummen — elo huele mer där aler Fläschen eng, déi sech ausgeschlof huet, déi groussjäereg as — d'Mamm gët dem Kand d'F. — hien as mat der F. gezillt (auch übtr.: er ist ein Säufer) — hätte mer e gutt an enger F. sëtzen (dann würde er uns keinen Streich mehr spielen) — en as nach gutt fir Schäissdreck a Fläschen ze trëppelen.
 
Fläsche(n)- -béier M.: «Flaschenbier»; -biischt F.: «Flaschenbürste»; -bir F.: «frühreifende, längliche, bräunliche (Gewürz)birne» (in Echt.: Flaschebir — sonst dafür auch: Bergamottebir, laang Bir); -blumm F.: 1) «gebräuchliche Betonie»; 2) «Kornrade, Agrostemma githago» (weil die Blumen einem Fläschchen gleichen); -gas M.: «Flaschengas», besonders Butagas; -hals M.: «Flaschenhals»; -kand N.: «mit der Flasche großgezogenes Kind»; -keller M.: «Flaschenkeller»; -kierfchen, -kuerf M.: «Flaschenkorb» (zum Ausschenken alten Rotweins, oder zum Weintragen); -schësser M.: «Rind mit engem Hinterteil» — e gouerege Randbéischt; -wäin M.: «Flaschenwein» — dafür auch: Stëppches(wäin) (s. d.); -zock, -zuch (Stadtlx.: -zoch) M.: «Flaschenzug».
 
Fläschelchen F.: Dim. zu Fläsch «Fläschchen» — bes. Bed.: im Pl. Fläschelcher «die kleinen Gefäße für Wein und Wasser bei der Messe», wofür auch Kännercher und die frz. Bez. Burette F.
 
Fläschier-, Flëschier-, Fleeschier- (eigtl.: Fleesch-Schier-) gaass F.: «Fleischscharrengasse, heute Fleischerstraße» (Stadtlx.).
 
Flät, Fleet F.: «Pfeife, Flöte» — wou nëmmen eng Fleetche geet, do muß en derbäi sin — abweisend, als Interjektion: Fläten och! (wie Quetschen och!).
 
fläten, fleten intr. Verb.: 1) «(mit dem Mund) pfeifen» — hal du op, wann all Vigel f. (du hast kein Recht, mitzureden, zu klagen) — hal op ze f., soss gët et Reen — déi nei Mod fleet ewéi e Weeds-, Päerdsjong; 2) übtr.: «von sich werfen, abweisen» — ech f. der d(ue)rop, d(ue)ran — ech f. dech voll — fläte Biren! (abweisende Antwort); 3) in Verb. mit goen: «verloren gehen» — géi mer f.! (abweisend) — mäi schéinen Hutt as f. (gaangen — mein schöner Hut ist hin) — d'Suë si f. (bei einer Devaluation) — géi fläten! (mach dich fort!).
 
Flätert, Fletert M.: «Pfeifer» — ech hun d'Fläterte bei der Aarbecht nët gäer.
 
Fläteschmier F.: «kärglich belegtes Butterbrot».
 
Flätsch F.: 1) «zierlich gebundener Knoten mit hervorstehenden Enden, geknüpftes Band» — ech huelen dech gläich mat der F. (ich werde dir gleich an den Kragen gehen); 2) «Degen, Fahnen-, Hut-, Stiefelquaste» (Ga. zitiert in dieser Bed. das Komp. Pudderflätsch); 3) «Schwanz des Hasen»; 4) «Schmutz-, Kotfleck» (bes. im Hemd); 5) spaßh.: «männliches Glied» (bes. bei Kindern) — as et eng F.? (Frage an den jungen Vater: ist es ein Junge?); 6) als Interj. gebr.: o F.! (da haben wir's, ach herrje), dazu das Komp.: Nondiflätsch! s. Flütt.
 
flätscheg Adj.: «glitschig» — wann et laang reent, da gët de Buedem f. an e lammelt engem un de Féiss (zu flatschen sub 2).
 
flätschen I trans. Verb.: 1) «(klatschend) schlagen» (bes.: eine Ohrfeige verabfolgen) — du kriss eng geflätscht (in dieser Bed. auch: flaatschen) — de Schwääss as em erofgeflätscht; 2) «mit Geräusch zerbrechen» — d'Mod huet d'Telleren an d'Tase geflätscht — auch intr.: en huet drageflätscht, daß d'Fatzen, d'Stécker ewechgefuer sin (in dieser Bed. auch: flatschen).
 
flätschen II trans. Verb.: «mit dem Bogen wegschießen» (cf. Flatschbou).
 
flätteren, flëtteren (lok. Mosel: flädderen) intr. Verb.: «flattern, wallen, [Bd. 1, S. 390] wehen, schweben» — Ga.: mer gesouch d'Fuendele f. (cf. auch: fladderen).
 
Flechs F. = Flachs (s. d.).
 
Flecht F.: «Hautflechte».
 
flechten trans.intr. Verb.: «flechten» (bes. in der Schulspr.); dazu die Abl.: Flechtblat N.
 
fléck Adj.: 1) «flügge» — d'Villercher sin nach nët f.; 2) «flink» — f. ewéi eng Flou, e Kawäächer (Wb. 06: eng Réigääss) — d'Aarbecht geet em f. vun Hand — en as f. do (mit der Antwort); 3) «vorlaut» — hatt as f. mam Monn.
 
Fleck M.: 1) «Fleck» — hatt dëllt kee Fleck(elchen) u sech (peinlich sauber) — en huet e F. gemat (Schulspr.: Tintenklecks); 2) «Zipfel Land»; 3) dermat.: a. «Muttermal»; b. «fleckförmiger Ausschlag, macula»; 4) Echt.: Fleek «großer Marbel beim Schusserspiel» (s. Weck).
 
Fleckekraut N.: Pflanzenname, im Sprw.: F., déng Léift as nët pur (Dicks).
 
Fleckemëttel N.: «Fleckenlösungsmittel».
 
Fleckepobeier M.: «Löschpapier» (wofür auch: Klompes u. schulsprachlich Läschpobeier, Lösch(t)blat).
 
Fleckesäf, -seef F.: «Gallenseife, zum Lösen von Flecken».
 
fleckeg Adj.: «fleckig» — bekannt ewéi e fleckegen Hond (sonst auch: e gefleckten, gréngen Hond) — d'Uebst huet eng Kränkt, 't as f.
 
Fleckelchen M.: Dim. zu Fleck.

 

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