LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Fliedchen bis Flom (Bd. 1, Sp. 392b bis 393b)
 
Fliedchen M.: Dim. zu Flued (s. d.) «kleiner Fladen», Pl.: Fliedercher s. Fuesent sub 3 — dazu: Fliederchesdag M.: «Kirchweihfest auf Sichenhäffchen in Pfaffenthal, wo Fliedercher feilgeboten wurden» (3. Sonntag nach Ostern) — cf. auch: Blatzfliedchen, Sichenhäfferchesdag.
 
Fliederchesdäg, -deeg M.: «Blätterteig» — auch: Feuilletésdeeg.
 
fliessen Adj.: «flächsen» (aus Flachs) — Ga.: f. Doch (flächsene Leinwand) — f. Gar (flächsenes Garn).
 
Fliflaflieschen (-sç-) M.: «gemeines Zittergras, Briza media» — auch: Grigragrieschen, Këssemcher, Rëselcher, Vullegrieschen, Wibbeldewapp.
 
Fligel M.: 1) «Flügel» (eines Gebäudes, einer Tür, einer Frontlinie, einer Windmühle, einer Lunge); 2) «Musikinstrument» — in dieser Bed. auch: Flügel (wie Hd.). [Bd. 1, S. 393]
 
Fliger M.: 1) «Flieger»; 2) «Flugzeug» (= Avion).
 
Fliicht I (Fliit Nösl.) F.: 1) «Haarbüschel, unordentl. Wuschelhaar» — ech huelen dech mat der F. auch: de Fliichten (ich werde dich zausen) — wäiss F. (hellblondes Haar); 2) «Haarflechte»; 3) bes. im Plur. Fliichten: «Haarbänder, -schleifen» — wat huet et F. doeruechter hänken.
 
Fliicht, Fliichtel II (Fliit Nösl.) F.: 1) «Flügel» (der Vögel) — ech schneiden em d'Fliichten (übtr.: jem. unschädlich machen) — Echt.: ich halen, ich maachen der Fliichtelen (ich mache dir Beine) — e léisst d'Fliicht(el)en hänken — en huet sech d'Fliichtele verbrannt (übtr.: er hat Unglück gehabt) — se koumen zu Fouss an op de Fliichten (R. I) — bezeichnet auch den Flügel des gebratenen Vogels; 2) Wb. 06: «Arm» (spaßh.) — ee mat der F. huelen (beim Arm fassen) — s. Flillénk.
 
Fliichtel F.: «Haarflechte» — dafür Nösl.: Floacht (flO:çt) — s. Fliicht I.
 
fliichtelen I trans. Verb.: «flechten» — dafür Nösl.: floachten (/flO:çtən) — Echt.: wi se d'Houer (/hO·uər) noach gefliichtelt hoan — e gefliichtelte Kuerf (aus breiten Spänen geflochtener Korb, bes. für Erdbeerentransport).
 
fliichtelen II trans. Verb.: «Flügel machen d. h. davonjagen».
 
Fliichtevëllekchen N.: «Singvögel».
 
Fliichtelwëld N.: «Flügelwild».
 
Flillé(n)k (lok. Fléilek, sonst auch dafür: Flinnek, -ik, Frillek) M.: 1) «Flügel» (der Vögel) — d'Feldhénger mussen um F. (oder am Flock) geschoss gin — andere Raa. sub Fliicht(el) II; 2) d'Flilliken «Flossen» (der Fische) lok. Norden, Perlé z. B.
 
Flimm, Flittem, Fléitem (Ostrand) M. (Flimm bisw. auch F.): «Fliete, Messer zum Aderlassen» — 't as schaarf, 't schneid ewéi e(ng) F.
 
flimzen intr. Verb.: «sich beschmutzen» (von kleinen Kindern) — cf. flämmzen sub 3.
 
flingflang Interj.: Schallwort bei schnellen Bewegungen, Stürzen, Würfen — a f. hat en eng (Ouerfei) sëtzen.
 
Flingflang, Flink(der)flank, Flinterflank M.: 1) «Flitter, Tand» — dem Flingderflang opwaerden (dem Leichtsinn nachgeben); 2) «leichtsinniger Mensch».
 
Flipper(t), Flippflapp M.: «Schmetterling» — s. Milleflippert, Millack.
 
Flippertsbloum F.: «Klatschmohn» (lok., in Harlingen belegt).
 
Flirt M., flirten intr. Verb.: (flirtoder flərt-) wie Hd.
 
Flitsch F.: «Flügel» (lok. in Schengen belegt) — s. Flillénk.
 
flitschen trans. Verb.: «versetzen» (eine Ohrfeige).
 
flitsch(der)flatsch Interj.: Schallwort bei klatschenden Geräuschen — f. duerch den Dreck — du goung et f. (es setzte Ohrfeigen).
 
Flitschkee, -i M.: «Gericht aus dem zerschnittenen Gedärm eines Schlachtviehs» (Mosel) — dafür sonst geläufig Kuddelfleck (s. d.).
 
Flitt F.: «Flöte» (s. Flaut I).
 
Flix = Fléx (s. d.).
 
Flo F.: «Wolle, welche fertig zum Spinnen ist».
 
Floacht (flO:xt) I F.: «Aufflackern der Blitze» — Echt.: än F. an ä Feier.
 
floachten (/flO:çtən) trans. Verb.: «flechten» — Nordösl. (cf. Fluecht).
 
Flobert M.: «kleines Gewehr» (wie frz. — aber Ton: 1).
 
Floche (floS wie frz.) F.: 1) Ga.: «Hut-, Stiefelquaste» — s. Flätsch; 2) beim Kartenspiel: «Serie von Karten derselben Farbe» — all vun enger Faarf.
 
Flock M.: 1) «Flug» — d'Beie si schon um F. — dee fänkt, hëlt se (= d'Ligen) am F. (erfindet Lügen am laufenden Band) — haut sin ech am F. (in Schwung) — looss mer nach e Patt am F. huelen — hien as um F. (immer bereit) — 't muss een d'Feldhénger am F. schéissen, an nëmmen op eent halen; 2) «Flug, Schar, Schwarm» — e F. Dauwen.
 
Flocken (lok. Var. zu Flack — s. d.) Pl. F.: «wollene, oder wollähnliche Zupfen zum Füllen von Kissen»; dazu die Komp.: Flockegras N.: «Wollgras»; Flockejénk F.: «Binsenart».
 
flocken intr. Verb.: «vonstatten gehen», meist unpers. gebr.
 
Flock(i) Hundename.
 
Flom (Plur.: Flomen, Fleem, Dim.: Fleemchen, Fleemercher) M.: 1) «Häutchen» — Wäin am F. (alter Wein) — Folkl.: Nach der Volkssage findet sich in manchen alten, verschütteten Gewölben Wäin am F. Die Faßdauben sind gefault und der Wein liegt in seiner eigenen Haut, die sich im Laufe der Jahrhunderte gebildet hat. — 't huet e F. gefruer (dünne Eisschicht); 2) «Faden»; 3) «Flaum» — dagegen: e F. um Wäin (Kahmpilz — auch: Konen, Pant); 4) «Häutchen auf Milch und Milchgetränken»; 5) «Häutchen des Eies» — früher vielfach als Heilmittel bei Schnittwunden verwandt; 6) med.: a. e F. vrun den Aën (grauer [Bd. 1, S. 394] Star — daneben auch einfach: unklare, trübe Sicht); b. «flaumdünne, häutchenartige Schuppe»; c. «Harnfaden, geringer Ausfluß».

 

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