LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Vulle(n)- bis Fummdéiz (Bd. 1, Sp. 423a bis 424a)
 
Vulle(n)-: -aasch M. in der Ra.: e schäisst ewéi e V. (oft und wenig); -dokter M.: «Spezialarzt für Geschlechtskrankheiten» (zu Vull sub 4); -dreck M.: «Vogelkot»; -dréier (auch: Vulls-) M.: «Maurergehilfe der den Mörtel zuträgt»; -duuscht M.: «geringe Trinkfähigkeit», in der Ra.: en huet e V.; -fal F.: «Vogelschlinge»; -fank M.: «Vogelfang»; -gaass F.: «iron. Bezeichnung einer Straße des Bahnhofsviertels in Luxemburg» (zu Vull sub 4); -geck M.: «Vogelliebhaber»; -gras N.: «kleinblumige Sternmiere», auch -seemchen; -gréitchen N.: «griechischer Hornklee»; -grieschen N.: «gemeines Zittergras» (cf. Fliflaflieschen); -haischen N.: «Futterhäuschen»; -hiijhem M.: «Hirsesamen»; -jann M.: 1) allg.: «Finkler»; 2) die sprichwörtlich gewordene Gestalt des Joh. Reis aus Lintgen, der am 16. April 1832 zwischen Schönfels und der Schönfelser Klause — Klaischen — bei der Schëndelser Schéiferei den in Arlon residierenden belgischen Gouverneur Thorn — im Volksmund Ambosidär — dem die holl. Regierung die Anerkennung versagte, von dessen Pferd herunterhob und nach der Festung Luxemburg brachte, wo ihn General Gœdecke in Stadtgrund gefangen setzen ließ; -jong (auch Vulls-) M.: «Maurerlehrling, der den Vull (s. d. sub 3) trägt»; -juegd F.: «Vogeljagd»; -kiischt F.: «Frucht» des folg.; -kiischtebam M.: 1) «kleine Süßkirsche, Prunus avium» (frz. merisier); 2) «Vogelbeerbaum, Sorbus aucuparia»; 3) «wäisse V. oder wäisse Faulbam, Viburnum opulus, gemeine Schlinge»; -kraitchen N.: «Vogelmiere»; -kraut N.: 1) = -gras (s. d.); 2) «stinkender Gänsefuß» (s. Fotzekraut); -kuerf (bisw. auch Vulls-) M.: 1) «Vogelbauer» — Vive déi Al (m)am V. (verspotten die Kinder eine vorübergehende alte Frau) — en ësst wéi e Vull, mä der Däiwel soll em de V. botzen; 2) «Gitterkasten am Gemeindehaus» (spaßh. — so etwa in Arlon belegt, wofür sonst Reider — s. d.). — si hänken am V. (ihre bevorstehende Verheiratung ist im Gitterkasten durch Anschlag angekündigt); -läim M.: 1) «Vogelleim»; 2) «weiße Mistel»; -mann, -männchen (lok. Simmern) M.: «im Frühling aus Flieder -oder Weidenrinde gefertigte Pfeife»; [Bd. 1, S. 424] -mäerder M.: 1) «Knabe, der Vogelnester aushebt»; 2) «geiles Weib»; -millen, neben häufigerem Vugelsmillen ON.: «Vogelsmühle» bei Grundhof, Kant. Echternach; -(n)ascht N.: 1) «Vogelnest» — hues d'e V. ënnert der Kap (zu jem. der die Mütze nicht abnimmt); 2) «Nestwurz, Neottia nidus avis»; 3) «kleiner runder Damenhut» Wb. 06 auch: Vullsascht; -sank (lok. Vaul-) Flurn.: «Vogelsang»; -schäich(el), älter: -schä(r), -häsch F.: 1) «Vogelscheuche» — lok. dafür: Péiter-, Pittermännchen; 2) iron. auf häßliche oder klapperdürre Menschen bezogen — 't as esou eng V. (een ewéi eng V.); -som, -seemchen M.: 1) allg.: «Körner als Vogelfutter»; 2) bes.: a) «Kanarienhirse» — Spottvers: Vulleseemchen, Wéi as et, ale Kanari; b) «gemeine Fingerhirse»; c) «kleinblumige Sternmiere» — s. -gras; d) lok. auch: «gemeiner Wegerich» — s. Weeblat; -stëbs M.: «Vogelschrot»; -strack (jünger -stréck) M.: «Vogelschlinge» — en huet eng Léngt Vullestréck (Mehrzahl) am Bësch stoen (Leine mit Vogelschlingen);
 
Vulpert Ortsbez.: «Platz vor dem früheren Abteitor in der Nähe der Basilika, in Echternach».
 
Fumiste (wie frz.) M.: 1) «Ofenputzer»; 2) «Spaßmacher, Aufschneider, nicht ernst zu nehmende Person» — dazu Fumisterie F. (wie frz.).
 
Fumm I F.: «beleibte Frau» (auch: Fomm, Nösl.: Wumm, Jhumm).
 
Fumm II F.: «Lüge, Aufschneiderei» (Nösl.); dafür lok. Fums (fum:s).
 
Fummdéiz M.: «Aufschneider».

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut