LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Ga bis Gaardegrond (Bd. 2, Sp. 3a bis 4a)
 
Ga M.: 1) «Gau, Bezirk» — de Metzeler geet an de Ga (der Stadtmetzger befährt seinen Landbezirk, in dem er Schlachtvieh aufkauft) — de Ga Béibereg (wofür auch: Beedgëf, Bekëf — Bedgau, Pagus Bedensis) — in der allg. Bed. dafür auch: Revéier; 2) im bes.: de preisische Ga (die Landschaft auf der Wasserscheide zwischen Mosel und Saar, woher zur Weinlese die Hottenträger nach dem Luxemburgischen helfen kamen); 3) in der lok. Var. Gä: «die Gegend um Rodemacher».
 
Gabaach F.: häufiger Bachname — bisw. Gaarbaach.
 
Gabësch M.: häufiger Waldname.
 
Gadéif M.: «Straßenräuber» — dafür auch: Gaudéif.
 
gaacheleg Adj.: «betörend, verführerisch» (s. auch be-, vergaachelen).
 
gaachelen intr. Verb.: «zureden, betören» — en huet e mat viru gegaachelt (er hat ihn dazu überredet mitzugehen).
 
Gaacheler M., dazu das Fem. Gaachelesch: 1) «Gaukler»; 2) «jem. der sich einschmeicheln will».
 
gaaksen, gooksen (gelegentl. auch gacksen) intr. Verb.: 1) «gackern» (von Enten und Gänsen, von Hühnern nach dem Eierlegen) — cf. gaken, kacksen, kackelen, käcksen — Jonger am Nascht, déi scho gegaakst a gefladdert hun — se gooksen nach, awer se leën nët méi (von Frauen, die nicht mehr gebären); 2) übtr.: «übermütig lachen»; 3) übtr.: «laut, viel u. dumm reden».
 
Gaaksert M.: «Schwätzer».
 
Gaalgen M.: 1) «Galgen» — du kënns nach un den héichste G. hänken — Déif, Déif, Déif, um G. steet däi Bréif; 2) übtr.: «Gestell mit Haspelaufzug über dem alten Schöpfbrunnen»; 3) «Hosenträger» — dafür auch: Brëtell, Bretaalgen, Halsen, Schléngeren — cf. darüber Vjbl. 1947 S. 70 ff. (Palgen).
 
Gaalge(n)- -bierg M.: «Galgenberg» — häufiger Flurname; -fudder, -véi N.: «Taugenichts, schlechter Mensch»; -vull M.: «Kolkrabe»; -holz N.: nur in dem Ausdruck falsch wéi G.; -knupp F.: «Anhöhe an der Arlonerstraße bei Luxemburg»; -moolzecht F.: «Galgenmahl, Gnadenschmaus»; -stréck M.: «Galgenstrick», nur in der übtr. Bed.: «Schlingel» — komm hier, du G. ech briechen der däin Halsgenéck — falsch ewi e G.; -wee M.: 1) «Galgenweg», in manchen Ortschaften der Weg zur früheren Richtstätte; 2) übtr.: «beschwerlicher Weg, Gang».
 
Gaalgebox F.: «Hose, die von Gaalgen getragen wird» (im Gegs. zur Deckels-, Falluedebox).
 
gaangen intr. Verb.: nur in der Ra. ech sin ewéi gegaangt (a. ich bin durch zu enge Kleider eingeengt; b. ich bin in der Klemme).
 
gaangs Adv.: «sogleich, sofort» — s. ägaangs I S. 57, und gäng sub 3.
 
Gaaps F.: 1) «Art zu gähnen» — wat huet deen eng laddereg G.; 2) «Mund» — hal d'Hand virun d'G.
 
gaapsen (Südwesten /gO:psən) intr. Verb.: «gähnen» — si g. vun Honger (auch übtr.: d'Schong g. vun Aarmséilegkeet — Schuhe, deren vorderes Oberleder klafft) — ech sin esou midd, ech kann nët méi g. (auch: géipsen, gaupsen, jhipsen) — d'G. kënnt aus dem Mo — d'G. stécht un — wann der zwéi g., déi versti sech — hie gaapst mat Musek (läßt beim Gähnen einen Laut vernehmen) — hal emol op mat deem Gegaaps!
 
gaapsereg Adj.: 1) «zum Gähnen aufgelegt»; 2) als ON. verstanden, in der spaßh. Ra.: en as vu Gaapsereg (statt Gaasperech — s. d.) — gelegentl. auch umgekehrt: en as gaasperech; 3) «zum Gähnen bringend, langweilig» — wat war dat eng g. Ried.
 
Gaapsert M.: 1) «Gähnen, Gähnreiz» — ech hun e G. u mer, gëf mer eppes zum beschten; 2) «jem. der viel gähnt» — dazu das Fem.: Gaapsesch.
 
Ga(a)rd (ga·rt, neuerdings lieber gArt, in Kompos. sogar gAt) M.: 1) «Grenzaufseher»; 2) «Akzisenbeamter», in dieser Bed. neuerdings meist nur: Branntewäins-, Kellergaard (auch Accisien, wie frz. aber Ton: 2); 3) früher: «Bremser» (bei der Eisenbahn).
 
Ga(a)rd- (cf. auch: Garde-) [Bd. 2, S. 4] -haischen N.: «Aufseherbude» (wofür auch: Gritt — s. d.) etwa des Grenzschutzes, des Schrankenwärters usw.; -männchen M.: «Aufseher», im bes.: «Bahnwärter».
 
Gaarde(n)- (zu Gaart — s. d.; wenn nicht anders angegeben, Ton auf dem Grundwort) -bänk F.: «Gartenbank»; -benedék (neben: -benedékt, -benedikt) M.: «Spinndistel» (volksetym. zu hd. «Kardenbenedikt» frz. cardère, chardon à foulon); -blumm (Ton: 1) F.: «Gartenblume»; -boun F.: «Saubohne» — beliebtes Gericht: Judd mat Gaardebounen — dafür in Red.: Gaartbounen, sonst auch: Gaarzen (cf. auch sub -dubbeler, -dulles); -buedem (Ton: 1) M.: «Gartenboden, Humuserde»; -dir F.: «Gartentür» — Kinderspiel: So emol G., erfolgt die Antwort G., so wird dem Unvorsichtigen eine Ohrfeige verabreicht mit den Worten: Ech kann nët derfir — Kinderreim: G., Gaardendiirchen, Kéiaaschfiirchen — riichteran ewéi eng G. (a) grob in der Rede; b) schwachbusig); -dubbeler, -dulles F.: «Saubohne»; -grand (Ton: 1) M.: «Rapunzelglockenblume, Campanula rapunculus»; -grond M.: «Gartenerde»;

 

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