LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Ga(a)rdmännchen bis Gaass (Bd. 2, Sp. 4a bis 5a)
 
-männchen M.: «Aufseher», im bes.: «Bahnwärter».
 
Gaarde(n)- (zu Gaart — s. d.; wenn nicht anders angegeben, Ton auf dem Grundwort) -bänk F.: «Gartenbank»; -benedék (neben: -benedékt, -benedikt) M.: «Spinndistel» (volksetym. zu hd. «Kardenbenedikt» frz. cardère, chardon à foulon); -blumm (Ton: 1) F.: «Gartenblume»; -boun F.: «Saubohne» — beliebtes Gericht: Judd mat Gaardebounen — dafür in Red.: Gaartbounen, sonst auch: Gaarzen (cf. auch sub -dubbeler, -dulles); -buedem (Ton: 1) M.: «Gartenboden, Humuserde»; -dir F.: «Gartentür» — Kinderspiel: So emol G., erfolgt die Antwort G., so wird dem Unvorsichtigen eine Ohrfeige verabreicht mit den Worten: Ech kann nët derfir — Kinderreim: G., Gaardendiirchen, Kéiaaschfiirchen — riichteran ewéi eng G. (a) grob in der Rede; b) schwachbusig); -dubbeler, -dulles F.: «Saubohne»; -grand (Ton: 1) M.: «Rapunzelglockenblume, Campanula rapunculus»; -grond M.: «Gartenerde»; -heck F.: «lebende Hecke um den Garten»; -hääl(chen), -keeschtchen, -kreepchen (Ton: 1) M.: «Gartenhacke» (bestehend aus einer Hacke auf der einen, zwei Zinken auf der andern Seite) — dafür auch: Keesch(t)elchen (Dim. zu Kaascht — s. d.); -léinchen (Ton: 1) N.: «Heidelerche, Lullula arborea» (cf. auch: Bëschlutert, -lutvull, -léierchen); -mauer (Ton: 1) «Gartenmauer»; -maus (Ton: 1) bes. rout G. «Höhlen-, Kurzohr-, unterirdische Feldmaus»; -messer (Ton: 1) 1) «Gartenmesser, mit dem früher die Bäume und Sträucher beschnitten wurden» (dafür auch: Krëmmes); 2) «Spargelmesser» (bes. zum Unkrautstechen gebr.); -miwwelen Pl. N.: «Gartenmöbel», wie: -dësch, -stull usw.; -mouk (Ton: 1) F.: «gemeine Kröte»; -trëppeler (Ton: 1) M.: 1) «Brett, das man sich entweder unter den Fuß bindet, oder durch eine Schlaufe, einen Bindfaden festhält, um damit verschiedene Samen in lockerer Erde festzutreten» — s. Platsch; 2) «Mann, der diese Arbeit verrichtet» — allg.: «Gärtner»; 3) spaßh. übtr.: «Mensch mit außergewöhnlich großen Füßen» (in dieser Bed. dafür auch: Muertentrëppeler); -rous (Ton: 1) F.: «Centifolie»; -schéier (Ton wechselnd) F.: «Gartenschere»; -schnouer F.: «Richtschnur des Gärtners»; -zalfei, -zälfei, -zëlfei M.: «Edelsalbei, Salvia off.»; -zëns (Echt.: gO:uərdən-) M.: «Gartenpacht» (vor dem August zu zahlen) — Echt.: 't stëmmt, 't as richtig, sécher wi G.
 
Gaarf (ga·rf, auch Garef, Goref (Knaphoscheid) phV. gO:Arf, gu:ərf) F.: «Garbe» — dazu das Dim. Gäerfchen — wa fréier d'Leit, déi glanne goungen, eng G. haten, dann huet de Préiter se gepannt, se hun nëmmen dierfen eng Gäerfchen hun —von einer übersehenen oder beim Einbringen herabfallenden Garbe heißt es: o looss déi fir den aarme Jhang!
 
Gaart (lok. phV. s. Ltb. 2 — Pl.: Gäert/Gaarden, Dim.: Gäertchen — Echt.: /gε·iərt, /gε·iərtçən) M.: 1) «Garten» — 't as nët a séngem G. (Gäertche) gewuess (das hat ein anderer ihm nahegelegt); 2) der Pl. Gaarden häufig als Flurbezeichn. gebr.: an de Gouerden (Echt.) — an den naasse G.
 
Gaarz Osten Goarz M.: 1) «Finnen» (des Schweines); 2) «Perlsucht, Rindertuberkulose»; 3) übtr.: a) «Geiz, Knauserei» — de Gaarz frësst deen; b) «Geizhals» (M. oder F., je nach dem natürlichen Geschlecht).
 
Gaarzdeiwel M.: «Geizhals».
 
gaarzeg (Nösl. ga:tsiç, Osten goarzig, gouerzig) Adj.: 1) eigtl.: a) «finnig»; b) «perlsüchtig, tuberkulös» — en g. Kou; 2) übtr.: a) «unverträglich»; b) «übertrieben geizig»; dazu die Abl.: Gaarzegkeet F.
 
Gaasch ON.: «Garsch» (bei Diedenhofen — dazu der häufige Familienname Gaasch).
 
Gaasch(t)grond ON.: Mühlengehöft zwischen Mamer und Kopstal.
 
Gaaschtmillen ON.: in der Gem. Mamer, Kant. Capellen.
 
Gaaschel(t) (lok. phV.: Gauschel, Gäischel, Goaschel, Nösl. /gO:səl) F.: «was in beide hohle Hände geht» — eng G. Gromperen.
 
Gaascht (Nordosthälfte Gaast, Nösl. Gast) Pl. Gäscht (Nordosthälfte Geest, Nösl. Gäst) M.: 1) «Gast» — Spww.: En ongebuedene (iwwerläschtege — Wb. 06: onggeluedene) G. setzt een hannert d'Dir — Echt.: Owesgeest säin [Bd. 2, S. 5] ongebeden — s. auch Dag sub 2.; Raa.: ech war beim Buergermeeschter zu G. — se hun d'Englänner (s. d. sub 3) zu G. — dir sid hei zu G.! (Höflichkeitsbezeugung); 2) übtr.: «unzufriedener Mensch, Kerl, Geselle» — e kriddelege G. — wat e raue G.! — mat esou Gäscht huet een am léifsten näischt ze dun; Komp.: Éiere-, Kiirmes-, Maart-, Stammgaascht.
 
Ga(a)sglettchen lok. auch Kaselettchen (neben volksetymologischem Glasglettchen) F.: «Reliquie eines Heiligen in einem Medaillon» (oft aus Pappe).
 
Ga(a)sper, Gaaschper M.: 1) der männl. Vorname «Kaspar»; 2) verallgemeinert: a) «feiger Mensch» (so belegt in Bofferdingen); b) in Raa. wie du domme G.! — Aëgaasper «glotzäugiger Mensch».
 
Gaasperech ON.: «Gasperich», Gem. Luxemburg — 425 (s. gaapsereg); Gaasperecher Helleg «Siebenschläfer»; bisw.: op dem Gaasbierg kontaminiert von Gaasperecher Bierg.
 
Gaass, Dim.

 

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