LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Gabber bis Gala(s)uniform (Bd. 2, Sp. 5b bis 6b)
 
Gabber (lok. Echt. dafür auch: Gabb) F. u. M.: 1) «Mundwerk» — séng G. geet ewéi eng Kaffismillen; 2) «Plaudertasche» (in dieser Bed. nur F.) — dazu: Gabberstéck N. = Mondstéck (s. d.).
 
gabberen intr. Verb.: «andauernd plappern, plaudern» — d'Kënnche gabbert schon ewéi en Aalt.
 
Gab(be)rioul (Ostrand: -/jul) F.: 1) «Kapriole, mutwillige Bewegung, mutwilliger Streich» (in dieser Bed. auch: Trick, gelegentl. Konscht) — en huet de Kapp voller Gabrioulen; 2) übtr.: «Elster» (s. auch: Elster).
 
Gab(be)rioulemécher M.: 1) «Gaukler»; 2) «Schönsprecher» (cf. Konschtemécher).
 
Gabberzuel F. = Abberzuel (s. d.).
 
Gabi M.: «Dummkopf» — s. Topert, Gab(b).
 
Gach, neben Jach (Nösl. joç) N. (und lok. F.): «Joch» (des Ochsengespanns, des Wasserträgers).
 
Gâche (wie frz.) F.: 1) «Schließkappe» (Schlosserei); 2) «Halbring für Abflußröhren»; 3) «Rührschaufel, besonders zur Mörtelbereitung».
 
Gâchette F.: «Schließhaken im Schloß», dafür auch: Zéngel — s. Fieder sub 3. [Bd. 2, S. 6]
 
Gachel F.: «Stinkwanze» (bes. auf Him-, Stachelbeeren — dafür auch Kréischelsbock, Sténkert).
 
Ga(c)kelchen, Ga(c)keli (Ga.: Kackeléi) N.: «Ei».
 
Gadderscheier ON.: in der Gem. Sassenheim, Kant. Esch.
 
Gafel lok. Gaffel (Dim.: Gäffelchen, Giewelchen, Osten: Gefelchen, Gewelchen) F.: 1) «Astgabelung»; 2) «große hölzerne od. eiserne Gabel» (etwa zum Hantieren von Heu oder Stroh, zum Auflegen des Gewehres beim Zielen); 3) «Gabelung, die das Vorderrad des Fahrrades hält, auch sonst an Maschinen und Fahrzeugen» (dazu die seltenere südl. Var. Guebel); 4) «gabelähnliches Gerät, Maschinenteil» (z. B. der gabelähnliche Teil der Uhr, in dem der Pendel hängt); 5) «gespreizte Schwurfinger» — wann ech et op d'G. kréien, da sin ech gewonnen (wenn es zum Eide kommt, gewinne ich den Prozeß) — in dieser Bed. bes. Dim.: d'Giewelchen, Gewelchen, Gäffelche maachen (schwören).
 
Gafelstill M.: «Gabelstiel».
 
gafelen refl. Verb.: «sich gabeln, verzweigen» — de Bam, de Wee gafelt sech — dazu: Gegafels N.
 
gafen Echt.: goafen intr. Verb.: «gaffen» — dafür meist: afen (s. d.).
 
Gaffe (wie frz.) F.: «gesellschaftliches Versehen, Bloßstellung durch unangebrachte Bemerkung».
 
Gaffel F.: «echte Nelkenwurz».
 
Gaft N. = phV. zu Gëft (s. d.).
 
Gaga (/ga:ga) I F.: «bunter Glasklicker» — s. auch: Aga(t), Bomm.
 
Gaga (/gAga) II M.: «kindischer Alter» — auch adjektivisch gebr.: en as ewell elle gaga.
 
Gaine (wie frz.) F.: «Korsett, Hüfthalter».
 
Gak M.: 1) «großer Hahn» (bes. mit langen Beinen); 2) «aufgeschossener, hagerer Mensch» (s. auch: Gakes, Gok(es), Gootsch); 3) neben Gak-gak, Jhak (gak): «Rabe».
 
gakeg Adj.: 1) «lang und dünn, geil aufgeschossen» (von Menschen, Tieren und Pflanzen) — in Echt. dafür auch das Kompos.: oaschgakig — etwa su hi op de Stëmpelen ewi en oaschgakige Bauchstoul — allg.: e gakegen Hals, g. Been, eng g. Planz (Gegenteil: plaujheg) — e laange, gakege Boam (Esch-Alz.); 2) «linkisch, dumm einfältig» (Ga., Wb. 06); 3) Echt.: «aufgeblasen, eingebildet» (dafür auch: oaschgakig) — esu en (oasch-)gakigt Déngen, wat viroa säich op d'Knéie feelt (sich selbst anbetet).
 
Gakegkät, -keet F.: 1) «Aufgeschossenheit»; 2) «linkisches Wesen» (so nur Wb. 06).
 
Gakeli N.: s. Gackeli.
 
gaken intr. Verb.: «gackern» (von Hühnern, jungen Raben etc.).
 
Gakes, Gaki M.: «aufgeschossener Kerl» (auch: Koseform für Gaston).
 
Gakhäls-chen M.: «gereckter Hals» — bes. in der Ammenspr.: maach (e) G. (recke den Hals).
 
Gal Nösl.: Gall F.: 1) «Galle» — batter ewéi Rouscht a G., wéi Batteralzem — d'G. lääft mer iwwer (der Ärger übermannt mich) — deen huet keng G. am Leif (er regt sich nicht leicht über etwas auf) — en huet eng G. ewéi e Mëllechdëppen (er ist jähzornig) — e späizt Gaft a G. (er macht seinem Ärger Luft) — d'G. as mer bal gebascht; 2) «härtere Stelle im Sandstein» (von meist bräunlicher Farbe); 3) «Schwellung des Pferdefußes»; 4) «wässerige Stelle in einem Acker, ohne Wachstum» (dazu: galeg, waassergaleg).
 
Galapel M.: «Gallapfel» (selten für: Äächapel).
 
Galkraut N.: «Steinbrechart».
 
Galeféiwer N.: «Gallenfieber».
 
Galesteen M.: «Gallenstein».
 
galeg Adj.: 1) vom Pferdefuß (cf. Gal sub 3); 2) «sumpfig» (cf. Gal sub 4) — in dieser Bedeutung auch: waassergaleg; 3) Mosel: «taub» (von einer Nuß) — eng g. Noss.
 
galen trans. Verb.: 1) «auslaugen» — e gesäit (er)aus ewéi gegaalt (ausgemergelte Gesichtszüge); 2) «erschöpfen» (die Ackererde), bes. im Kompos.: ausgalen (wofür auch: auspautelen, -poweren — cf. fautelen) — en ausgegaalt Stéck Land (nicht gedüngtes, deshalb unfruchtbares Land) — d'Kou as ewéi gegaalt (durch Krankheit heruntergekommen, auch gelantert).
 
Gala (/gAla) M.: «Festschmuck, Festtagskleidung» — Pompieë gin am grousse G. mat der Prëssioun — e geheit sech an de G. (dafür auch: Wichs) dazu: Gala(s)uniform F.

 

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