LWB Luxemburger Wörterbuch
 
gafelen bis Galla (Bd. 2, Sp. 6a bis 7a)
 
gafelen refl. Verb.: «sich gabeln, verzweigen» — de Bam, de Wee gafelt sech — dazu: Gegafels N.
 
gafen Echt.: goafen intr. Verb.: «gaffen» — dafür meist: afen (s. d.).
 
Gaffe (wie frz.) F.: «gesellschaftliches Versehen, Bloßstellung durch unangebrachte Bemerkung».
 
Gaffel F.: «echte Nelkenwurz».
 
Gaft N. = phV. zu Gëft (s. d.).
 
Gaga (/ga:ga) I F.: «bunter Glasklicker» — s. auch: Aga(t), Bomm.
 
Gaga (/gAga) II M.: «kindischer Alter» — auch adjektivisch gebr.: en as ewell elle gaga.
 
Gaine (wie frz.) F.: «Korsett, Hüfthalter».
 
Gak M.: 1) «großer Hahn» (bes. mit langen Beinen); 2) «aufgeschossener, hagerer Mensch» (s. auch: Gakes, Gok(es), Gootsch); 3) neben Gak-gak, Jhak (gak): «Rabe».
 
gakeg Adj.: 1) «lang und dünn, geil aufgeschossen» (von Menschen, Tieren und Pflanzen) — in Echt. dafür auch das Kompos.: oaschgakig — etwa su hi op de Stëmpelen ewi en oaschgakige Bauchstoul — allg.: e gakegen Hals, g. Been, eng g. Planz (Gegenteil: plaujheg) — e laange, gakege Boam (Esch-Alz.); 2) «linkisch, dumm einfältig» (Ga., Wb. 06); 3) Echt.: «aufgeblasen, eingebildet» (dafür auch: oaschgakig) — esu en (oasch-)gakigt Déngen, wat viroa säich op d'Knéie feelt (sich selbst anbetet).
 
Gakegkät, -keet F.: 1) «Aufgeschossenheit»; 2) «linkisches Wesen» (so nur Wb. 06).
 
Gakeli N.: s. Gackeli.
 
gaken intr. Verb.: «gackern» (von Hühnern, jungen Raben etc.).
 
Gakes, Gaki M.: «aufgeschossener Kerl» (auch: Koseform für Gaston).
 
Gakhäls-chen M.: «gereckter Hals» — bes. in der Ammenspr.: maach (e) G. (recke den Hals).
 
Gal Nösl.: Gall F.: 1) «Galle» — batter ewéi Rouscht a G., wéi Batteralzem — d'G. lääft mer iwwer (der Ärger übermannt mich) — deen huet keng G. am Leif (er regt sich nicht leicht über etwas auf) — en huet eng G. ewéi e Mëllechdëppen (er ist jähzornig) — e späizt Gaft a G. (er macht seinem Ärger Luft) — d'G. as mer bal gebascht; 2) «härtere Stelle im Sandstein» (von meist bräunlicher Farbe); 3) «Schwellung des Pferdefußes»; 4) «wässerige Stelle in einem Acker, ohne Wachstum» (dazu: galeg, waassergaleg).
 
Galapel M.: «Gallapfel» (selten für: Äächapel).
 
Galkraut N.: «Steinbrechart».
 
Galeféiwer N.: «Gallenfieber».
 
Galesteen M.: «Gallenstein».
 
galeg Adj.: 1) vom Pferdefuß (cf. Gal sub 3); 2) «sumpfig» (cf. Gal sub 4) — in dieser Bedeutung auch: waassergaleg; 3) Mosel: «taub» (von einer Nuß) — eng g. Noss.
 
galen trans. Verb.: 1) «auslaugen» — e gesäit (er)aus ewéi gegaalt (ausgemergelte Gesichtszüge); 2) «erschöpfen» (die Ackererde), bes. im Kompos.: ausgalen (wofür auch: auspautelen, -poweren — cf. fautelen) — en ausgegaalt Stéck Land (nicht gedüngtes, deshalb unfruchtbares Land) — d'Kou as ewéi gegaalt (durch Krankheit heruntergekommen, auch gelantert).
 
Gala (/gAla) M.: «Festschmuck, Festtagskleidung» — Pompieë gin am grousse G. mat der Prëssioun — e geheit sech an de G. (dafür auch: Wichs) dazu: Gala(s)uniform F.
 
galant, -länt Adj.: 1) «galant, zuvorkommend» (bes. den Damen gegenüber) — iron.: du bas mer e Galanten; 2) «leicht» — wéi as dat elo esou g. gaangen (schnell vonstatten gegangen).
 
Galant M. (wie frz. Ton: 1): «Galan, Schürzenjäger».
 
Galanterie F.: «Höflichkeit» (bes. den Damen gegenüber).
 
Galantine (wie Frz.) F.: «gepreßtes Hackfleisch mit Gallerte». [Bd. 2, S. 7]
 
Galéi I (Vianden: Gali — Ton: 2) M. (bisw. auch F.): «Galeeren-, Zuchthausstrafe, Zwangsarbeit» — en as (ewéi) um (bisw. auch: am) G. (er ist viel geplagt) — hie briet eis all op (un) de G. — den éiwege G.; (a) lebenslängliche Zwangsarbeit; b) die Zahl 99) — du bas eppes ewéi den éiwege G. (du bist ein unausstehlicher Plagegeist).
 
Galéi II M.: «Setzschiff» (frz. la galée).
 
Galéihuwel M.: «Schürfhobel».
 
Galéier M.: «Galeerensträfling».
 
galen, golen trans. Verb.: «mit einer Stange Nüsse herabschlagen» — cf. frz. gaule.
 
Galère (wie frz.) F., in der Ra.: vogue la galère.
 
Galerie (älter: Galerei) F.: 1) «Gesims an Möbeln»; 2) «hölzerner Balkon, der den Übergang von einem Teil des Hauses zu einem andern vermittelt»; 3) «Holzleiste mit Laufschiene für Vorhänge»; 4) nur als Galerie (Ton: 3): «waagerechter Grubengang, Stollen» — e schafft an der G. (er arbeitet in der Erzgrube, wofür auch: um Bierg, an der Kaul).
 
Galerie(s)aarbechter M.: «Grubenarbeiter» — dafür meist: Biergaarbechter.
 
Galeriesguckuck M., -lanter F.: «Stollenlampe».
 
Galette (wie frz., Ton: 1) F.: 1) «Zuckerwaffel»; 2) übtr.: «gutes Essen» (Ton: 2).
 
Galla M.: «törichter Galan» — dazu:

 

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