LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Gasmaschin bis Gauscht (Bd. 2, Sp. 11a bis 12a)
 
-maschin F.: «Gasherd»; -rechnong F.: «Gasrechnung»; -rouer M.: «Gasleitungsrohr»; -schäffchen M.: «Bratschränkchen im Gasherd»; -strëmpchen F.: «Glühstrumpf»; -uewen M.: «Gasofen»; -wierk N.: «Gaswerk».
 
Gascht (lok. Garscht) M.: 1) «Neid» — Näid a G. (Neid und Mißgunst — wie Gauscht — s. d.); 2) «Gegenstand des Neides» — déi Bänk war den Noperen hire G.; 3) «Geiz» — 't as vun elauter G. (dafür Gaarz sub 3); 4) Gaschtert — dou alen, ellene G. (s. Abgascht).
 
gaschteg Adj.: 1) «garstig, unfreundlich, übelgelaunt, streitsüchtig» — sëf net esou g. (= granzig s. d.); 2) «neidisch»; 3) «geizig» (s. abgaschteg).
 
Gaschtert M.: 1) «Mensch von schlechtem Charakter»; 2) «neidischer Mensch».
 
Gasett (Ton: 1) F.: 1) «Brennkapsel, feuerfeste irdene Kapsel, in welche die zu brennenden aus Steingutoder Porzellanmasse geformten und getrockneten Gegenstände eingesetzt werden, um sie vor der Berührung mit der Flamme und vor dem Anfliegen von Asche zu bewahren» (frz. casette, cazette); 2) lok.: Stützen, oft dreikantige Stäbchen, auf welche der zu brennende Gegenstand in die Brennkapsel oder in den Ofen gesetzt wird (dafür auch: Stillchen, Stéilchen) — dazu der Hausname: a Gasetten.
 
Gaskonaden, Gaskenaden lok. Kaskenaden Pl. F.: «Prahlen, Aufwand» —frz. gasconnade.
 
gasperen intr. Verb.: «in Ordnung, von statten gehen».
 
Gass F.: «feierlicher Schmaus bei der Kindtaufe» (zu dem die Nachbarn eingeladen werden) — bes. im Westen gebr. (cf. wall. gasse, Haust, S. 28).
 
gastéieren trans. Verb.: «traktieren» — an deem Haus hu s'eis gutt gastéiert.
 
Gaston (Ton: 1) männl. Vorn.: erscheint als Gast(i), Gascht, Gak(i).
 
Gatsch F. Arlon s. Giisch.
 
Gatt M.: «der Hintere, Gesäß» — Ra.: Këss der Kaz de G.; in Weimerskirch im Jenischen gebr.: schmonk mer de G.
 
gatténg Adj./Adv.: «flott, hübsch» — hien as esou g. gekleet.
 
gattswouer Adj./Adv.: 1) «wahrlich» — beteuernd: 't as g.! — en as g. nët krank; 2) in der Ra.: fir de g. «zum Schein, sozusagen» — en as bei de Schalter gaangen als g. e géif e Billet huelen (cf. Gottes-wonner).
 
Gau (gA:u) M. = Ga (s. d.).
 
gauche Adj. (wie frz.): «linkisch».
 
Gaudi, Gaudiom, Gaudium M.: «ausgelassene Freude» (dafür auch: Zodi, Furri, Gellecht usw.).
 
Gaudi II M.: «altes stumpfes Messer».
 
Gaudi III, neben Gaudee (lok. Westen Godi), auch: Gaudi Wuesi M.: Knabenspiel: man schneidet in einem Atem soviel Rasen aus, als man kann (G. G. eemol, G. G. zweemol usw.). Dieser wird jedem der Mitspielenden der Reihe nach auf den Rücken gelegt, und so muß er sich kriechend fortbewegen. Fällt ein Rasenstück, so ist [Bd. 2, S. 12] dies das Zeichen zu einem allgemeinen Bombardement.
 
Gaufrage (wie frz. aber Ton: 1) M.: «Prägung, Wasserzeichen im Papier in Form einer Waffel».
 
gaufréieren trans. Verb.: «fälteln, kräuseln» — e gaufréiert Handduch (mit Waffelmuster) — dazu: Gaufréiereisen N.: «Fältel-, Kräuseleisen».
 
Gaufrette (wie frz. aber Ton: 1) F.: «Zuckerwaffel» (Wäffelchen, Zockerhaup).
 
Gauka, neben Jauka M.: «Possenreißer, Harlekin».
 
Gaul M.: 1) «Gaul» — engem geschenkte G. kuckt een nët an d'Maul — Wann der Deiwel de G. huet, kann en den Zam och huelen (cf. J. Dumont «La légende du pacte satanique de Sigefroi», Annuaire 1947 Inst. Grand-Ducal, Section de Linguistique) — Knachen ewéi e G.; 2) Spiel (= Galosch II).
 
Gauner M.: 1) «Gauner» — oft spaßh. gesteigert: Oberammergauner; 2) meist abgeschwächt: «Schalk»; zu Knäblein: du klenge G.; dazu: Gaunerei F.
 
gauneren trans. Verb.: «auf unehrliche Weise an sich bringen»; dafür auch wie hd.: ergauneren.
 
Gaup F.: «dreieckige Dachluke» (so bes. an der Mosel belegt) s. Daachaup.
 
Gaus I F.: 1) «Ziege» (meist iron. oder pejor. statt Gääss — s. d.). — geringschätzig: se hun nëmmen déi zwou Gausen — e fiert mat der G. aus; 2) Spiel (Erklärung sub Gääss), dafür auch: Butsch, Zéckel — Kinderreim: la Butsch, di Gaus, la Rabbel, di Stousskar etc. . . .
 
Gaus II F.: «Mädchen» (burschikos).
 
Gaus III F. = lok. phV. des Südwestens zu Gäns (s. d.).
 
Gauscht M.: «Neid» (s. Abgascht, -gauscht).

 

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