LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Gebond bis gedaags (Bd. 2, Sp. 20b bis 21b)
 
Gebond N.: «Gebund» (Weberei) — cf. auch: Gebënn sub 4, Strank.
 
Gebossels M.: «Kleinarbeit, Hantierungen» (dafür auch: Geboschels).
 
Gebott N.: 1) «Gebot» — in der Kirchenspr. auch Gebot (Pl. déi zéng Gebot(t)er) — e kennt kee Gott a kee G.; 2) «Angebot» — in dieser Bed. meist Gebatt (s. d.) — da maacht emol en uerdentlecht G. (sagt der Ausrufer bei Versteigerungen).
 
Gebraddels N.: 1) «dummes Gespräch»; 2) «brodelndes Geräusch» (vom Wasser in der Tabakspfeife, vom Schleim in der Lunge).
 
gebrannt Verbadj. zu brennen (s. d.) — se gin zu gebrannt bieden, hääschen (sie gehen mit einem Brandbettelbrief um — cf. Brandbréif sub 1) — 't richt no g. — in häufigen Ortsbezeichnungen: am gebrannte Bësch (Branebësch), um gebrannte Bierg, laanscht d'gebrannten Heck usw.; dazu das vom Wb. 06 vermerkte Komp.: Gebranntemielzopp F.: «Suppe mit geröstetem Mehl» — cf. brennen.
 
Gebratsch(s), Gebratschels (lok. Gebrutschs) N.: 1) «Eintopf, geschmacklos zusammengewürfelte Speise»; 2) «langes, auf Kosten der Qualität der Speisen gehendes Kochen».
 
Gebrauch M.: 1) «Benutzung, Verwendung» — dat Wuert as nët méi am (aus 'em) G. — maacht kee G. dervun! (geben Sie die Nachricht nicht weiter!); 2) «Brauch, Sitte, Gewohnheit» (dazu der Pl. Gebräicher) — in dieser Bed. auch Brauch (s. d.) — en ale G. — eemol as kee G. (einmal ist nicht gewöhnlich) — maach der kee G. draus (mache dir das nicht zur Gewohnheit) — méi domm (as) ewéi de G. (as) — Wou et (de) G. as, gët de Pompernéckel an der Kiirch gesongen. [Bd. 2, S. 21]
 
gebrauchen trans. Verb.: 1) «gebrauchen, benutzen, verwenden» — deen as fir näscht ze g. — d'Uersaache si fir ze g. — du bas awer haut a kenger Zopp (Zooss) ze g. — cf. auch brauchen sub 1; 2) im bes.: «coire»; 3) «leiden, mögen, auskommen mit» — ech kann e gutt (ze) g. (auch: ech hun e gutt ze g.) — cf. auch brauchen sub 5.
 
gebraucht lok. gebraut Verbadj.: «schon benutzt, nicht neu», gebrauchte Kläder.
 
Gebräck (lok. Mosel) N.: «Aas, Tierkadaver».
 
Gebräckel N.: 1) «kleines Reisig»; 2) in dieser Bed. auch Gebréckel(s) «oberste, verwitterte, zerklüftete und deshalb weichere Schicht des Steinbruchs, überhaupt bröckelndes Gestein».
 
gebräichlech Adj.: «gebräuchlich».
 
gebréch(er)lech Adj.: «gebrechlich, zerbrechlich»: dazu die Abl.: Gebrécherlechkeet F.
 
Gebrëlls N.: «Gebrüll».
 
Gebrenns N.: 1) = Brand sub 1 (auch: Brennes); 2) «Destilliermasse».
 
Gebrësels N.: «lärmendes Durcheinander».
 
Gebretz N.: «Prahlerei».
 
Gebridder Pl. M.: «Gebrüder».
 
Gebriech N.: 1) «Abbruch, Not» — 't huet kee G. dass en dovu schwätzt (er hat keinen Grund, davon zu reden) — 't as nach kee G. u Flääsch bei ons (= et as ons nach kä Flääsch ofgaangen — es gebricht uns noch nicht am Fleisch); 2) «Schaden» — 't as nach kee G. un der Maschin (die Maschine ist noch wie neu).
 
Gebrieders N.: «Ansammlung von Brettern».
 
gebriedert Verbadj.: «mit Brettern belegt» — dafür auch: gedillt (cf. auch anzéien).
 
Gebrosels N.: 1) «Hast, überstürzte Handlung»; 2) «Gestotter».
 
Gebrucks N.: 1) «träges Dahocken»; 2) «Nachdenklichkeit»; 3) «Inkubationszeit».
 
Gebruddels N.: 1) «weinerliches Getue, heimlicher Kummer»; 2) «Brodeln beim Kochen».
 
Gebruets N.: «Windungen» (eigtl. u. übertr.).
 
gebuer(en) (Nösl.:/bwArən) Verbadj.: «geboren» — schwaarz g., all Méi (Säf) verluer(en) — 't as e gebuerene Knécheler, älter: en as en Näischnotz g. — domm g. an näischt bäigeléiert — séng Fra as eng g. Theis — Ga.: gedroën a g. zu Lëtzebuerg.
 
Gebuergs N.: «gewohnheitsmäßiges Borgen».
 
Gebumms N.: «dumpfes Getöse, Schüsse».
 
gebunzelt (lok. gebrunzelt) Verbadj.: Art der Kartoffelzubereitung, s. bootschen, fuussen, bunselen.
 
Gebuurt F.: «Geburt», und zwar: 1) «das Geborene» — Echt.: dou ele G.!; 2) «das Gebären, Geborenwerden» — en as schlamm vu G. — da's eng schwéier G. (auch aufs Geistige übtr.) — vu G. aus (von Anfang an).
 
Gebuurtsakt M.: «Geburtsakt».
 
Gebuurtsdag M.: «Geburtstag».
 
Gebuurtsfeler M.: «Geburtsfehler» — dee Bouf as e G. (geistig, körperlich oder moralisch minderwertig) — 't as nëmmen e G. (von einem entbehrlichen Körperteil, etwa auf den Blinddarm bezogen).
 
Gebuurtsfleck M.: «fleckförmiges Muttermal» (dafür auch Wäifleck, roude F., s. auch Maus).
 
Gebuurtsschäin M.: «Geburtsschein» — en huet säi G. verluer (er vergißt seine niedrige Herkunft).
 
Gedabber(s) N.: «Getrippel» (dafür gelegtl. auch Gedäbbers).
 
Gedad(d)ers, Gedadesch N.: «törichtes Gerede».
 
gedag, lok. gedaags Adv.: 1) «früham Tag»; 2) «bei Tag» — mer kommen nach g. un.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut