LWB Luxemburger Wörterbuch
 
glécklecherweis bis Glies-chen (Bd. 2, Sp. 63a bis 64a)
 
glécklecherweis Adv.: «glücklicherweise».
 
Glécks- -fra, frächen F.: «gütige Fee» (im Märchen); -vull M.: «Glückspilz»; -hand F.: «glückliche Hand»; -hauf F.: «Schafhaut, Helm des neugeborenen Kindes» — en as mat enger G. op d'Welt komm (frz.: il est né coiffé); -kand N.: «Sonntagskind» (cf. Gëlleguetskand); -kap F.: «Glückskappe» in der Ra.: eng G. op hun (etwa beim Spiel auffällig viel Glück haben); -rad N.: «Glücksrad» (einer Lotterie); -zeechen N.: «glückliche Vorbedeutung».
 
gléckséileg Adj.: 1) «glückselig» — gängige Wunschformel: ech wënschen iech vill Gléck am neie Joer, laang ze liewen a g. ze stierwen; 2) «überglücklich» — e war g. wéi en déi Nouvelle krut; 3) spaßh. übtr.: «betrunken»; dazu die Abl.: Gléckséilegkät,- keet F.
 
Gleder (lok.) F.: «Eisbahn».
 
gled(er)en, Osten auch gläden intr. Verb.: «gleiten» (und zwar allg. nur im Osten, etwa in Vianden belegt — sonst im bes.: «auf der Eisbahn gleiten» — wie glëtschen, s. d.) — cf. im allg. rëtschen.
 
gleden (lok. Osten) trans. Verb.: «glätten».
 
Gléis, Gleis s. sub Ge-.
 
Gleis(er) (nördl. Gutland) F.: «Eisbahn» — op der G. goën (auf der Eisbahn gleiten) — s. Glëtsch.
 
gleis(er)en intr. Verb.: «auf der Eisbahn ohne Schlittschuhe gleiten».
 
glënneren (Echt.: gleeneren) intr. Verb.: 1) «glänzen» — e glënnert vu Fräd, vu Fett iwwer d'ganz Gesiicht; 2) übtr.: «betrunken sein» — dazu das Adj.: glënnereg «glänzend» — Glënner M. — d'ganz Gewan war ä G. (Glanz der im Schnee von der Sonne bestrahlten Flur) — eng Glënnernues (Trinkernase).
 
Glëtsch F.: «Gleit-, Eisbahn» — dafür lok. Rosport: Gluutsch.
 
glëtsch(er)eg Adj.: 1) «glatt, schlüpfrig» — lok. auch: glatscheg, glätscheg; 2) bisw. übtr.: «anstößig».
 
glëtschen intr. Verb.: 1) «gleiten» — et kënnt ee liicht un d'G. — en as op dem glate Buedem ausgeglëtscht; 2) lok.: «auf der Eisbahn ohne Schlittschuhe gleiten» — dafür lok. auch: glitschen, Rosport gluutschen.
 
Glëtz M.: «Glatteis, Eisregen» — 't fällt G. (es regnet und gefriert sofort) — auch: Glëtzäis.
 
Glëtz F.: lok. Var. für Glëtsch (s. d.) — dafür lok. auch: Gliks (Ösl.), Glinz.
 
glëtzen intr. Verb. = glëtschen sub 2 — dafür lok. gliksen (Ösl.), glinsen, glinzen, glisen.
 
glëtz(er)en intr. Verb.: «funkeln, glitzern» — de Schnéi glëtzert.
 
glicherän, -een, (lok. glichwidder-) Pron.: «ein jeder, jedweder, jeglicher», — si daachen g. näischt (sie taugen alle nichts — Mosel).
 
Glidd (lok. Glid) N.: 1) «Glied» — ech hun all G. wéi — e spiert et nach an alle Glidder — en huet et an alle Glidder (er hat eine starke Erkältung) — de Schreck as em an d'Glidder gefuer, stécht em nach an de Glidder — ech hun (spieren) de Reen an de Glidder — méng Glidder sin ewéi gebrach, 't gët aner Wieder — ech ka kee G. méi réieren — sief frou dass de déng gesond, oder grued Glidder nach hues — spuer der déng gesond Glidder (oder déng Glidder gesond) — en huet d'Glidder ausernän vu lauter Schaffen — e falscht G. (offenes Kettenglied — dafür auch: Noutrank); 2) «männliches Glied»; 3) «Stück der Rebe zwischen zwei Knospen»; 4) «Stirnreihe» — si kommen do a Rei a G.
 
Glidd- -kraut N.: «gemeines Labkraut»; -moossen nur Plur.: «Gliedmaßen»; -schoft (lok. Echt.) F.: «Sippschaft» (verächtlich); -waasser N.: «Gliedwasser».
 
Glidder- -giicht F.: «Gelenkrheuma»; -krankhät, -heet F.: «starke Erkältung». [Bd. 2, S. 64]
 
gliddeg (Ostlux. gléidig, Mosel lok. glidig, westlux. veraltet gloidig, westösl. gligdig) Adj.: 1) «glühendheiß» — ech souz ewéi op gliddege Kuelen — 't gët keemol esou g. giess wéi gekacht gouf — deem as alles ustänneg, nëmme kee gliddegt Eisen — beim Suchen: 't as g. (= et brennt — du bist ganz nahe beim Versteck) — Folklor.: déi al Schweebches vu Réimech huet d'g. Kutsch méi wéi zwanzeg Mol gesinn (gespenstische Erscheinung einer feurigen Kutsche im letzten Jahrzehnt des 18. Jhs.); 2) med.: «fieberheiß» — en huet esou g. Baken, da's kee gutt Zeechen; 3) «heißblütig» (meist pejor.) — dat do as där Gliddeger äänt, där Zort geet ee sech méisseg, mäi Jong; 4) «sanguinisch» —den Här G. (ein Heißsporn), aber auch iron.: da's e Gliddigen (von einem Menschen, der nicht viel taugt).
 
Glies-chen (Var. cf. Glas) N.: Dim. zu Glas (s. d.); Ra.: all Dag e G., um Enn eng rout Nieschen.

 

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