LWB Luxemburger Wörterbuch
 
gleis(er)en bis Glossen (Bd. 2, Sp. 63a bis 64b)
 
gleis(er)en intr. Verb.: «auf der Eisbahn ohne Schlittschuhe gleiten».
 
glënneren (Echt.: gleeneren) intr. Verb.: 1) «glänzen» — e glënnert vu Fräd, vu Fett iwwer d'ganz Gesiicht; 2) übtr.: «betrunken sein» — dazu das Adj.: glënnereg «glänzend» — Glënner M. — d'ganz Gewan war ä G. (Glanz der im Schnee von der Sonne bestrahlten Flur) — eng Glënnernues (Trinkernase).
 
Glëtsch F.: «Gleit-, Eisbahn» — dafür lok. Rosport: Gluutsch.
 
glëtsch(er)eg Adj.: 1) «glatt, schlüpfrig» — lok. auch: glatscheg, glätscheg; 2) bisw. übtr.: «anstößig».
 
glëtschen intr. Verb.: 1) «gleiten» — et kënnt ee liicht un d'G. — en as op dem glate Buedem ausgeglëtscht; 2) lok.: «auf der Eisbahn ohne Schlittschuhe gleiten» — dafür lok. auch: glitschen, Rosport gluutschen.
 
Glëtz M.: «Glatteis, Eisregen» — 't fällt G. (es regnet und gefriert sofort) — auch: Glëtzäis.
 
Glëtz F.: lok. Var. für Glëtsch (s. d.) — dafür lok. auch: Gliks (Ösl.), Glinz.
 
glëtzen intr. Verb. = glëtschen sub 2 — dafür lok. gliksen (Ösl.), glinsen, glinzen, glisen.
 
glëtz(er)en intr. Verb.: «funkeln, glitzern» — de Schnéi glëtzert.
 
glicherän, -een, (lok. glichwidder-) Pron.: «ein jeder, jedweder, jeglicher», — si daachen g. näischt (sie taugen alle nichts — Mosel).
 
Glidd (lok. Glid) N.: 1) «Glied» — ech hun all G. wéi — e spiert et nach an alle Glidder — en huet et an alle Glidder (er hat eine starke Erkältung) — de Schreck as em an d'Glidder gefuer, stécht em nach an de Glidder — ech hun (spieren) de Reen an de Glidder — méng Glidder sin ewéi gebrach, 't gët aner Wieder — ech ka kee G. méi réieren — sief frou dass de déng gesond, oder grued Glidder nach hues — spuer der déng gesond Glidder (oder déng Glidder gesond) — en huet d'Glidder ausernän vu lauter Schaffen — e falscht G. (offenes Kettenglied — dafür auch: Noutrank); 2) «männliches Glied»; 3) «Stück der Rebe zwischen zwei Knospen»; 4) «Stirnreihe» — si kommen do a Rei a G.
 
Glidd- -kraut N.: «gemeines Labkraut»; -moossen nur Plur.: «Gliedmaßen»; -schoft (lok. Echt.) F.: «Sippschaft» (verächtlich); -waasser N.: «Gliedwasser».
 
Glidder- -giicht F.: «Gelenkrheuma»; -krankhät, -heet F.: «starke Erkältung». [Bd. 2, S. 64]
 
gliddeg (Ostlux. gléidig, Mosel lok. glidig, westlux. veraltet gloidig, westösl. gligdig) Adj.: 1) «glühendheiß» — ech souz ewéi op gliddege Kuelen — 't gët keemol esou g. giess wéi gekacht gouf — deem as alles ustänneg, nëmme kee gliddegt Eisen — beim Suchen: 't as g. (= et brennt — du bist ganz nahe beim Versteck) — Folklor.: déi al Schweebches vu Réimech huet d'g. Kutsch méi wéi zwanzeg Mol gesinn (gespenstische Erscheinung einer feurigen Kutsche im letzten Jahrzehnt des 18. Jhs.); 2) med.: «fieberheiß» — en huet esou g. Baken, da's kee gutt Zeechen; 3) «heißblütig» (meist pejor.) — dat do as där Gliddeger äänt, där Zort geet ee sech méisseg, mäi Jong; 4) «sanguinisch» —den Här G. (ein Heißsporn), aber auch iron.: da's e Gliddigen (von einem Menschen, der nicht viel taugt).
 
Glies-chen (Var. cf. Glas) N.: Dim. zu Glas (s. d.); Ra.: all Dag e G., um Enn eng rout Nieschen.
 
gliesen (lok. phV. cf. d. vor.) Adj.: «gläsern» — Aprilscherz (cf. Abrëll): géi mer de gliesene Krautstee sichen (auch: de gliesenen Hummer, Linnek, Stéisser, Wénkel usw.) — deen huet g. Schanken (zerbrechliche Knochen) — g. Dir (Glastür) — g. Jhick (Glasmurmel) — e gliesent A — de gliese Buttek (die weibl. Scham).
 
Gliese- -geschir N.: «Glasgeschirr»; -schaf M.: «Glasschrank».
 
Glingglang, Klingklang M.: «Rauschgold, Flittergold» (frz. clinquant) — cf. auch Flingflang sub 1.
 
Glinlächels (lok. Echt.) N.: «ironisches, zynisches Lächeln»; dazu: Glin-, Glimlächler.
 
glinsen, glinzen u. Abl. s. sub glëtzen.
 
Glissad (Ton: 2) F.: «Schleifschritt beim Tanz» (bei Ga).
 
Glissglas N.: «Silberglas» — im Kinderreim: G., Spéngelfaass usw. Ein Kinderspiel wird von dem Vers begleitet: G., Spéngelfaas, mäi Bam (wohl korrumpiert für Bann) as op.
 
Glo F.: «Hälfte oder Drittel einer Hafergarbe» (die oft zum raschen Trocknen zu je drei und drei gegeneinander gestellt wurden).
 
Glob M. (bisw. F.): «kugeliger Lampenschirm» (gew. aus Glas).
 
global Adj. wie hd. — auch: in globo — eng g. Zomm.
 
Globes M.: «Globus, Weltkugel» — d'Jesuskand mam G. an der Hand.
 
Glori M. daneben auch Glorië (wie hd.) F.: «sichtliche Freude» — e war an enger G. dass de Minister mat em geschwat hat — a Glënner a G., iwwer d'ganzt Gesiicht — dazu die Zussetz.: Gloriëschäin M.: 1) «Heiligenschein»; 2) «Glatze».
 
Gloriette (wie frz. aber Ton: 1) F.: 1) Ga.: «Gartenlaube, Laubengang»; 2) bisw. spaßh.: «Brille» — haut hun ech méng G. op.
 
Glossen Pl. F.: «abfällige Bemerkungen» — en huet Glosse gemaach.

 

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