LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Glies-chen bis Gubbeltaass (Bd. 2, Sp. 64a bis 65a)
 
Glies-chen (Var. cf. Glas) N.: Dim. zu Glas (s. d.); Ra.: all Dag e G., um Enn eng rout Nieschen.
 
gliesen (lok. phV. cf. d. vor.) Adj.: «gläsern» — Aprilscherz (cf. Abrëll): géi mer de gliesene Krautstee sichen (auch: de gliesenen Hummer, Linnek, Stéisser, Wénkel usw.) — deen huet g. Schanken (zerbrechliche Knochen) — g. Dir (Glastür) — g. Jhick (Glasmurmel) — e gliesent A — de gliese Buttek (die weibl. Scham).
 
Gliese- -geschir N.: «Glasgeschirr»; -schaf M.: «Glasschrank».
 
Glingglang, Klingklang M.: «Rauschgold, Flittergold» (frz. clinquant) — cf. auch Flingflang sub 1.
 
Glinlächels (lok. Echt.) N.: «ironisches, zynisches Lächeln»; dazu: Glin-, Glimlächler.
 
glinsen, glinzen u. Abl. s. sub glëtzen.
 
Glissad (Ton: 2) F.: «Schleifschritt beim Tanz» (bei Ga).
 
Glissglas N.: «Silberglas» — im Kinderreim: G., Spéngelfaass usw. Ein Kinderspiel wird von dem Vers begleitet: G., Spéngelfaas, mäi Bam (wohl korrumpiert für Bann) as op.
 
Glo F.: «Hälfte oder Drittel einer Hafergarbe» (die oft zum raschen Trocknen zu je drei und drei gegeneinander gestellt wurden).
 
Glob M. (bisw. F.): «kugeliger Lampenschirm» (gew. aus Glas).
 
global Adj. wie hd. — auch: in globo — eng g. Zomm.
 
Globes M.: «Globus, Weltkugel» — d'Jesuskand mam G. an der Hand.
 
Glori M. daneben auch Glorië (wie hd.) F.: «sichtliche Freude» — e war an enger G. dass de Minister mat em geschwat hat — a Glënner a G., iwwer d'ganzt Gesiicht — dazu die Zussetz.: Gloriëschäin M.: 1) «Heiligenschein»; 2) «Glatze».
 
Gloriette (wie frz. aber Ton: 1) F.: 1) Ga.: «Gartenlaube, Laubengang»; 2) bisw. spaßh.: «Brille» — haut hun ech méng G. op.
 
Glossen Pl. F.: «abfällige Bemerkungen» — en huet Glosse gemaach.
 
glott Adj.: «wählerisch» (zunächst im Essen, dann allgem.) — 't duerf een nët g. ze sin — sief nët esou g. — déi as sëtze bliwwen (unverheiratet), si war ze g. — wann et iwwert déi g. Zong as, dann as et egal — da's kee Glotten (er ißt, verwindet, verträgt alles).
 
Glotterei, Glëtterei F.: «Leckerei» — et gouf nëmmen esou Glëttereien (cf. auch verglëtteren).
 
Glotthät, -heet F.: «Leckerhaftigkeit» — d'G. as äis am Krich vergaangen.
 
Glottspass (lok. Mosel) M.: «Leckermaul» (cf. Leckspass).
 
Glous(t), lok. Glouzt (bisw. Glu-) F.: 1) «Gluthitze, starkes Feuer»; 2) «Glut unter der Asche, glühende Kohle»; 3) «Fieber, starkes Hitzegefühl bei Entzündungen» — en huet eng G. u sech — eng Gloust an ee Feier.
 
glous(t)en, glouzen intr. Verb.: 1) «glühen, fortglimmen» — d'Kuele g. nach — dazu: glous(t)en Eisen, auch Glous-, Takeneisen «glühend gemachtes Eisen, das beim hohlen Bügeleisen ausgewechselt werden konnte»; 2) «fiebern, entzündet sein» — d'Baken hun em gegloust.
 
Glued M.: 1) männl. Vorn.: «Claudius» (frz. Claude) — dazu mannigfache Haus- und Familiennamen: Glauden, Gloden, Glo(o)d(t), Glueden, Claude usw.; 2) übtr.: «Dummkopf».
 
Gluedermëtteg M.: in der Ra.: e läit bis G. am Bett (wenn die Sonne schon hoch am Himmel steht).
 
gluutschen u. Abl. s. glëtschen.
 
Glyzerin (gli-) N.: «Glyzerin» (gelegtl. wie frz. glycérine gespr.).
 
Glyzin gew. Glissin (Ton: 2) F.: «Glyzine».
 
Gn- / gn-, hier fehlende Var. stehen sub Kn-/kn- [Bd. 2, S. 65]
 
Gnatz, Gnaz lok. Echt. M.: «Schorfausschlag» — lauter G. a Batz (verkümmertes Obst an alten Bäumen) — esu e G. (verkümmerter Mensch) — Abl.: gnatzig Adj. — g. a batzig (etwa von Äpfeln) vergnazt (vom Holz).
 
gnéideg, Gnod s. ge-
 
gnuzen trans. Verb.: «den Bart über die Wange eines Kindes streichen» (beim sog. Baartsetzen).
 
Gobelet, Gobbeli/ Gubbeli, Gobbel(t)- chen/ Gubbel(t)chen (Pl. -iën, -cher) M.: 1) meist «becherartige Henkeltasse» — hatt kann nët ouni séng sechs Gubbelië schlofe goen (sechs Tassen Kaffee); 2) gelegtl. «Becher» (der Bed. im Frz. entsprechend); 3) lok. «Schüsselchen» — dazu die Zussetz.: Gubbeltaass F.; 4) Gubbli spaßh. für Couplet «Strophe eines Liedes».

 

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