LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Goldlach bis Go(o)ss (Bd. 2, Sp. 68b bis 69a)
 
-lach N.: «alte Bezeichnung für das 1806 in der Unterstadt Grund erbaute Gefängnis» (Wb. 06: «der erste Inhaftierte hieß im Volksmund de Goldmetzeler d. h. der reiche Metzger» — Ga.: «den Namen hat es von seinem ersten Bewohner, einem Handelsmann, der immer das Wort Gold im Munde führte»); -makréil F.: «Goldnase» (Fisch); -märel F.: «Pirol, Oriolus»; -méck F.: 1) «gemeine Goldfliege»; 2) Bezeichnung für verschiedene Käferarten wie Goldkäfer, Rosenkäfer, Sandkäfer; -mënsch M.: «herzensguter Mensch»; -mouk F.: «Goldversteck»; -parmä(i)n F.: «Goldapfel»; -reen M.: «Goldregen» (Pflanze); -réis-chen F.: «gemeines Sonnenröschen»; -schaum M.: «Schlaggold, dünnes Metallblättchen zum Vergolden» — dafür auch Pallett F. (zu frz. paillette); -schaz M.: «Goldschatz»; -schlaang F. in der Ra.: wann een d'G. emol féint (déit fannen usw. — «Goldschlange» = Hüterin verborgener Schätze), da misst een nach de Courage hun, hir de gëlle Rank mam Monn aus der Maul ze huelen (wie es in den Märchen heißt); -schlëffer M.: «Goldkäfer, Cetonia aurata» — auch: Gëllewibbel; -schmatt M.: 1) «Goldschmied, Goldarbeiter»; 2) «Distelfink» (s. auch: -villchen); 3) «Goldschmied »(Käfer) (in dieser Bed. lok. auch als -schmack, -wibbel belegt); -schnëtt M.: «vergoldeter Blattschnitt» (etwa an Gebetbüchern); -stär M.: «Goldstern» (Pflanze); -stéck N.: «Goldstück» — und zwar: «Zehn- und Zwanzigmarkstück» (z. Z. des Zollvereins mit Deutschland, bes. nach 1871, bis 1918) — dafür auch: -fochs, Dim. -féchs-chen (lok. -féchsen) — cf. auch Fochs, Napoleon; -wäert M.: «Goldwert»; -wo F.: «Goldwaage» — 't kann (däerf) än nët alles op d'G. leën (man soll nicht zu kleinlich urteilen) — bei deem hätt een néideg, all Wiertchen op d'G. ze leën; [Bd. 2, S. 69] -wuurzel F.: 1) «Schöllkraut, Chelidonium majus»; 2) «Akelei».
 
goldeg Adj.: meist übtr. «herzensgut, lieb» — die Mutter zu ihrem Kind: du bas awer esou e Goldechen — goldiglok. im Norden und Osten auch für gëllen (s. d.).
 
Golf M.: 1) «Golfspiel» (wie hd.); 2) Ortsbezeichnung: um G. (dort, wo das Golffeld liegt).
 
Gollo M.: 1) «Geizhals, selbstsüchtiger Mensch» — bes. am Südrand als Schimpfwort empfunden — bekannt durch das Volksstück Genoveva, das auf den Dörfern viel gespielt wurde; 2) «großer, schwerfälliger Mensch», dafür auch: Goll, Gaul, Goliath.
 
Gomm M. = Gumm (s. d.) oder Gummi (s. d.).
 
Gomme (wie frz.) F.: 1) «Gummisirup»; 2) «Gummibonbon» — dafür auch: Boule gomme.
 
Gommel M. s. Gimm(chen).
 
Gommelastik (Ton: 3) N. und M.: «elastisches Gummiband» — auch: Bommelastik (s. d.).
 
Gommels ON.: «Commanster» — einziges romanisches Dorf der Gem. Beho (s. Boukels, Bukels sub 3) im Arr. Bastogne der belg. Prov. Lux.
 
Gonder (lok. Osten) M.: «Ende der kreuzweise gestellten Haltestangen des Hebenetzes».
 
Gong M. wie hd.
 
gonkelen intr. Verb.: «herumschlendern» — e gonkelt de ganzen Dag mat de Päerd duerch d'Perch (so belegt in Wecker).
 
Gonn F.: «Gunst, Entgegenkommen» — mengs de en hätt déi G. gehat fir mer ee Wiertchen ze soën.
 
gonnen, gënnen trans. Verb.: «gönnen» — meist dafür vergonnen (s. d.) — dat kann ech him gutt g. (häufig von etwas Schädlichem, wenn der Betroffene es selbst verschuldet hat).
 
Gonneréng ON.: «Gonderingen» — Gem. Rodenbourg, Kant. Grevenmacher — 325.
 
Gonscht (West. Goonscht, Gounscht, Nordosthälfte -st-) F.: «Gunst» — 't geet alles der G. (lok. umgedeutet auch: Konscht) no — en as nët méi a ménger G. — versuerg mer déng G. — G. geet iwwer Konscht — hie lieft vun der Schwéiermamm hirer G.
 
Goosch, Gaasch (frz. gâche) F.: «Kasten eines eisernen Türschlosses, Schließklappe, -kolben».
 
Go(o)ss F.: Knabenspiel — ähnlich gespielt wie Gääss sub 3/e.

 

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