LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Gromperemued bis Grondpäiler (Bd. 2, Sp. 83b bis 84b)
 
-mued M.: «Engerling des Maikäfers»; -panz F.: 1) «Schmerbauch»; 2) «Fresser»; — Preiss, Preiss G.! -pouken F. Pl.: «Kartoffelkrätze, Rhozosporium Solani»; -püree M.: «Kartoffelpüree»; -sak M.: «Kartoffelsack»; -schiel F.: 1) «Kartoffelschale» (auch Grëtz sub 2); 2) «Kartoffelschälmaschine»; -schlupp F.: «Kartoffelfressen» (Vieh); -schnaps M.: «Kartoffelschnaps»; -stack M.: «Kartoffelpflanze»; -stéck N.: «Kartoffelacker»; -steif F.: «Kartoffelstärke»; -stréi N.: «dürres Kartoffelkraut» (früher lok. als Viehstreu verwendet); -waasser N.: «Wasser, in dem die Kartoffeln gekocht wurden»; -zalot F.: «Kartoffelsalat»; -zäit F.: «Zeit der Kartoffelernte»; -zopp F.: «Kartoffelsuppe» — dafür lok. auch: -stupp M., bisw.: -téi M.: «steife Kartoffelsuppe»; -téitsch F.: «Kartoffelpüree».
 
Gron (Mosel) F.: «Weinbeere» — dafür im gemeinlux. lieber Tron, Dron — Dim.: Greenchen, Plur.: Grenercher.
 
gronen trans. Verb.: «nachlesen» — nach beendigter Weinlese halten die Kinder (gelegtl. auch Erwachsene) Nachlese in den Weinbergen (heute durchwegs polizeilich untersagt) — häufiger dafür glannen.
 
Grond (lok. phV. cf. Ltb. 45 — Dat. am Gronn, Pl. Grënn) M.: 1) «Erdoberfläche, Boden» (cf. auch Buedem u. bisw. Fong sub 1) — e kritt kee G. (beim Baden z. B.) — en huet G. a Buedem (Grundbesitzer) — et gesäit ee bis op de G.; 2) «Erde» — 't war G. un de Gromperen — d'Knëppelsteng hun alles a G. a Buedem geschloën — besonders an der Mosel, im Ggs. zu Buedem (s. d. sub 4), bezeichnet Grond den Mutterboden, daher: G. droën «im Winter mit der Weidenhotte Erde aus dem Buedem in die [Bd. 2, S. 84] Bänken (s. d.) tragen» (der Mutterboden gleitet unter schlechten Witterungsverhältnissen allmählich den Hang hinab, sammelt sich im Buedem an und wird daher wintersüber wieder nach oben getragen) — a G. an Äerdbuedem oder altertümlicher: an des Gronds vum Äerdbuedem (unter die Erdoberfläche; etwa: verdämmelen, verdamen usw.) — hien as een, dee gär am G. schafft (= am Gaart kniwwelt); 3) «Erdvertiefung, Talsohle» — in dieser Bed. häufig in ON. z. B. um die Hptstadt: Bireler-, Rollénger-, Stadgrond (in diesem Gebrauch meist allgem. die Dativform -gronn — auch im Nom. — vorgezogen), bes. für die Luxemburger Vorstadt «Stadtgrund» gilt allgem. das Simplex Grond, Gronn: e wunnt am Gronn, 't as eent aus dem Gronn, ech gin an de Gronn, de Gronn hat e schéine Won am Fakelzuch usw. — da dort das Staatsgefängnis steht: e sëtzt am Gronn (er ist im Gefängnis) — du ennegs nach am G. — en huet laang am G. geschafft (war im Gefängnis); dazu das Adj.: grënnesch «aus dem Stadtgrund» — déi grënnesch Turner — déi G. (Einwohner); 4) «Innerstes, letzte Tiefe, Kern einer Sache» (cf. in dieser Bed. auch Fong sub 3) — ech muss däer Saach emol op de G. goën — dat Messer hei schneit d'Waasser bis op de Grond (schneidet nicht); 5) «Ursache, Motiv, Beweggrund» — du has awer kee G. fir frech ze gin — wann ee G. huet fir sech ze iergeren, da sin ech et — da so mer emol déng Grënn — da's awer nach laang kee G. — all Ursaach huet säi G. (bei Ausreden, Entschuldigungen); 6) Ra.: zu G. goën (zugrundegehen); dazu das Dim.: Grën(d)chen M.: «Gründchen» — Flur- und Ortsbezeichnung in vielen Komp.: Fransouse-, Huese-, Kräizgrën(d)chen usw. (wofür von Einheimischen häufig das Simplex).
 
Grond- -aangel F. = meist Lee-aangel (s. d.); -aarbecht F.: «Erdarbeit»; -aarbechter M.: «Erdarbeiter»; -äis N.: 1) «Grundeis»; 2) «Treibeis» — d'Musel féiert (geet voll) G.; 3) «Erschütterung» (etwa durch Streit, Zornausbrüche) — d'G. as mer ausgaangen (ich bin heftig erschüttert worden) — da geet d'G. lass; -buch N.: «Kataster»; -buedem M.: «Humusschicht»; -deiwel M.: «der Bauer, der den andern Erde wegpflügt»; -faarf F.: «Grundierfarbe»; -gutt N.: «liegende Güter»; -haff ON.: «Grundhof» — Gem. Berdorf, Kant. Echt. — 192; -här M.: 1) «Grundeigentümer»; 2) «Großgrundbesitzer»; -huwwel M.: «Grundhobel»; -mauer F.: «Grundmauer»; -mouk F.: 1) «Erdkröte»; 2) «Frau, die gerne im Garten arbeitet»; -päiler M.: «Grundpfeiler»;

 

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