LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Ham bis Hamsterer (Bd. 2, Sp. 106b bis 108a)
 
Ham (Nösl. Hamm — Dim. Hämmchen) I F.: 1) «Schinken» — viischt (meist viischt Hämmchen), hënnescht H. — frësch, gréng H. (frischer Schinken, vom eben geschlachteten Schwein) — gedréchent H. (gedörrter Schinken) kann sowohl réi H. wie gekacht H. sein — gekacht H. kann als kal oder waarm H. aufgetragen werden — éisleker und Bauerenh. ist der Metzleschham vorgezogen — al H. (zwei Jahre alt) — d'H. as um Bändel, Strëmpel, Stronk (bis zum Knochen aufgegessen — nach Wb. 06 ist Stronk im Ösling auch Synonym zu Ham) — Ga.: d'H. as op (gegessen); Spww.: Wann d'H. an der Mëllech gekacht as, da kann ee se freides iessen (so Wb. 06 — die geläufigere Var. dagegen sub besser) heute heißt es eher: H. as kee Fleesch [Bd. 2, S. 107] (zur Entschuldigung, wenn an Fasttagen Schinken aufgetragen wird); Folkl.: Würze, Kochen u. Zurüstung der Kiirmesham erfordert (wie das Backen des Kirmeskuchens) die besondere Sorgfalt der Hausfrau; spaßh.: H. vun de Beem (= Quetschegebeess «Zwetschgenmus»); 2) «Schenkel, Dickbein, Gesäß» — ech hun e Stéch an der H. — von mageren Mädchen heißt es: keng H. a keng Mam (lok.: keng H., keng Mam a keng Grëtz oder kee Fatz Auder).
 
Hame(n)- -bändel M.: «Fußende des Schinkens» — cf. Bändel sub 2; -begänknes N. (Wb. 06 F.): «aus den Überresten des Schinkens bereitetes Gericht (etwa mit Reis oder Teigwaren)»; -britt F.: «Schinkenbrühe»; -dëppen N.: «der Form des Schinkens angepaßter länglichrunder Topf» — früher wurde der Schinken nicht selten, bes. wenn er groß war, am Véikessel (s. d. I/315) gekacht, und zwar an einem Stab aufgehängt, damit er saftiger blieb, daher bei Ga. noch: Hamekessel M.; -héiss F.: «Eisbein» (der sich nach dem Bändel hin verjüngende Teil); -jhang, -pittchen M.: «Tellerlecker» (Mensch, der überall einen Bissen zu erhaschen sucht); -knäppchen M.: «sichtbarer Gelenkkopf am Schinken» (wird beim Einpökeln dick mit Pfeffer belegt, um die Mücken abzuhalten); -luppes M.: «ungeschlachter Kerl»; -péiz M.: «Endteil des Schinkens, Eisbein» — s. -héiss; -plättel M.: «große Platte (früher aus Zinn), auf der der Schinken aufgetragen wird» — eng Hand ewéi en H.; -schank F. «Schinkenbein»; -schmier F.: «Schinkenbrot»; -schwenk F.: «kleine Waschwanne» (cf. Biddi sub 5); -speck M.: «Schinkenspeck»; -strëmpel, -stronk M. = -bändel.
 
Ham (Nösl. Hamm dafür in Echt. auch Hamen) II M.: «Haken» — etwa: 1) «rechtwinkeliger Zapfen an der Sense» — dazu das Komp.: Hamelach N.: «Loch im Sensenstiel» (zum Einlassen des Ham); 2) «Bolzen am Kummet» — dafür im allg. Stëft; dazu das Komp.: Ënnerham M.: «Unterlage unter dem Kummet».
 
Hambier, Hamper, Hampel (lok. phV. cf. Ltb. 4) N.: «Himbeere, Himbeerstrauch» — dafür lok. auch: Amperen, Ampelen, Hampa; «Himbeersaft» heißt Framboise (s. d.).
 
Hambierknupp F.: Ortsbezeichnung im Grünewald — op der H. as de leschte Wollef geschoss gin.
 
Hamesmännchen (Wb. 06) M.: «sagenhaftes Wesen».
 
Hamm M.: «Gemarkung innerhalb einer großen Flußschleife», z. B.: op dem H. «Flurn. der Gemarkung Greivendingen» — dazu: Hamm(er)pad «Abkürzungspfad über den Hamm».
 
Hamm ON.: «Hamm» — seit 1921 zur Gemeinde Luxemburg gehörendes Dorf — 418; dazu das Adj.: Hämmer — die Einwohner spaßh. Hämmer Guckucken genannt; bekannte Dorfund Flurteile: Hämmersäit (Neusiedlung auf der Anhöhe zwischen Bonneweg und Hamm), Hämmeschdällchen «Hammer Tälchen» (häufig in Hämmer Ställchen umgedeutet).
 
Hamma (Echt.) M.: «Narr» — dou H.! dazu die Adj.: hammazig, hammersch (dummfrech).
 
Ham(m)el, lok. Hämmel (Pl. Hämmel, Hemel, Hammel, Hammelen) M.: 1) «Hammel» — fett ewéi en H. — Echt.: foart los mat den Hemel! (beschwichtigend); 2) übtr.: «Dummkopf»; Dim. Hämmelchen häufig als Kosename für Kinder: mäin H.!
 
hammelen trans. Verb.: «kastrieren» (die Lämmer) — lok. dafür hoamelen (s. verhoamelen).
 
Hammhaff Ortsbez.: «Hammhof» bei Berdorf.
 
Hammich imaginärer ON. in der Ra.: en as vun Hammich, nët vu Giwenich (s. Giwech) — vielleicht zum Verb. hammen — cf. Rh. Wb. III/182.
 
Hamp (Echt.) M.: «seltsamer, kleiner Kerl, Kauz» — lok. auch Hump.
 
hampechen, hampegen (lok. -ichen, -igen) intr. Verb.: «hantieren» (etwa wie wurschtelen — s. d.) — Echt.: d'Grussmamm hoat mat de Kanner gehampicht, an 't as gaange wi et gaangen as — bisw.: en hampecht mat enger Witfra (erlebt außer Ehe mit einer Witwe) — looss hien h. (laß ihn es versuchen, er macht es doch falsch) — se hu matenä gehampicht (unlautere Geschäfte machen).
 
Hampel M.: «Teil des Webstuhls» — spannt das fertige Leinen unter der Hand des Webers fest auseinander und verhindert so ein Zusammenrunzeln.
 
hampeleg Adj.: «zappelig».
 
hampelen intr. Verb. = bampelen (s. d.). [Bd. 2, S. 108]
 
Hampelmann (häufiger -männchen) M.: 1) «Hampelmann» (Spielzeug); 2) übtr.: «willenloser Schwächling».
 
hamperen intr. Verb.: = hampechen.
 
Hamster M.: 1) «Hamster, Cricetus» — en huet Baken ewéi en H. (dazu gelegtl.: Hamsterbaken); 2) auch Hamstererzu dem folg. Verb.; dazu die Komp.:

 

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