LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Hautes nouveautés bis Häwo (Bd. 2, Sp. 124a bis 125b)
 
Hautes nouveautés (gespr. /ho:təs nu/vo:təs) Pl. F.: «übertriebene Eleganz» (spaßh.).
 
Hauwe(n)- -band M.: «Haubenband»; -frächen (Echt.: -fraachen) F.: «Haubenmacherin»; -kapp M.: 1) «Haubenstock der Modistin» (in dieser Bed. auch: -stack); 2) übtr.: «Vogelscheuche, einfältiges Frauenzimmer»; -léierchen F.: «Haubenlerche» — auch: Glacis-, kaupeg Léierchen; -lued F.: «Hutschachtel»; -lutert M.: «Haubenlerche»; -rä(e)r M.: «Rallenreiher, Ardeola ralloides» — s. kaupege Rär; -stack M. = -kapp sub 1; -zaang F.: «Kniffzange der Modistin».
 
hauwen trans. Verb.: «versetzen» (einen Schlag auf den Kopf) — en huet em e puer gudder gehauft — s. auch: gehauft.
 
Hayange ON.: «Hayange» — dazu lok.: e schafft op der Hayag (er arbeitet in den Hayanger Werken) — Lothringen (Moselle).
 
hä, hee Interjekt.: 1) Anruf — worauf gelegtl. die spaßh. Antwort erfolgt: as kee Stréi (anspielend auf das Subst. Hä, Hee «Heu») — hä, gäs d'eraus elo!; 2) meist unwillige Antwort auf einen (unhöflichen) Anruf; 3) Ausruf des Spottes (oft verdoppelt): hä hä (kurz), en huet d'Meedchen nët kritt — hä, laach en (et) aus! (mit der Geste des «Rübchenschabens») — hä, déi Éiner am Lach!; 4) barsche, unfreundliche Rückfrage (kurz abgehackt hε, meist nasaliert hẽ hẽ) = frz. «hein».
 
Hä, Hee (Echt. hA·u, hAi, Nösl. hAi) F.: «großer Holzhammer, Schlägel» — im allg. dafür meist das Komp.: Holzhä.
 
Hä, Hee (Ostrand ha·i Nösl. hAi) N.: «Heu» — Spww.: Wann d'H kräischt, da laacht d'Huewer (wenn es beim Heumachen regnet, so gedeiht der Hafer — Erkl.: wann et keen H. gët, da gët et alt Huewer) — Geschnidden Holz a gerappten H. fënt geschwë säi rechten Här (wird gern gestohlen) — Laang H. a wéineg Mëllech (Heu aus hochgewachsenem Gras hat wenig Nährwert) — Wien am H. nët guewelt an am Kar nët struewelt, am Hierscht nët fréi opsteet, dee ka kucke, wéi et de Wanter geet — Mat der Zäit mécht een H. (Geduld bringt Rosen) De Wollef frësst keen H. (sonst: verléiert séng Naupen nët) — Raa.: H. maachen (heuen), opmaachen (auf Haufen bringen), opgin (auf den Wagen reichen), trëppelen (auf dem Heuspeicher festtreten), rappen (die tägliche Futterration aus dem Schober reißen) — mer sin am Hä, mer gin an d'Hä — laf nët (esou), mer gi jo nët an d'H. (Anspielung auf die Eile, mit welcher das Heu eingebracht werden muß, soll die Ernte nicht verregnet werden) daher ähnlich: 't mengt een, du géings an d'H. (zu jem. der sich allzusehr beeilt) — hie mécht mer d'H. fir de Grumm (er erhält die Nachmahd als Lohn für die Mäharbeit, die er mir beim ersten Grasschnitt leistet) — d'H. schweesst (bei ungenügender Dürre), entbrennt (Selbstentzündung des gelagerten Heues) — d'H. as esou dir, datt et rabbelt — eng Rafecht H. (eine Futterration) — abweisend, ablehnend: da géing ech awer nach léiwer H. friessen — en huet Geld ewéi H. (im Überfluß)[Bd. 2, S. 125] e geheit alles durcherneen ewéi H. a Stréi.
 
Hä-/Hee- -bau (lok.) M.: «Heuboden»; -béckel (lok.) M.: «mit Heu gefüllter Stoffball», auch einfach Béckel (für Stoffball); -beschësser M.: «leichter, unerwarteter Regen zur Zeit der Heuernte» — dies nur lok., dafür meist: -verschësser M.; -blummen Pl. F.: «ungereinigter Grassamen» (von der Volksmedizin zu Heilzwecken, bes. zu Bädern und Aufschlägen gebraucht) — als Viehfutter gelegtl.: H. mat engem Gräppche Salz awer ouni Stëbs; -gafel (lok. -guewel, Ton: 2) F.: «Heugabel» (mit zwei oder drei Zinken) — hie bléif op der Strooss (baussent dem Haus), a wann et géif Heegafele renen, a wann Heegafele féilen, tréilen (ähnl.: Pickelen an Hägafelen, Hägafelen an al Fraën — «trotz heftigen Regens»); -geck M.: «leiterähnliches Gestell am Vorderwagen» (s. Geck sub 4/b); -gelädert Verbadj.: «mit Heuleitern versehen» (vom Heuwagen) — e ganzen heegelederte Won voll (sehr viel); -happ M.: «Heuhaufen, Wintervorrat an Heu auf der Tenne» (Ösling); im Gutland dafür: -knapp (s. d.); -hauscht M.: «Heuhaufen, Heuvorrat»; -jupp M., in der Ra.: H. spillen (ein Spiel der Kinder beim Festtreten des Heus auf dem Schober); -knapp (lok. -klapp) M.: «Heuhaufen auf der Tenne» (so im Gutland — im Ösling eher -happ) — Spw.: D'Welt as en H., deen am meeschten dru rappt, deen huet am meeschten — Ra.: e geet op den H. schlofen (im bes.: er hat es bei der Ehefrau verdorben); -krop M.: 1) «Heuhaken (mit dem das festgetretene Heu zur Futterration aus dem Heeknapp herausgerissen wird)» — den H. huet ëmmer misse fest am Häknapp agestach sin (weil gefährlich — heute weniger gebräuchlich); 2) im Pl. übtr.: «Krakelfüße beim Schreiben» (bes. bei Anfängern — s. Héngerkreep). -läder F.: «Sprossenleiter am Heuwagen» — dafür auch Summerläder; -maart M.: «Heumarkt auf dem Glacis in Luxemburg»; -mount M.: 1) «Juli» — 't as Wieder wéi am H. (schönes Wetter) — ganz allg. heißt es: wéi am H. (wie gewünscht); 2) «Heuernte» — déi Befërter hu keen H. (weil es auf dem Beforter Bann sehr wenig Wiesenland gibt) — d'Oktav as de Stater hiren H.; -schapp M.: «Verschlag zum Aufbewahren von Heu» — aber: e Schapp Hä «ein Büschel Heu», wofür lok. Nösl.: Schwapp; -som M.: «Heusamen» (im Ösl. wird der Pl. Haisomer statt gemeinlux. Heeblummen gebr.); -späicher M.: «Heuspeicher»; -sprénger, -spronk M.: 1) «Heuschrecke» (dafür im Süden auch Hippert) — en huet Been ewéi en Heesprénger (sehr hagere Beine); 2) «dünner Mensch»; 3) «kleine Drehknarre der Klibberjongen in der Karwoche» (= Garr I); 4) spaßh.: «Einwohner von Hesperingen» (s. Hesper) — eine volkstümliche Erklärung behauptet, ein des Ortes unkundiger Missionsprediger habe seine Predigten mit der Anrede «Meine lieben Heespringer» begonnen; -stack M.: lok. für -happ, -knapp (s. d.); -wieder N.: «sonniges, trockenes Wetter, wie es zur Heuernte günstig ist»; -wo F.: «Heuwaage»;

 

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