LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Häerzelchen, Hierzelchen bis Häl- / häl- (Bd. 2, Sp. 130a bis 131b)
 
Häerzelchen, Hierzelchen M.: «Tränendes Herz, Diclytra spectabilis».
 
häerz(el)eg Adj.: «herzig» — wéi h.!
 
Häerze(n)- / häerze(n)- -dout Adj.: «ganz tot» — ech hun d'Schnepp opgeraf, se war awer nach nët h.; -fräd, -freed F.: «tief empfundene Freude»; -grimmelchen F.: Kosename — ähnlich in mannigfacher Abwandlung mit anderen Grundwörtern: -rousenengelchen, -wuurm usw.; -läd, -leed N.: «Herzeleid» — Holz an H. wiisst all Dag; -loscht F.: «Herzenslust» — neuerdings: Häerzensloscht; -péng F.: «Herzschmerz» (nur eigtl. — anders das folg.); -wéi N.: «Herzeleid»;
 
häerzen Verb.: 1) trans.: «umarmen, liebkosen» — häufig: h. a këssen — dazu die Abl.: Gehäerz N. — 't war e G. ouni Enn; 2) intr.: «Sympathie, Verständnis, freundschaftliche Gefühle hegen für» — mir hun zu där Fra gehäerzt, esoulaang wéi se gelieft huet — se h. zouenän; 3) unpersönl.: a) «gefallen» — et häerzt nët méi (ich habe keine Freude mehr daran); b) «zu Herzen gehen» — 't häerzt nët esou, wéi wann et déi äge Kanner wieren (d'Häerz schwätzt nët) s. gehäerzt.
 
häerzensfrou Adj.: «von Herzen froh».
 
häerzensgutt Adj.: «herzensgut» — dat war en häerzensgudde Kärel.
 
Häerzeg (lok. Hierzeg) ON.: «Hachy, Herzig» — westlichster deutschsprachiger Ort der belg. Provinz Luxemburg, Arrondissement Neufchâteau — B 29; H. (mit Anklang an Häerz «Herz») as nët wäit vu Mäerzeg (Anklang an spaßhaftes Mäerzeg als Merci «danke») gelegtl. Zus.: a vu Fälen (s. d.).
 
häfeg, hefeg Adj.: «häufig»; Abl.: Häfegkät, -keet F.
 
Häfel-, Hefelplou M.: «Häufelpflug» — dafür lieber: Ho(och), Hok (s. d.).
 
häf(el)en, hef(el)en (Echt.: /hO·ufən, Nordösl.: hofen, lok. häffen) trans. Verb.: «häufeln» (bei z. B. Kartoffeln, Bohnen usw. die Erde lockern und anhäufeln); im allg. wird h. gebraucht für das Häufeln in Feld und Garten mit Häl (s. d.) oder Hooch (s. d.) in der Hand, im Gegs. zu héichen auf dem Feld mit Pferd und Häfelplou — dafür auch: héi(ch)en, hoken, hoochen.
 
Häichel I M.: «Butterfaß» (neben Bäichel — s. d.) — esou héich ewéi en H.
 
Häichel II, wofür lok. auch Häichtel, Hiichtel (Nösl. Hitel) M.: urspr. «Gras-, Heubausch, -garbe» — im allgem. wie Häicher I (s. d.).
 
häichelen I intr./trans. Verb.: «Butter machen» (dafür meist rompen oder bäichelen — s. d.) — zu Häichel I.
 
häichelen II (Wb. 06) intr./trans. Verb.: «heucheln» (dem Hd. nachgebildet) — dazu häicheleg Adj., Häichelei F., Häicheler M. (alle Wb. 06) — bisw. dafür auch: häächelen, heechelen (ähnlich nachgebildet — dafür: sech vermaachen, sech de schéine Männche maachen usw.), bisw. auch: Gehäichels N.
 
Häicher I (neben Häichel) M.: 1) «Strohwisch, Garbe» (in dieser Bed. dafür auch Häichtel, Hiichtel, Hitel) — bei guddem Wieder gët d'Huewer op Häichele gesat (in losen unter den Ähren gebundenen Garben); 2) «Behälter aus Strohgeflecht» — in dieser Bed. dafür weitgehend Bounebengel oder Mäicher (s. d.) vorgezogen; 3) «Untersatz des Bienenkorbs»; 4) veralteter [Bd. 2, S. 131] Erntebrauch: «letzte Garbe beim Dreschen, die ohne den gewohnten Dreschertakt ausgedroschen wurde zum Zeichen für den Bauern, daß er eine Stärkung bereitzuhalten habe» — si dreschen den H.; 5) «halbwüchsiger, kleiner Bube».
 
Häicher II M.: «vorspringender Mauerteil» — und zwar: 1) «Sitz in der Stube über dem Kellereingang»; 2) «Windfang».
 
Häichtel M. = Häichel II (s. d.)
 
Häip, Heip (lok. Hëpp) F.: 1) «kleines Haus, Hütte» — si as an all Hëpp gaangen (sie ist bei jedem Fest dabeigewesen); 2) «Bienenkorb» — déi al Häipe koumen op de Späicher (daher die nächste Bed.); 3) «armseliger Mensch» — bes. «armselige Alte» (eng al H.); 4) als Dim. Häipchen, Heipchen a) «Bett» — Owes nët aus der Käipchen, Muerges nët aus der Häipchen (abends nicht aus dem Häubchen, morgens nicht aus dem Bett); b) «Flachsgarbe» (auch: Kaascht); c) «die aufrechten Federn am Kopf eines Vogels» — in dieser Bed. auch: Käipchen; dazu der Hausname: an Häipches, dies möglicherweise auch zu Haupert (s. d.).
 
Häirot, Heirot (selten, im Ostlux.) F.: «Heirat» — Spw.: En gout H. micht alles rëm gout (sonst auch: bréngt alles erëm — damit scherzt man über einen erlittenen Verlust, gemachte Ausgaben usw. hinweg).
 
häiroden, heiroden (selten, wie d. vor.) trans. Verb.: «(ver)heiraten» — as e gehäirot? (sonst: as e bestued?).
 
Häischel, Heinsch ON.: «Heischlingen, Heinsch» — dtspr. Dorf der belg. Prov. Lux. — B 31.
 
häis(ser)lech, haislech Adj.: «häuslich» — e kritt en häis(ser)lecht Meedchen; dazu die Abl.: Häislechkeet F.
 
Häl, Heel (halblang — Ostrand ha:iəl, Nordösl. hA:il) F.: «Gartenhacke» (cf. auch: Gaarden-, Ginzen-, Stackhäl, sowie Ha F.) — H. a Schëpp hëllefe vill Scholde bezuelen — e stierft mam H. am Grapp, en as mam H. op d'Welt komm (ist sehr fleißig) — e klengen H. (Nachharke) — dazu Häälchen (-ee-).
 
Hälestill M.: «Hackenstiel» — domm wéi en H. (auch: Aaxestill) — glat ewéi en H.
 
Häl, Heel (lang — literarisch) M.: «Heil» — etwa: 't wier zu séngem H. (meist lieber: zu séngem Gudden).
 
häl, heel (lang) Adj.: 1) «heil, unangetastet» — ech sin nach mat häler Haut dervu komm — sief frou, dass de déng h. Glidder nach hues — h. a gesond; 2) «geheilt» — säi Been as bal erëm h. — dat gët nët méi h.
 
Häl- / häl- (-ee-)

 

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