LWB Luxemburger Wörterbuch
 
häm, heem bis Hämmelsragoût (Bd. 2, Sp. 132a bis 133b)
 
häm, heem (lang) Adv.: «heim, nachhause» — dat (déi) do dréis de nët h. (dafür wirst du büßen müssen) — gees de h. (bei déng Mamm! — ungläubig, abweisend) — huelt et mat h. — komm du h.! (drohend) — ech sin op h. (zou) gaang — op h. lass — 't geet op h., d'Päerd gi méi séier — en as dat vun h. (halblang) aus gewinnt — nau géi h. kräischen! — in vielen unfesten Verbalkompositis z. B.: (wenn jem. beim Spiel verliert) — dat fënt de Wee op h. nët méi (verlorener Gegenstand); -dreiwen trans. Verb.: «Vieh von der Weide heimtreiben»; -fueren intr. Verb.: «vom Viehhüten heimkehren»; -goen intr. Verb.: «heimgehen, heimkehren» — ech gin erëm h. (droht die unglücklich Verheiratete) — looss mer h. goen! (unser Bleiben hat hier keinen Sinn) — d'Danzen as näischt, mä d'H. (sot de Paschtouer); -kommen intr. Verb.; -liichten intr. Verb.: «heimleuchten» (eigtl. und übtr.); -räsen, -resen intr. Verb.: «heimreisen»; -spillen trans. Verb.: «mit Musikspiel heimgeleiten» — looss dech h.! (höre auf mit dem unnützen Gerede), in dieser Ra. auch -geien.
 
Häm- / häm- (-ee-) -buren, -buurg imaginärer ON., Hüllwort für «Friedhof» — wär ech gutt op Häm(e)buurg (lok. etwa Düdelingen); -tock M.: «verschlossener, eigensinniger Mensch»; dazu das Adj.: hämtockeg (cf. verpaasst); -wee M.: «Heimweg»; -wéi N.: «Heimweh» (literarisch) s. Verlaangeren; -zou Adj.: «heimwärts» — elo geet et (op) h.
 
Hämecht, -icht, Hemecht F.: 1) «Heimat, Vaterland»; 2) volkstümlicher Name der lux. Nationalhymne (auch: Uelzecht) — um Enn hu se d'H. gespillt; dafür auch: Hämechtsland.
 
Hämechtshaus N.: «Elternhaus».
 
Hämeldéier N., Hämelmaus F., Hämerchen N. (-ä- im Wechsel mit -e-): 1) «Grille, Heimchen» (cf. auch Ämerchen) — si hun d'Hämercher an der Kichen; 2) Kosename für die heimliche, zärtlich Geliebte; 3) Echternacher Fastnachtsgesellschaft (nur Hämelmaus — auch Hämelmausorden, in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden; das traditionelle Echternacher Fastnachtslied trägt denselben Titel).
 
hämelen, hemelen (lok. Westen: hiemelen — Nösl. héimelen) trans. Verb.: 1) «liebkosen, streicheln» — [Bd. 2, S. 133] e Gestréils a Gehemels; 2) iron.: «an den Haaren ziehen» — ech hun e mam Bengel gehämelt; 3) unpers.: «Verlangen empfinden nach der Heimat» (cf. hämen); 4) «anheimeln».
 
Hämel(s)-, Hemelsdéierchen N.: «Marienkäfer, Coccinella septempunctata oder C. bipunctata oder C. quinquepunctata» — dafür weitgehend Himmel(s)déierchen, Härgottsdéierchen, Härgottskéichen seltener Fléidéierchen, Härgottskréchelchen, Maargréitchen usw. — Kinderreime sub Härgottsdéierchen.
 
hämen, hemen trans. Verb.: «nach heim ziehen» — 't häämt mech näischt méi.
 
hämelech, hemelech (auch häämlech, heemlech) Adj.: 1) «heimlich, unbemerkt» — en huet en Hämeleche gelooss (er ließ unbemerkt einen Bauchwind streichen) — ech mengen, du bas en hämeleche Sëffer (an du en onhäämlechen); 2) «hinterhältig, verhohlen, tückisch» — da's där Hämelecher än — dazu die Abl.: Hämelechkät, -keet F.: 1) «Geheimnis, heimliche Verliebtheit»; 2) «Hinterhältigkeit, Geheimtuerei, Tücke» — 't as sénger Häämlechketen eng derhanner.
 
hämeleg, hemeleg Adj.: 1) «anheimelnd, gemütlich» — eng h. Luucht (anheimelnde Beleuchtung) — eng h. Stuff; 2) «gemütlich warm» — 't as gutt h. heibannen — bei deem Wieder kann een et ewell h. verdroën; 3) «beruhigend» — 't as mer méi h., wann ech weess, dass de no bei mir bas — 't as (gët) engem nët h. derbei; 4) «zutraulich» — da's eng h. Kou — e méich sech gär h. mat mir (er versucht sich anzubiedern) — am Wanter gin d'Villercher h.
 
Hämenek, Hämelek M.: 1) = Hamelach (s. d. bei Ham II sub 1); 2) allg.: «Vorrichtung zum Befestigen» etwa beim Flegel, bei der Peitsche, an der Sense, sogar am Hemd: e Schlaf um Hiemskrag fir et opzehänken.
 
Hämm N.: «Fangspiel» — zwischen zwei Bäumen, Pfählen — am Stack — darf man nicht abgefangen werden, nur wenn man den Stack wechselt: eemol, zweemol, dräimol ronderëm, wie kee Stack huet, deen as drëm (cf. Bueter).
 
Hämmchen F.: Dim. zu Ham (s. d.), nicht unbedingt verkleinernd, sondern auch anerkennend — eng viischt H. — eng gutt, zaart H. — aber auch: 't war nëmmen eng H. — von Kleinkindern: wat huet et scho fest Hämmercher — Kinderreim: Hämmi, Hämmi hänkt do, Sorri, Sorri sëtzt do, Sorri, Sorri mengt nun, Misst Hämmi an der Pans hun (Katze und Maus).
 
Hämmelchen M.: Dim. zu Hammel (s. d.), auch als Kosename gebr.
 
Hämmelflääsch, -fleesch N.: «Hammelfleisch».
 
Hämmels- (häufig pejorativ einem Wort vorangesetzt, etwa: -gesiicht, -wieder usw) -bichelchen M.: 1) «Hammelschulter»; 2) spaßh. übtr.: «große Hand» — huel emol déng Hämmelsbichelcher ewech; -brot M.: «gebratene Hammelkeule» (meist dafür Gigot); -gedold F.: «Engelsgeduld»; -gesiicht N.: 1) eigtl.: «Schafskopf» (Metzgerei), dafür in dieser Bed. geläufig auch: -kapp; 2) übtr.: «langes, dummes Gesicht»; -gigot M.: «Hammelkeule» — dafür auch: -schëller (s. -bichelchen); -marsch M.: altes, volkstümliches Marschlied, womit die Kiirmes in der Stadt Luxemburg angekündigt wird (früh am Kiirmessondeg durchziehen bändergeschmückte Hämmel (frühestens Gabe an die Sieger des Preisschießens der Schützengilde) die Straßen der Stadt, geleitet von einem Schäfer u. begleitet von Musikanten, die den H. spielen u. deren Anführer einen zinnernen Teller, Plättel bei sich trägt, auf den die Bürger eine Geldspende niederlegen) — heute ist der Brauch von allen Musikvereinen des Landes (auch Mandolinen- und Harmonikaklubs) übernommen worden — im Text des Marschliedes heißt es bezeichnend: an d'Kanner loossen hire Kaffi ston, fir dene schéinen Hämmel nozegon — von einem schleppend unordentlich vorgetragenen Marsch heißt es spaßhaft: de rengsten H.; -plank F.: «gemeiner Hohlzahn»; -ragoût M.: «Irish stew».

 

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