LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Hämecht, -icht, Hemecht bis Händschennol (Bd. 2, Sp. 132b bis 134a)
 
Hämecht, -icht, Hemecht F.: 1) «Heimat, Vaterland»; 2) volkstümlicher Name der lux. Nationalhymne (auch: Uelzecht) — um Enn hu se d'H. gespillt; dafür auch: Hämechtsland.
 
Hämechtshaus N.: «Elternhaus».
 
Hämeldéier N., Hämelmaus F., Hämerchen N. (-ä- im Wechsel mit -e-): 1) «Grille, Heimchen» (cf. auch Ämerchen) — si hun d'Hämercher an der Kichen; 2) Kosename für die heimliche, zärtlich Geliebte; 3) Echternacher Fastnachtsgesellschaft (nur Hämelmaus — auch Hämelmausorden, in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden; das traditionelle Echternacher Fastnachtslied trägt denselben Titel).
 
hämelen, hemelen (lok. Westen: hiemelen — Nösl. héimelen) trans. Verb.: 1) «liebkosen, streicheln» — [Bd. 2, S. 133] e Gestréils a Gehemels; 2) iron.: «an den Haaren ziehen» — ech hun e mam Bengel gehämelt; 3) unpers.: «Verlangen empfinden nach der Heimat» (cf. hämen); 4) «anheimeln».
 
Hämel(s)-, Hemelsdéierchen N.: «Marienkäfer, Coccinella septempunctata oder C. bipunctata oder C. quinquepunctata» — dafür weitgehend Himmel(s)déierchen, Härgottsdéierchen, Härgottskéichen seltener Fléidéierchen, Härgottskréchelchen, Maargréitchen usw. — Kinderreime sub Härgottsdéierchen.
 
hämen, hemen trans. Verb.: «nach heim ziehen» — 't häämt mech näischt méi.
 
hämelech, hemelech (auch häämlech, heemlech) Adj.: 1) «heimlich, unbemerkt» — en huet en Hämeleche gelooss (er ließ unbemerkt einen Bauchwind streichen) — ech mengen, du bas en hämeleche Sëffer (an du en onhäämlechen); 2) «hinterhältig, verhohlen, tückisch» — da's där Hämelecher än — dazu die Abl.: Hämelechkät, -keet F.: 1) «Geheimnis, heimliche Verliebtheit»; 2) «Hinterhältigkeit, Geheimtuerei, Tücke» — 't as sénger Häämlechketen eng derhanner.
 
hämeleg, hemeleg Adj.: 1) «anheimelnd, gemütlich» — eng h. Luucht (anheimelnde Beleuchtung) — eng h. Stuff; 2) «gemütlich warm» — 't as gutt h. heibannen — bei deem Wieder kann een et ewell h. verdroën; 3) «beruhigend» — 't as mer méi h., wann ech weess, dass de no bei mir bas — 't as (gët) engem nët h. derbei; 4) «zutraulich» — da's eng h. Kou — e méich sech gär h. mat mir (er versucht sich anzubiedern) — am Wanter gin d'Villercher h.
 
Hämenek, Hämelek M.: 1) = Hamelach (s. d. bei Ham II sub 1); 2) allg.: «Vorrichtung zum Befestigen» etwa beim Flegel, bei der Peitsche, an der Sense, sogar am Hemd: e Schlaf um Hiemskrag fir et opzehänken.
 
Hämm N.: «Fangspiel» — zwischen zwei Bäumen, Pfählen — am Stack — darf man nicht abgefangen werden, nur wenn man den Stack wechselt: eemol, zweemol, dräimol ronderëm, wie kee Stack huet, deen as drëm (cf. Bueter).
 
Hämmchen F.: Dim. zu Ham (s. d.), nicht unbedingt verkleinernd, sondern auch anerkennend — eng viischt H. — eng gutt, zaart H. — aber auch: 't war nëmmen eng H. — von Kleinkindern: wat huet et scho fest Hämmercher — Kinderreim: Hämmi, Hämmi hänkt do, Sorri, Sorri sëtzt do, Sorri, Sorri mengt nun, Misst Hämmi an der Pans hun (Katze und Maus).
 
Hämmelchen M.: Dim. zu Hammel (s. d.), auch als Kosename gebr.
 
Hämmelflääsch, -fleesch N.: «Hammelfleisch».
 
Hämmels- (häufig pejorativ einem Wort vorangesetzt, etwa: -gesiicht, -wieder usw) -bichelchen M.: 1) «Hammelschulter»; 2) spaßh. übtr.: «große Hand» — huel emol déng Hämmelsbichelcher ewech; -brot M.: «gebratene Hammelkeule» (meist dafür Gigot); -gedold F.: «Engelsgeduld»; -gesiicht N.: 1) eigtl.: «Schafskopf» (Metzgerei), dafür in dieser Bed. geläufig auch: -kapp; 2) übtr.: «langes, dummes Gesicht»; -gigot M.: «Hammelkeule» — dafür auch: -schëller (s. -bichelchen); -marsch M.: altes, volkstümliches Marschlied, womit die Kiirmes in der Stadt Luxemburg angekündigt wird (früh am Kiirmessondeg durchziehen bändergeschmückte Hämmel (frühestens Gabe an die Sieger des Preisschießens der Schützengilde) die Straßen der Stadt, geleitet von einem Schäfer u. begleitet von Musikanten, die den H. spielen u. deren Anführer einen zinnernen Teller, Plättel bei sich trägt, auf den die Bürger eine Geldspende niederlegen) — heute ist der Brauch von allen Musikvereinen des Landes (auch Mandolinen- und Harmonikaklubs) übernommen worden — im Text des Marschliedes heißt es bezeichnend: an d'Kanner loossen hire Kaffi ston, fir dene schéinen Hämmel nozegon — von einem schleppend unordentlich vorgetragenen Marsch heißt es spaßhaft: de rengsten H.; -plank F.: «gemeiner Hohlzahn»; -ragoût M.: «Irish stew».
 
hämmelzeg Adj.: «dummdreist».
 
hämmelzen intr. Verb.: «scharf nach Hammel riechen oder schmecken» (cf. auch bécksen, bocksen).
 
Hämmer Adj. zum ON. Hamm (s. d.).
 
Händchen (weithin Hännchen gespr. — ostlux. Heenchen, Kinderspr. Hänni) F.: «Händchen» — gëf déi schéin Hänni! (die rechte Hand) — Spw.: en doudegt Këndche reecht engem liewegen d'H. — dazu adverbial: händches «mit der Hand, mit den Händen» — etwa beim Messerspiel Bibabitz s. d. (beim Fußball dafür aus dem Engl. hands — s. d.). [Bd. 2, S. 134]
 
Händelchen M.: Dim. zu Handel (s. d.), im bes.: 1) «Verkaufsstand auf öffentlichem Platz» — si huet e klengen Händelchen, si sëtzt mat Fësch um Maart; 2) «Händel, Streitigkeiten, Zwist» — si hun nach en H. ofzemaachen; 3) «unsaubere Machenschaft» — en Händelche wéi e klenge Fanger as méi wäert wéi d'Aarbecht vun der ganzer Hand (mit entsprechendem Gestus).
 
Händeler (lok. Westen veraltet Handeler) M.: «Händler» (cf. Handelsmann); dazu das F.: Händelesch.
 
Händsch (weitgehend Hänsch gespr., Echt. Hënsch) F.: 1) «Handschuh» — 't hätt een néideg, Händschen unzedonke fir mat deem ze schwätzen — zéi mer eng H. aus! (es ist mir unmöglich, weil ich das Verlangte nicht habe — auch: donk mer elo eng H. aus) — en huet e mat Händschen ugepaakt — do gët een nët mat Händschen ugepaakt — mëll wéi eng H. — in vielen dieser Raa. dafür auch Glacéshändschen (s. d.); 2) «Ährenkappe»; 3) «Schote der Hülsenfrüchte».
 
Händsche(n)- -blumm (Wb. 06 dafür Händchelblumm) F.: «purpurroter Fingerhut» (cf. auch Fangerhutt sub 2); -fabrik F.: «Handschuhfabrik»; -fra F.« Handschuhmacherin, auf dem Lande» (Heimarbeit); -lieder N.: «weiches Leder» — mëll wéi H.; -manik (Ton: 4) F.: «Gestell mit schraubstockähnlichem Gebëss, dessen Kupferzähne das Leder zusammenhielten und das durch eine Drahtverbindung mit dem Fuß geöffnet und geschlossen werden konnte» (mécanique à coudre der Handschuhnähterin); -mécher M.: «Handschuhmacher, -fabrikant» (allgem., im Gegs. zu -schnidder); -nol F.: «sehr feine Nadel zum Handschuhnähen»;

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

© 2010 - Projekt LexicoLux des Laboratoire de linguistique et de littératures luxembourgeoises der Universität Luxemburg, in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier
Hinweis zum problematischen Wortgut