LWB Luxemburger Wörterbuch
 
Hämmer bis Härbettstréi (Bd. 2, Sp. 133b bis 137b)
 
Hämmer Adj. zum ON. Hamm (s. d.).
 
Händchen (weithin Hännchen gespr. — ostlux. Heenchen, Kinderspr. Hänni) F.: «Händchen» — gëf déi schéin Hänni! (die rechte Hand) — Spw.: en doudegt Këndche reecht engem liewegen d'H. — dazu adverbial: händches «mit der Hand, mit den Händen» — etwa beim Messerspiel Bibabitz s. d. (beim Fußball dafür aus dem Engl. hands — s. d.). [Bd. 2, S. 134]
 
Händelchen M.: Dim. zu Handel (s. d.), im bes.: 1) «Verkaufsstand auf öffentlichem Platz» — si huet e klengen Händelchen, si sëtzt mat Fësch um Maart; 2) «Händel, Streitigkeiten, Zwist» — si hun nach en H. ofzemaachen; 3) «unsaubere Machenschaft» — en Händelche wéi e klenge Fanger as méi wäert wéi d'Aarbecht vun der ganzer Hand (mit entsprechendem Gestus).
 
Händeler (lok. Westen veraltet Handeler) M.: «Händler» (cf. Handelsmann); dazu das F.: Händelesch.
 
Händsch (weitgehend Hänsch gespr., Echt. Hënsch) F.: 1) «Handschuh» — 't hätt een néideg, Händschen unzedonke fir mat deem ze schwätzen — zéi mer eng H. aus! (es ist mir unmöglich, weil ich das Verlangte nicht habe — auch: donk mer elo eng H. aus) — en huet e mat Händschen ugepaakt — do gët een nët mat Händschen ugepaakt — mëll wéi eng H. — in vielen dieser Raa. dafür auch Glacéshändschen (s. d.); 2) «Ährenkappe»; 3) «Schote der Hülsenfrüchte».
 
Händsche(n)- -blumm (Wb. 06 dafür Händchelblumm) F.: «purpurroter Fingerhut» (cf. auch Fangerhutt sub 2); -fabrik F.: «Handschuhfabrik»; -fra F.« Handschuhmacherin, auf dem Lande» (Heimarbeit); -lieder N.: «weiches Leder» — mëll wéi H.; -manik (Ton: 4) F.: «Gestell mit schraubstockähnlichem Gebëss, dessen Kupferzähne das Leder zusammenhielten und das durch eine Drahtverbindung mit dem Fuß geöffnet und geschlossen werden konnte» (mécanique à coudre der Handschuhnähterin); -mécher M.: «Handschuhmacher, -fabrikant» (allgem., im Gegs. zu -schnidder); -nol F.: «sehr feine Nadel zum Handschuhnähen»; -schnidder M.: «Handschuhzuschneider», auch Coupeur. Die Arbeit des H. verlief folgendermaßen: De Coupeur kritt säi Pass (eine Anzahl Felle zum Verschneiden, gewöhnlich Arbeit für eine Woche), en dréit en an der Toilette (schwarzes Umschlagetuch) heem, d'Feller gi fir d'éischt an eng Napp (feuchtes Leinentuch) ageschloën an dann um Marber (Marmorplatte) gebreet a mat engem schaarfen Dollmesser (s. d.) gedollt (die innere, rauhe Seite des Felles wird abrasiert und geglättet), d'Dollmesser gët dobäi dacks mam gudde Picki, Kuttepicki (couteau à piquer, Art stumpfes Messer aus feinstem Stahl) nogeschäerft, da kommen d'Feller an d'Fabrik an den Notissage (sie werden auf die Zahl der daraus zu schneidenden Handschuhe und auf die Sorgfalt des Dolierens geprüft), da gi se mam Pidoir (Zollstock, zu frz. pied «Zoll») a mam Bordéiermesser depzéiert (frz. dépecer, nach Maßen vorgeschnitten, wobei möglichst viele Handschuhe herausfallen und alle Fisteln und Risse des Felles in die herauszustanzenden Abfälle — Enlevüren — gelangen müssen), da gi se tawenéiert (frz. étavillonner) dat heescht se gin op de Kaliber (Kartonmuster) opgepasst a fäerdeg geschnidden, da komme s'an d'Riddel (frz. ridelle, Stempel, mit dem die Maße auf die Innenseite aufgedruckt werden), an där Zäit gin d'Bandeletten (Armränder), d'Furschetten an d'Daume geschnidde, gezielt a gekollt, da gin déi fäerdeg geschnidden Händschen op e Briet geluegt an de Coupeur geet liwweren. Die Arbeit um héijen Dësch ist fertig, es beginnt nun die an der Händschemanik (s. d.).
 
händschen (hënschen) Verb.: 1) intr.: «in die Schoten gehen» — d'Boune si gutt gehändscht; 2) trans.: a. «hereinlegen, hinters Licht führen»; b. Schreinerspr.: «einen Balken verlängern»; 3) refl.: «anhänglich werden» — d'Kazen h. sech nët ewéi d'Honn, se gin ege Weën — wa se sich emol gehënscht hoan (bis sie sich auf einander eingestellt haben — z. B. von einem jungen Ehepaar) cf. auch: sech unhändschen «sich jem. nähern».
 
Hänerech (lok. Nordwestösl.) M.: «Entenhahn» — sonst meist Untert (s. d.).
 
Häng (lok. Hing, Héng, Hänk) F.: «Henkel» — spaßh.: e Fuurz mat enger H. (ein Nichts, schroff abweisend) — im Weltkrieg 1939-45: en Aasch mat enger H. (Uniformmütze des Reichsarbeitsdienstes, oft auch: der dazugehörige Kopf).
 
Hängel F.: = Hänk sub 1/d.
 
Hänk F.: 1) «Vorrichtung zum Aufhängen» z. B.: a. «Wäscheleine und Platz, sie anzubringen»; b. «Schlaufe am Kleiderkragen» (in dieser Bed. auch Ophänk) — «Öse eines Messingknopfes» — «Schlaufe anstelle eines Knopfloches»; c. «Kleiderhaken» (in dieser Bed. meist Krop); d. «Tragriemen der Hotte» (in dieser Bed. auch Rénk, Hängel, Hänkelek); 2) «langweiliger [Bd. 2, S. 135] Besucher»; 3) «lange Sitzung beim Glas» (gelegtl. auch für das Wirtshaus, in dem sie stattfindet) — dat do gët alt nammel eng H. — ma(ach) dass et keng H. get! (sagt die Ehefrau) — in dieser Bed. dafür auch Klonk.
 
hänkeg Adj.: 1) «hängend, abfallend» — dat Stéck Land as h. — en huet h. Schëlleren; 2) «überhängend» — déi h. Lä (= d'Lä iwwerhänkt); 3) übtr.: «lästig verweilend» (zu dem vorigen sub 2 und 3).
 
Hänkelek F.: «Tragriemen an der Hotte» (cf. Hänk sub 1/d).
 
hänken (lok. phV. cf. Ltb. 16 — Ösl. Präs.: ich hänken, du hëngs, hën hëngt, Praet.: ech hong, houng, Ostrand weithin hung, im Gutland fast nur beim intr. Verb. gebr. — Konj. Praet.: ech héng, héing, Ostrand hing, hiing — Part. Praet.: gehaang, gehaangen, Nordösl. gehongen, gehungen) Verb.: A. intr.: 1) «hangen» — Spw.: Wie gemat as fir ze h., deen ersäift nët (man entläuft seinem Schicksal nicht — mit Anspielung auf die Bed. sub B) — Wien et laang huet, léisst et laang h. — Vergleiche: en hängt do wéi d'Noss an der Läk, ewéi d'Wuuscht un der Ficelle — Raa.: d'Zong hänkt em zum Monn eraus (auch übtr.: es gelüstet ihn darnach) — ähnl. übtr.: dat hänkt mer zum Hals eraus (ich bin dessen überdrüssig) — d'Klackeseler h. em zur Nues eraus — e léisst de Kapp nët h.; 2) «nicht mehr weiterkommen» — elo h. mer schéin do — en as h. bliwwen (beim Reden, beim Versetzen in der Schule u. ä.) — d'Kand bleift an der Ried h. (stottert — schwächer als tuddelen) — en as am Wiirtshaus h. bliwwen — en as un deem (abschätzig für: Meedchen) h. bliwwen — si si mam Won h. bliwwen — du hung en do ze hänken — en as um Drot h. bliwwen; 3) «zu Schaden kommen, Verlust erleiden» — doru bleiwe mer nët h. (diese Kleinigkeit spielt keine Rolle, hält uns nicht auf) — mam Frascht sin se mam Bau un d'Hänke komm (die Arbeit stockte) — beim Kegelspiel: elo h. mer (jetzt haben wir verloren = mer sin drun); 4) «schief, abschüssig sein» — den Terrain hänkt — d'Mauer hänkt; 5) in unfesten Verbindungen, z. B.: a. mit no: «nachwirken» (bes. iron.) — 't hänkt mer nach haut no (= 't gesäit een et nach gutt) — 't hänkt em all säi Liewen no; b. mit un: «zugetan sein» — en hänkt un deem Ierfstéck — d'Kand hänkt un der Mamm; B. trans.: «hängen» — Spww.: Loosst iech jonk h., da git der nët al (zynische Antwort, wenn jemand sich über das Altern beklagt) — Déi kleng Déif hänkt een, déi grouss léisst ee lafen — Raa.: en hänkt alles un d'grouss Klack — dat Framënsch hänkt alles u sech (gibt alles Geld für Putz weg) — en huet vill un dat Haus gehaang (viel dafür ausgegeben, um es in Stand zu setzen) — déi Leit hatten alles un dee faule Kärel gehaangen an 't as näischt aus em gin — beim Kegelspiel: elo h. mer se (eine Reihe verlorener Spiele kann durch den Gewinn des nächsten aufgewogen werden, bei nochmaligem Verlieren zählt der vorhergehende Verlust doppelt) — bei vorwitziger Frage der Kinder: wuer gees de?, antwortet der Gefragte: (d)en Hond h. (komm, da gees de mat, dann dréis de d'Seel) — cf. dazu Hond.
 
Hänkert M.: 1) «Vorrichtung zum Aufhängen» etwa: a. «Kleiderbügel»; b. «Schlaufe am Kleiderkragen» (auch Hänk, Ophänk, Schlaf); 2) «das Hangenbleiben», bes.: a. «Hangenbleiben des Angelhäkchens im Wasser beim Fischen» — ech hat en H. (kritt); b. = Hänk sub 3.
 
Hänki (lok.) M. «Einfaltspinsel» — dommen H. (cf. Eefalt).
 
Hänkesaffär F.: «gefährliche Geschichte» (bes. neg.) 't as keng H.
 
hänkeswäert Adj.: «des Stranges wert».
 
Hänn, Hännes(chen), Hänni, Hänschen (lok. Hänzen, Heenzen) Var. des männl. Vorn. «Johann» — cf. die Leitformen Gehanes, Haans, Jhang.
 
Hännes M.: 1) cf. d. vor.; 2) «Tölpel» — du brauchs hei nët den H. ze spillen (erauszekéieren, erauszehänken, erauszeloossen).
 
Häns-chen M.: 1) Hänn; 2) «durch sorgfältiges Rauchen besonders präparierte weiße Tonpfeife» (der Kopf mußte weißgelb bleiben, das Rohr wurde dagegen schwarzbraun gefärbt, kein Speichel durfte ins Rohr eindringen, keine Färbung durch Fingerabdrücke am Rohr entstehen, weshalb es beim Kopf gerne mit Zwirn umwickelt wurde; zahnlose Alte umwickelten auch das Mundstück mit Zwirn) — e raacht en H. (er raucht eine Tonpfeife an); 3) «junger Stier, junger Ochse».
 
hänselen (lok. Ost. heenselen) trans. Verb.: «verspotten, foppen, reizen».
 
Häp (hε·p) Var. des männl. Vorn. «Hubert» — s. Haupert. [Bd. 2, S. 136]
 
Häppchen = Happchen (s. d.).
 
häppen trans. Verb.: «(die Mahd) auf kleine Haufen bringen» — zu Happ II — de Groum gët gehäppt — s. hauschen.
 
Här (lok. phV. cf. Ltb. 22) M.: 1) «Dienst-, Brotherr, Arbeitgeber, Meister» — Spww.: Wéi den H. sou d'Geschär (de Kniecht) — H. as H., a Max as Max (dazu im Nösl. der Zus.: a wat H. seet, muss Max man) — Mer musse maachen, dass den H. en H. bleift (resignierter Ausspruch des schuftenden Arbeiters) — 't kann een nët zwéin Hären (zegläich) déngen — Häre Befeel as knechtlech Aarbecht, Kniechtsaarbecht (der Herr befiehlt, der Knecht gehorcht) — Ra.: e spillt den H. (er arbeitet nicht viel, ähnlich: de groussen H.); 2) «Herrscher, Vorstand, Vornehmer, Einflußreicher» — Spww.: Jiddereen as H. a séngem Haus — Déi gestreng Häre regéieren nët laang (im bes. für die Eisheiligen gemeint) — Mat groussen Hären as nët gutt Kiischten iessen, se späizen engem d'Steng an d'Gesiicht — 't as en H. iwwert eis all (cf. sub 7); Raa.: ech wäerd em weise, wien H. (a Meeschter) am Haus as — e markéiert den H., e kéiert den H. eraus (er spielt sich als Herr auf) — ech wëll mäin ägenen H. sin (bleiwen) — iron. für einen dünkelhaften Menschen: dat as och en H. — dat do sin nach kleng Hären — dat as nach kee groussen H. — mam Geld eleng as een nach keen H. (auch Manieren u. Bildung gehören dazu) — Kinderreime: So reiten di Hären, Op hire stolze Päerden, So reiten die Joffren, Mat hire goldene Pantoffelen, Sou kënnt de Bauer hannen no (wenn das Kind auf den Knien eines Erwachsenen reitet, mit den Worten Bo, bo, bo, tripp, trapp, trupp, trupp, trupp wird es umgekippt); 3) «Bezwinger» — en huet säin H. font, do huet e säin H. font (wéi e bis bestuet war) — ech war mäin H. nët méi, wéi ech dat gehéiert hun (konnte mich kaum noch bezwingen) — 't gët een nët H. iwwer d'Ongkraut — e gët sénges Äifer nët H. — 't gët een ës nët H.; 4) Anrede: «Herr» (zunächst höflich, dann aber auch iron. oder mit drohendem Unterton) — mäi léiwen H.! — sot emol, H.! redet man einen gewöhnlichen Mann mit Här an, so mag er spaßh. antworten: wier ech en H.! 5) «Pfarrer» — dann allg. «Geistlicher» — Spww.: Den H. priedegt keng zweemol (an der Houmass — zu jem., der unaufmerksam war und nun wünscht, man solle das Gesagte wiederholen) — Reent et op den H., dann drëpst et op de Koschter — Den H. seent sech fir d'éischt — D'Hären an d'Honn verdéngen hiirt Brout mam Monn — Raa.: du hat ech dem H. an (un) de Frack gegraff — eise stodéiert fir H. — den H. vu Bouneweech (der Pfarrer von B.) dafür auch: den H. Bouneweger — eisen H. (unser Dorfpfarrer, aber auch: unser geistlicher Familienangehöriger) ähnlich: eise Mononk H., den H. Éim — e gët mam (ouni) H. (mat dräi, fënnef Häre) begruewen — se hun den H. geruff (komme gelooss — er liegt am Sterben) ähnlich: en huet des Häre begiert — daher: ech schloen dech, dass de des Häre begiers — d'Kanner gin dem Monni H. klécken — den H. war bei em (er ist mit den Sterbesakramenten versehen worden) — wann ech en H. wär, dann hätt ech eng laang Rei Knäpp — si ware scho beim H. (im Brautexamen) — dir geeschtlech Hären (oft spaßh. als Anrede für Laien gebr.); 6) «Herrgott», bes. in Kraftausdrücken (neben Harr), — H. je(mine) — H. Non (Nun) di Tonnär (Kass, Tripp, Pipp) — mäi Gott a mäin H.!
 
Här- -affertendag (alt -offertendag, so noch Ga.) M.: «Christi Himmelfahrt» — auch einfach: Affertendag (heute geläufig dafür, unter dem Einfluß der hd. Kirchensprache: Christihimmelfaart (älter auch Christiklammop)); -gott (meist Herr- gespr., gelegtl., bes. im Affekt auch Harr-) M.: 1) «Herrgott, Gott», häufig mit dem Possessivum eiser, onser verbunden — Spww.: Wëllt eiser H. een ernieren, da kann zënt Péiter et nët verwieren — Den H. huet allerhand Kaschtgänger (es gibt viele Menschentypen — häufiger Zus.: awer keen, deen näischt ësst) — Mer sin all eiser H.s Huefmann — Eiser H. mécht dat eent a suergt fir dat anert — 't muss een eiser H. nët an d'Handwierk fuschen (man soll dem Schicksal, der Natur nicht vorgreifen, den Herrgott nicht belehren wollen) — Gidferee fir sech, an eiser H. fer ons all — Den H. as nët esou kriddeleg wéi den Zankt Péiter (man sei nicht päpstlicher als der Papst) — D'Leit maachen d'Kalenneren an eiser H. d'Wieder (der Mensch denkt und Gott lenkt) — Onser H. weess alles. ower d'Affekote wëssen et besser (auch auf eine bestimmte Person bezogen: ower den X. weess alles [Bd. 2, S. 137] besser) — Onser H. weess, wat fer Leit ënnerwee sin (sagt man bei günstigem Reisewetter) — Géif onser H. him d'éiweg Feier, en huet sech ëmmer esou gär gewiermt! — Raa.: en as iwwer hien ewéi den H. iwwer zënt Péiter — H., streck e Been ewech! (Ausruf bei Erstaunen, Ärger) — zënter datt en déi Plaz huet, mengt hien, en hätt den H. mat der décker Zéif (er ist überglücklich oder auch überheblich) — si knabberen dem H. un den Zéiwen erëm (si hun der Däiwel am Leif a spillen d'Phariseier) — déi Quisel biet den H. vum Kräiz erof, huet den H. hannen a vir gekësst (übertriebene äußere Frömmigkeit) — hien as sénger Fra hiren H. — e brauch nët ze soen: H., strof mech (en as schon ongglécklech genuch) — e kennt säin H. nët méi (esou voll as en) — eiser H. soll der verzeie, wat s de do méchs — eiser H. stéi mer (engem) bäi! (Ausruf des Unwillens) — dat weess (nëmmen) eiser H. (kein Mensch weiß Bescheid darüber) — e streckt dem H. d'Zong eraus (er hält seine Ostern nur zum äußeren Schein — cf. auch Härgottsfrësser) — du bas méi domm wéi eiser H. säi Räitpäerd, an dat wor en Iesel — eiser H. as och ewell en ale Mann (zur Erklärung ungünstiger Zeitverhältnisse) — hie léisst eiser H. e gudde Mann sin (er kümmert sich nicht um religiöse Belange) — eiser H. huet mech vergiess (von ganz alten Leuten) — in Kraftausdrücken (cf. Här sub 7): H. (Ton: 2) nët nach (nammol) — H. an du (déi) Welt — du léiw(ech)er H. —Himmel H. Zakrament! — beim Messerspiel (s. Bibabitz) sagen die Buben lok.: H., H. zéi mech op! — die Lerche singt: H. huel mech op! oder Léiwer H., zéi mech op! 2) «Kruzifix» — kaaft Härgotten, der Deiwel as lass — 't as keen Deiwel méi, deen Härgotte keeft, sot de Beforter Simchen (sprichwörtlich gewordener Ausspruch eines bekannten Herrgottschnitzers von der Beforter Heide) — im Nösl. heißen diese Kruzifixe: di knuarrig Härgotter — lok. häufig mit einem Adjektiv der Ortsbezeichnung verbunden: e Gesiicht wéi de Leisénger H. (Westen) — 't kritt keen Enn, 't as eppes wéi de Pefinger H. (Osten: eine große Glasflasche mit Zwetschenbranntwein, stets gefüllt und für Bekannte zu Diensten) — sprock ewéi de Liischberriger H. (Osten: brüchig wie der Liersberger H.); 3) «Hostie» — en huet den H. (bruecht) kritt; 4) von 2 übtr. im Spottnamen: den hëlzen H. (hagerer, unbeholfener Mensch); -gotts (in manchen Kompositis auch Gottes-, s. d.); -affer M.: «Opfer der Kinder am Karfreitag»; -bäertchen M.: 1) «blaue Kreuzblume, Polygala vulgaris» — auch: Kranzblumm; 2) «Spitzbart»; -bettstréi N.: «echtes Labkraut, Galium verum» — auch: Gielt Bettstréi;

 

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