LWB Luxemburger Wörterbuch
 
héif(er)lech bis Helenech, Helerech (Bd. 2, Sp. 145a bis 146b)
 
héif(er)lech (Echt.: hëfflech, lok. hëfferlech) Adj.: 1) «höflich» — ech hat dech jo h. gefrot — op eng h. Fro gehéiert eng h. Äntwert; 2) adverbial: «in guter, rechter Form» — domat kann ee sech h. zefridde gin — dazu die Abl.: Héif(er)lechkät, -keet F. — aller Hëfflechkät voll (Echt.).
 
Héigzäit F.: «Hegezeit, Schonzeit» (Wb. 06).
 
héi(j)en, lok. héichen (Ostrand hi- — Part. Praet. lok. weithin noch gehikt, gehékt, gehëkt) trans. Verb.: 1) «höher machen» — si hun d'Haus gehéicht (auch einfach: si hu gehéicht) — si hun eis (d'Hauszëns) gehéicht, mir si gehéicht (u. a. in Grevenmacher gehékt) gin — Arlon, veraltet: en as gehëkt gin (er stieg im Amt), gängig: en as (am Gehalt) gehéicht gin — Ösling: elo gës de gehikt (jetzt bekommst du Zuwachs an Ehren, weil du Pate, Oheim . . . wirst); 2) folklor.: «erhöhen» (die Mädchen, im Monat Mai): zwei Burschen heben sie waagerecht in die Höhe, der dritte, meist der Liebhaber, kriecht dreimal unter ihr durch und darf sie dann küssen (zweifelhaft die Version von Wb. 06: «ein Bursche wird von Mädchen abgefaßt, und umgekehrt; zwei heben ihn an Armen und Beinen in die Höhe, worauf die übrigen unter ihm durchschlüpfen; der also Gehéichte sucht sich für den Schimpf zu rächen, indem er die erste beste Gelegenheit benützt, um selbst jemand héijen zu helfen») — an der Mosel hat héijen nur diese Bed., sonst immer hécken; 3) «häufeln» (Kartoffeln im Feld mit Pferd und Holzpflug) neben häfen (s. d.) — d'Grompere gi gehéicht (Knaphoscheid).
 
heikeleg Adj.: «heikel» — da's eng h. Saach — sonst auch dafür: quokeleg, quackeleg, wokeleg, Mosel hackeleg.
 
Héil (Nösl. u. sonst: Hol, dies bei Ga. F. lok. Hal, Osten Hil) M.: 1) «Kesselhaken» — mir hun den H. opgehaang (wir gaben beim Einzug in unser neues Haus ein Festessen) — dat kanns de hannert den Hol schreiwen (in den Schornstein schreiben) — schwoarz wi en Hol (Echt.); 2) «Nagel, welcher den Hinterwagen mit dem Vorderwagen verbindet» — meist dafür: Lätnol; 3) «Stellwerk am Pflug» (auf der oberen Seite oder vorne am Pflugbaum — auch Zock und Tirage).
 
Heiland M.: «Heiland» — du léiwer, léiwecher H.!
 
Hein(i), Heinerech, Heinz männl. Vorn.: sonstige Var. sub Heng — übtr.: de schlanken Heinerech (Leberwurst — Durchfall — lokal).
 
Heinchen M.: «Heuschreckenschwirl» (Vogelname).
 
héischtelen intr. Verb.: «hüsteln».
 
Heisch(en)t ON.: «Heiderscheid» — Gem. Heiderscheid, Kant. Wiltz — 147.
 
Heischter- -dag, -maart M.: 1) «der weithin bekannte Heiderscheider Markt» (Datum: Montag nach dem ersten Sonntag im August); 2) übtr.: «ferner Termin» — beim Kegelspiel: Wa se lääft bis Heischterdag, da mécht s' e schéinen Auder; -grond ON.: «Heiderscheider Grund» — 144; dazu das Adj.: Heischtergrënner — Déi Heischtergrënner gin op Heischt begruewen, an déi Heischter an den Heischter Grond (= eigtl. «in die Heiderscheider Erde»).
 
Heischterwald M.: «Buchenwald» — nur noch versteinert in den sub Däischterwald (s. d.) erwähnten Raa.
 
Héis(ch)dref ON.: «Hösdorf» — Gem. Reisdorf, Kant. Diekirch — 180.
 
Héiséng ON.: «Hussigny» — französiche Grenzortschaft bei Differdingen (Meurthe-et-Moselle).
 
Héispel, Hääspel/ Heespel F.: «Mispel, Mespilus Germanica» — dafür auch: Aaspel, Aaspern, Hondsaasch, Krëspel, Knëspel.
 
heiss(i) Adj.: «heiß» — kindersprachl. für hääss, heess (s. d.).
 
Héiss (Ostrand Hi(i)ss) F.: 1) «Hachse, Unterbein, Kniebug (am Hinterbein der Vierfüßer)» — d'Päerd as [Bd. 2, S. 146] ze enk an den Héissen; 2) übtr.: «Bein» —huel déng kromm Héissen aus de Féiss (gehe mir mit deinen Füßen aus dem Wege) — mer gin den Héissen et op — wann s de dech nët aus dem Stëbs méchs, da kriss d'eng an d'Héissen — maach dech op d'Héissen; 3) «Schinkenknochen mit spärlichen Fleischresten dran» (die besonders munden sollen) — wann d'Ham bis un der H. as, dann as et Zäit, datt ee geet (dann as d'Kiirmes eriwwer).
 
héis(s)eg Adj.: «mit Flechsen durchzogen» (vom Fleisch).
 
Héisse(n)- -bam M.: «Wellbaum, an dem in den Schlachthäusern das abgestochene Vieh aufgehängt wird»; -holz N.: 1) «Sprenkel bei der Bespannung» (zum Auseinanderhalten der Ketten) — hier kënns de mam H., an dohäm zittsch de Froa lass (Esch-Alz.: hier führst du Drohreden, zuhause schlägst du die Frau) — in dieser Bed. lokal: Zéider (s. d.); 2) «Querholz, mit dem die beiden Hälften des ausgeweideten Schlachtviehes auseinandergehalten werden» (durch die durchschnittenen Kniebugflechsen gesteckt) — lok. auch Héisen-; -kläpper M.: «Männerrock mit langen Schößen».
 
héis(s)en intr. Verb.: «drauf los marschieren» — an deem Reen si mer nët afeg do gehéisst — elo musse mer dat (diese Strecke) och nach h.
 
Héissert M.: «eifriger Marschierer».
 
Héiwéng ON.: «Hivingen» — Gem. Garnich, Kant. Capellen — 390.
 
Heizer M.: «Lokomotivheizer» (Eisenbahnerspr., über die zeitweilig deutsch verwaltete Wilhelm-Luxemburg-Gesellschaft; bei der frz. verwalteten Prinz-Heinrich-Bahn dagegen: Chauffeur).
 
Heizkëssen N.: «elektrisch geheiztes Kissen».
 
Heizung F.: «Zentralheizung» (dafür auch Chauffage) — as (hues de) d'H. scho gemaacht?
 
Hekel F.: «Häkelarbeit».
 
hekelen (Nösl. häkelen) trans./intr. Verb.: 1) «häkeln» — eng gehekelt Spëtz; 2) übtr.: «stelzen, schwerfällig torkeln» — en hekelt mat de Been (ähnlich: buschtawéieren, tekelen).
 
Hekel- -gar N.: «Häkelgarn»; -kreepchen M.: «Häkelnadel» — dafür ebenso häufig Crochet; -nol F.: «Häkelnadel».
 
Helemchen (lok. Echt. — veraltet) M.: «kleinste Portion Wein» (für zwei Sous).
 
Hëlen (/həle:n, /həlε:n) weibl. Vorn.: «Helene» — Dim. Helinchen, Kurzformen: Hëll(i), Heli, Léin(chen, -i), Lena, Lina, Linchen.
 
Helenech, Helerech (Ton: 1) M.: «Hederich» — s. Häderouf.

 

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